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Landtagsvizepräsident: "Europa braucht gemeinsames Gedenken an Nazi-Opfer"
13/2013 Kiel, 25. Januar 2013Landtagsvizepräsident: „Europa braucht gemeinsames Gedenken an Nazi-Opfer“Kiel (SHL) – Auch das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus braucht nach Ansicht von Landtagsvizepräsident Bernd Heinemann „mehr Europa“. Nur wenn sich alle Europäer gemeinsam des Systems und der Greuel der NS-Diktatur be- wusst würden, könnten sie auf der Suche nach ihrer europäischen Identität daraus lernen, sagt Bernd Heinemann anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung des Landtages und der Landesmuseen am Sonntag, 27. Januar, in Rendsburg.Dabei gehe es nicht darum, Unterschiede zwischen Opfern und Tätern zu verwischen oder gar die Rolle Deutschlands und der Deutschen zu verwässern, betont der Landtags- vizepräsident vor den rund 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Hohen Arsenal in Rendsburg. „Ich bin aber der Auffassung, dass wir der aus dem Ho- locaust und der NS-Diktatur erwachsenen Verantwortung nur dann auch in Zukunft ge- recht werden können, wenn die Erinnerung und das Gedenken auch in einem zusam- menwachsenden Europa einen festen Platz hat.“Gerade das positive demokratische Erbe aller Europäer führe umso deutlicher auch die Barbarei des letzten Jahrhunderts vor Augen, sagt Heinemann. Denn die schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialismus seien ja passiert, obwohl Europa zwischen den Weltkriegen bereits in weiten Teilen zu den Gedanken der Demokratie, der sozialen Ge- rechtigkeit und menschlicher Solidarität gefunden habe, sagt der Landtagsvizepräsident und mahnt: „Die verfassungsmäßige Demokratie allein bewahrt uns also vor gar nichts!“Umso wichtiger ist es nach Ansicht von Bernd Heinemann deshalb weiterhin, die Erinne- rung an die Verbrechen der Vergangenheit wach zu halten, um deren Wiederholung durch Aufklärung, Wachsamkeit und demokratische Wehrhaftigkeit unmöglich zu machen. Schleswig-Holsteinischer Landtag, Postfach 7121, 24171 Kiel ▪ Jan Gömer, pressesprecher@landtag.ltsh.de, Tel. 0431 988-1120; Fax 0431 988-1130 ▪ www.sh-landtag.de → Presseticker 2Außerdem: „Nur wer sich an die dunklen, verbrecherischen Bestandteile seiner Geschich- te erinnern will und daraus die Verpflichtung zu verantwortlichem Handeln zieht, der wird sich seiner selbst bewusst“, betont Bernd Heinemann.Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 gilt der 27. Januar in Deutschland als offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus; seit 2006 wird er nach einem Beschluss der Ver- einten Nationen auch international begangen.Hinweis für die Presse: Gemeinsame Gedenkveranstaltung des Landtages, der Landeszentrale für politi- sche Bildung und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen am Sonn- tag, 27. Januar, von 12 Uhr bis 14 Uhr, Kulturzentrum „Hohes Arsenal“ Rendsburg, Paradeplatz 11, 24768 Rendsburg