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Jette Waldinger-Thiering zu TOP 23 - Chancen für mehr Mobilität und Vergleichbarkeit im Bildungswesen
Presseinformation Kiel, den 24.04.2013Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 23 Chancen für mehr Mobilität und Vergleichbarkeit im Bildungswesen Drs. 18/719Kein Zweifel: Wir brauchen noch mehr Mobilität im Bildungswesen. Es kann nicht sein, dasszum Beispiel angehende Lehrer Abschlussprüfungen ein zweites Mal ablegen müssen, wennsie in einem anderen Bundesland in den Beruf starten wollen. Für uns ist klar: Besonders inZeiten, in denen in manchen Fächern akuter Mangel herrscht, sind die bestehenden Hürdenzwischen den Ländern unsinnig.Die Forderungen, die die CDU in ihrem Antrag stellt, sind in meinen Augen also durchausberechtigt. Sie haben nur einen kleinen Haken: Die Kultusministerkonferenz hat sie schonlange auf der Agenda und bereits entsprechende Beschlüsse gefasst. Die Länder sollen dieunterschiedlichen Ausbildungszeiträume im Vorbereitungsdienst wechselseitig anerkennen.Und der Zugang zum Beruf muss grundsätzlich bundesweit sichergestellt werden. Notwendigerechtliche Änderungen werden, so der Beschluss, noch in diesem Jahr vorgenommen. Ich bindavon überzeugt, dass sich dadurch die Mobilität der Lehrerinnen und Lehrer spürbarverbessern wird. 2Man kann also festhalten, dass wir bei den Zielen nicht besonders weit auseinander liegen. MitBlick auf den Weg zu diesen Zielen muss ich der CDU allerdings widersprechen. Aus Sicht desSSW brauchen wir keinen solchen Staatsvertrag. Dieser mag vielleicht für mehr Verbindlichkeitsorgen, aber ich vertraue in diesem Fall auf die Vernunft und die Eigeninteressen der Länder.Die gewünschte Mobilität mit der Brechstange zu verordnen, halte ich jedenfalls für denfalschen Weg.Die Idee einiger weniger unionsgeführter Länder, den Weg über einen Bildungsstaatsvertrag zugehen, halte ich aber auch aus einem anderen Grund für falsch. Denn diesem Ansatz liegteindeutig der Gedanke zugrunde, dass im Bildungsföderalismus bisher kaum etwasfunktioniert. Er ist geprägt von Misstrauen. Anstatt auf Gemeinsamkeiten zu bauen undaufeinander zuzugehen, um bestehende Hürden aus dem Weg zu räumen, soll das Ganze ineinem starren Vertrag festgezurrt werden. Ich frage mich ernsthaft, ob man so zumgewünschten Ziel kommen würde.Was die Zusammenarbeit der Länder in Bildungsfragen angeht, habe ich persönlich einen ganzanderen Eindruck. Gerade die aktuellen Beschlüsse der Kultusminister zeigen doch, dassgegenseitiges Vertrauen und Kooperation möglich ist. Nur nebenbei bemerkt: Schon heutekommen mehr als ein Drittel der neu eingestellten Referendare in Schleswig-Holstein ausanderen Bundesländern. Und die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse ist beschlosseneSache. Es liegt nun einzig und allein an der Umsetzung in den einzelnen Ländern. Schleswig-Holstein wird sich in dieser wichtigen Frage jedenfalls nicht verweigern. Doch wenn ich denvorliegenden Antrag lese, muss ich leider feststellen, dass die CDU offensichtlich immer nochnicht gelernt hat, dass Kooperation nicht einfach per Staatsvertrag verordnet werden kann.Egal ob wir uns die Quote der Referendare aus anderen Bundesländern, die bundesweiteAnerkennung von Abschlüssen oder auch das Thema länderübergreifendes Abitur anschauen: 3Wir sind eindeutig auf dem Weg zu mehr Mobilität in unserem Bildungswesen. Ich kann nurbeim besten Willen nicht erkennen, was uns ein Staatsvertrag in dieser Situation nützen soll.Und trotzdem spricht die CDU mit ihrem Antrag grundsätzlich wichtige Themen an. Sicherlichkönnen wir bei der Zusammenarbeit zwischen den Ländern noch vieles verbessern. Deshalb istes aus Sicht des SSW absolut sinnvoll, wenn wir uns mit diesem Thema im Bildungsausschussweiter beschäftigen.