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Flemming Meyer zu TOP 27 - Baulicher Zustand der Landesstraßen in Schleswig-Holstein
Presseinformation Kiel, den 20.02.2013Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 27 Baulicher Zustand der Landesstraßen in Schleswig-Holstein Drs. 18/514Der Zustand der Straßen in der Bundesrepublik zeichnet sich immer mehr dadurch aus, dass ersich von Jahr zu Jahr verschlechtert. Egal ob wir es dabei mit Gemeinde-, Kreis-, Landes- oderBundesstraßen zu tun haben. Eines gilt für alle: die Unterhaltung kann von den Trägern kaumnoch geleistet werden. Wir haben gerade zum Bundesverkehrswegeplan gesprochen und auchdort wird künftig die Sanierung der Bundesstraßen Vorrang vor Neu- und Ausbau bekommen.Aufgrund der schlechten Haushaltslagen wird Flickschusterei an den Straßen betrieben, stattsie gründlich zu sanieren. Das Problem wird nur verschoben, nicht behoben. Dadurch schiebenwir seit Jahren einen Buckel vor uns her, der stetig weiter anwächst. Dies erleben wir auf allenpolitischen Ebenen.Auf der anderen Seite erleben wir seit Jahren Verkehrszuwächse und die Prognosen gehen vonweiteren Zuwächsen aus. Betrachten wir dann auch noch die Altersstruktur und dieunterschiedliche Qualität der Straßen stellen wir fest, dass Straßen für diese Verkehrszahlennicht ausgelegt sind. Folglich wird sich die Lage nicht verbessern. 2Auch wenn dies in der konkreten Situation nicht weiter hilft, macht es deutlich, dass wir eshierbei nicht mit einem schleswig-holsteinischen Phänomen zu tun haben. Bundesweit hat essich ausgebreitet. Gleichwohl trifft es die finanzschwachen Länder dann immer am härtesten.Es sind mittlerweile Schäden in Millionenhöhe die wir allein bei uns im Land vor unsherschieben. Für Schleswig-Holstein bedeutet dies: Wir benötigen 100 Millionen zusätzlich, umdie Landes- und Kreisstraßen in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen. Doch das Geldreicht nicht. Und es gipfelt schlussendlich darin, dass die Straßen, nachdemGeschwindigkeitsbegrenzungen durchgeführt wurden, schließlich gesperrt werden müssen. Sozum Beispiel die L 205 zwischen Büchen und Gudow.Wenn nun Teile der Opposition aus dem Knick kommen und Forderungen an dieLandesregierung stellen, mehr für die Landesstrassen zu tun, machen sie es sich sehr leicht. DieSchäden an den Straßen sind nicht erst in diesem Winter entstanden, sie liegen bereits längerzurück. Seinerzeit wurde zu wenig getan, um die Straßen in einem vernünftigen Zustand zuhalten und sie den Verkehrsprognosen entsprechend anzupassen.Dies haben die Vorgängerregierungen nicht getan, um die Lasten nachfolgenden Regierungenaufzubürden. Sie konnten es schlicht nicht, weil auch sie den Haushaltszwängen unterlagen.Genau wie wir heute. Die Gelder sind knapp und die Haushaltssituationen werden sich weiterverschärfen. Daher helfen gegenseitige Schuldzuweisungen nicht weiter.Diese Landesregierung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Sanierung der Straßen vor Neu- undAusbau zu stellen. Sie sehen, wir haben die Probleme erkannt. Wir wissen aber auch, dass dasnicht reichen wird - aber es ist ein Anfang. Die Forderung die Quotenregelung bei den GVFG-Mitteln wieder zurück zu schrauben, zu Ungunsten des ÖPNV, ist reiner Populismus. DieUmschichtung greift noch nicht einmal und die CDU fordert, dass wir es rückgängig machensollen.Wir müssen uns nichts vormachen. Das gesamte Landesstraßennetz in einen Top-Zustand zuversetzen werden auch wir weder kurzfristig noch mittelfristig schaffen. Daher müssen 3Lösungen erarbeitet werden, wie künftig vorzugehen ist, damit keine weiteren Straßengesperrt werden müssen. Dafür brauchen wir einen Überblick über alle Landesstraßen undderen aktuellen Zustand. Daraus ist dann eine Prioritätenliste zu erstellen welche Straßenwann gemacht werden müssen. Auch ist darüber nachzudenken, welcher Grad desErhaltungszustands für die verschiedenen Landesstraßen leistbar ist. Dies ist zwar nichtzufriedenstellend, aber zumindest können wir so die Straßensicherheit weiter gewährleisten.