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Flemming Meyer: Hochwasserschutz und Küstenschutz sind solidarische Aufgaben
Presseinformation Kiel, den 22.08.2013Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 17 Länderübergreifender Binnenhochwasserschutz der Elbanrainer Drs. 18/983Lang anhaltende Starkregenfälle in Mittel und Süddeutschland, mit Gebietsweise bis zu 200 LiterWasser pro Quadratmeter, lösten in allen Flussgebieten Deutschlands Hochwasser aus. DieWasserstände der Elbe verzeichneten neue Rekordmarken mit bisher nicht gekannten Ausmaßenauf einer Gesamtlänge von rund 250 Kilometern. Nur die kontrollierte Flutung derHavelniederung und die Deichbrüche bei Fischbeck und im Saale-Elbe-Winkel führten zumerklichen Entlastungen in den stromabliegenden Gebieten und verhinderte damitSchlimmeres. Die Bilder der Flutkatastrophe haben wir noch vor Augen.Wenn wir an die Flut von 2002 zurückdenken, wurde seinerzeit immer vomJahrhunderthochwasser gesprochen. Es zeigt sich aber, dass diese Annahme falsch war. Seit 2002haben wir bereits vier Hochwasser an der Elbe gehabt. Dies sind Folgen des Klimawandels undwir müssen uns darauf einstellen, dass sich derartige Ereignisse in Zukunft häufen werden.Es wird deutlich, dass wir schneller als bisher gedacht, Konzepte und Maßnahmen zum Schutzder Menschen in den Flussgebieten ergreifen und vor allem umsetzen müssen. Gerade 2Schleswig-Holstein, als Unterlieger der Elbe hat hieran ein großes Interesse. Jedoch können wiram wenigsten ausrichten. Die Vorkehrungen um künftige Hochwasser abzumildern, müssen immittleren und oberen Verlauf der Elbe stattfinden. Die internationale Kommission zu Schutz derElbe (IKSE) sowie die nationale Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG Elbe) sind dafür die richtigenGremien, um entsprechende Maßnahmen zu koordinieren und umzusetzen. Wir müssen alsokeine neuen internationalen oder nationalen Arbeitsgruppen einrichten, wie es im Antrag derPiraten formuliert ist.Bereits 2003 wurde der „Aktionsplan Hochwasserschutz Elbe“ aufgestellt, in dem wichtigegrenzüberschreitende Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes vereinbartwurden. Weiter wird auf europäischer Ebene an grenzüberschreitendenHochwasserrisikomanagementplänen gearbeitet. Hierbei ist klar zu erkennen, breitere undhöhere Deiche werden das Problem auch in Zukunft nicht lösen.Hochwasser braucht Platz. Daher braucht es Überschwemmungsgebiete, damit sich das Wasserausbreiten kann. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. So geht es beispielsweise auch aus demAktionsplan hervor. Jedoch lässt es sich nur schleppend umsetzen. Die Einrichtung vonÜberschwemmungsgebieten führt zu Nutzungseinschnitten und zu Wertminderung derentsprechenden Grundstücke. Ein Erwerb der Grundstücke oder Entschädigungsleistungenstellen die Länder hier vor große Herausforderungen.Hier sage ich ganz deutlich: Dies sind gemeinschaftliche Probleme, die gemeinschaftlich zu lösensind. Wir können die Menschen in den betroffenen Regionen mit den Problemen nicht alleinlassen. Hochwasserschutz und Küstenschutz sind solidarische Aufgaben und so müssen sie auchfinanziert werden - egal wo. Daher ist eine finanzielle Beteiligung der Grundstückseigentümerabzulehnen.Angesichts der zu erwartenden kürzeren Interwalle solcher Hochwasser, darf der Druck bei derUmsetzung von Maßnahmen nicht aus dem Kessel genommen werden. Im Gegenteil. DenMenschen in den betroffenen Gemeinden und Städten kann nicht zugemutet werden, dass sie inkürzester Zeit ihr Hab und Gut mehrmals verlieren. 3Der Schaden in Schleswig-Holstein – insbesondere war Lauenburg betroffen - wird auf rund 28Millionen Euro geschätzt. In einer ersten unbürokratischen Sofortmaßnahme haben das LandSchleswig-Holstein und der Bund jeweils eine Million Euro für Lauenburg und Geesthacht zurVerfügung gestellt. Nun wurde mittlerweile auch im Bundesrat eine Einigung erzielt, über dieVerteilung und Verwendung der Mittel. Dies begrüßen wir. Denn wichtig ist, dass den Menschenjetzt schnell und unbürokratisch geholfen wird.