Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Jette Waldinger-Thiering zu TOP 36+53 - Bericht und Antrag zum Hochschulpakt
Presseinformation Kiel, den 24.04.2013Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 36+53 Bericht und Antrag zum Hochschulpakt Drs. 18/738Mittlerweile dürfte es allen bekannt sein: Anders als es die Kultusministerkonferenz noch voreinem Jahr angenommen hat, wird die Zahl der Studienanfänger bundesweit bis 2021 nichtetwa ab- sondern deutlich zunehmen. Der Hochschullehrerbund geht sogar von steigendenZahlen bis zum Jahr 2025 aus. Klar ist, dass statt der angenommenen 275.000 Studienanfängerbis 2015 voraussichtlich etwas mehr als 600.000 junge Menschen ein Studium beginnenwerden. Und es zeichnet sich schon heute ab, dass die Zahl der zusätzlichen Studienanfängerim Zeitraum 2015 bis 2020 ähnlich hoch ausfallen wird. Mit Blick auf Schleswig-Holstein mussallerdings erwähnt werden, dass der Anstieg voraussichtlich etwas weniger rasant sein wird alsin anderen Ländern.Ich denke ich spreche nicht nur für den SSW wenn ich sage, dass mich diese Aussichten freuen!Grundsätzlich sollte es doch in unser aller Interesse sein, wenn möglichst viele junge Menschendie Uni oder Fachhochschule besuchen und ihren Abschluss machen. Unabhängig davon, wieviele junge Menschen am Ende wirklich ein Studium hier in Schleswig-Holstein aufnehmen, istuns eins völlig klar: Wir haben die Pflicht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie auch 2tatsächlich hier im Land studieren können und nicht etwa zum Abwandern gezwungenwerden. Aus Sicht des SSW muss der jungen Generation unbedingt diese Möglichkeit gegebenwerden.Mir ist die schwierige finanzielle Lage der Hochschulen im Land bewusst. Es ist nicht lange her,da haben wir uns über rostige Rohre, zugige Fenster und akuten Platzmangel unterhalten.Natürlich haben wir uns gefragt und fragen sich die Universitäten und Fachhochschulen selber,wie sie dem Ansturm von so vielen zusätzlichen Studenten standhalten sollen. Vor diesemHintergrund kann man die gefundene Einigung zwischen Bund und Ländern nur begrüßen. Siewissen, dass sich die gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. April darauf verständigt hat,den Hochschulpakt um ca. 4,4 Milliarden aufzustocken.Natürlich kann man die finanziellen Probleme unseres Landes einfach ignorieren und dieHochschulen weiter für hoffnungslos unterfinanziert halten. Aber Tatsache ist, dass wir durchdie aktuelle Einigung für alle Studienanfänger bis 2015 Bundesmittel erhalten.Selbstverständlich führt auch an der Tatsache, dass das Land diese Mittel kofinanzieren muss,kein Weg vorbei. Wer nun aber von Seiten der Opposition völlig unverantwortlicheMehrausgaben anprangert, der soll bitteschön eine Alternative nennen. Für uns steht fest:Ohne die vereinbarte Aufstockung des Hochschulpakts würde es an unseren Universitätenschon sehr bald sehr düster aussehen. Die Investition in gut ausgebildete Fachkräfte sehen wirals absolut lohnenswert. Und ich will der Ministerin an dieser Stelle ausdrücklich für ihrenEinsatz danken.Sie wissen, dass die genaue Summe, die von uns erbracht werden muss, noch nicht genauabsehbar ist. Aber für den Zeitraum bis 2018 ist mit Mehrausgaben im einstelligenMillionenbereich zu rechnen. Das ist zwar eine Menge Geld. Aber wir haben überhaupt keinenZweifel daran, dass es bestens angelegt ist. 3Zugegeben: Die Haushaltslage unseres Landes ist schwierig. Da will ich gar nichts schönreden.Aber allen sollte klar sein, dass wir in der Pflicht sind, eine ausreichende Zahl vonStudienplätzen vorzuhalten. Das ist kein „nice-to-have“. Noch dazu bietet Deutschland imVergleich zu anderen Ländern immer noch zu wenig jungen Menschen die Chance auf einStudium. Unsere Vorgänger von CDU und FDP haben sich auf Anraten derHaushaltsstrukturkommission mit dem Verschachern von Studienplätzen an andereBundesländer beschäftigt. Wir aber stehen zu unserer Verantwortung und werden auch inZeiten der Schuldenbremse alles daran setzen, um den Hochschulen und denStudienanfängern Planungssicherheit zu geben.