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Lars Harms: Liberalisierungsphantasien sind genau der falsche Weg
Presseinformation Kiel, den 21.11.2013Es gilt das gesprochene WortLars Harms TOP 54 Herausforderungen der Sparkassen Drs. 18/1126 und 18/1215 „Liberalisierungsphantasien sind genau der falsche Weg, der die Sparkassen förmlich zum Abschuss freigibt.“In den letzten Wochen und Monaten haben wir immer wieder die Lage der Sparkassendebattiert und dabei meistens über Änderungen gesprochen, die kurz oder langfristiganstanden. Das ist hier zwar auch so – mit Hinblick auf Basel III – aber trotzdem können wirfeststellen, dass inzwischen einige Weichen gestellt worden sind, die sich immer mehr als einsicheres Gerüst für die Sparkassen in Schleswig-Holstein entwickelt haben. Ich denke hierbeinatürlich zuallererst an die Gesetzesänderungen, die wir beschlossen haben und die denSparkassen den sicheren Rechtsrahmen geben, den sie selber von uns zurecht eingeforderthaben.Die Sparkassen im Norden haben gezeigt, dass sie diesen Rechtsrahmen zu nutzen wissen undsich sehr wohl vor allem selbst helfen und unterstützen können. Die Fusion von der Spar- undLeihkasse zu Bredstedt mit der Nospa und die Beteiligung der Fördesparkasse an der SparkasseHohenwestedt haben gezeigt, dass eine Zukunft auch ohne eine Beteiligung der Haspa oder 2privater Investoren möglich ist. Jetzt geht es um die Sicherung und Stabilisierung desSparkassengeschäftes in der Region. Und daran arbeiten die jeweiligen Sparkassen gerade. DasSolidarprinzip hat sich jedenfalls schon jetzt bewährt. Die Richtung stimmt. Wir haben denSparkassen ihre verdiente Planungssicherheit gegeben, damit sie sich auf ihre erneuerte,kundenorientierte Geschäftsstrategie konzentrieren können.Insofern können die Sparkassen jetzt auch einer sicheren und planbaren Zukunft entgegengehen. Das sehen sie auch selbst so. Im Bericht wird der Sparkassen- und Giroverband mit denWorten zitiert, dass 12 von 13 Sparkassen im Lande die Anforderungen aus Basel III aus eigenerKraft und voll umfänglich erfüllen können. Weiter gäbe es eine Sparkasse, die dieses alleinderzeit nicht kann und deshalb gestützt werden müsse. Durch diese Stützung sei es aber auchdieser Sparkasse möglich, die Eigenkapitalanforderungen von Basel III erfüllen zu können.Diese Aussagen zeigen zweierlei: Erstens, die Sparkassen sind lebensfähiger als mancher denktund zweitens, der Stützungsmechanismus der Sparkassen-Gemeinschaft funktioniert.Es ist richtig, wenn man sich immer wieder vergewissert, dass die Sparkassen auch weiterhindie Kapitalmarktanforderungen erfüllen können. Das tun wir natürlich auch und das tun vorallem auch die Sparkassen. Die wichtigste politische Aufgabe ist aber unserer Meinung nach,dass die Aufgabenstellung der Sparkassen und ihre Repräsentanz in der Fläche gesichertwerden. Es ist unter anderem die Aufgabe der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken, dieKreditversorgung für kleine und mittlere Unternehmen und für Privatpersonen in der Flächesicher zu stellen. Gerade im ländlichen Raum ist ein breites Filialnetz unverzichtbar. DieSparkassen in unserem Land sind zweifelsohne in der Region verwurzelt. Die kommunaleTrägerschaft ist, und muss auch in Zukunft, ein Leitbild sein, denn sie garantiert dasGeschäftsmodell und auch den Umfang des Filialnetzes. Auf Landesebene haben wir denAusverkauf der Sparkassen verhindert, aber nun müssen wir auch politisch dafür sorgen, dassdie EU nicht zu einer Bedrohung für die Sparkassen wird. 3In anderen Ländern ist das deutsche Modell des Sparkassen- undGenossenschaftsbankenwesens unbekannt. Und hier drängt man darauf, Banken überall in derEU gleich zu behandeln. Das könnte die öffentlich-rechtliche Trägerschaft von Sparkassenirgendwann einmal bedrohen und deshalb ist es nicht nur wichtig, die anderen Länder von derDaseinsberechtigung unserer Sparkassen zu überzeugen, sondern vielmehr auch für unserModell zu werben. Die Übernahme von Elementen unseres Sparkassenwesens in anderenLändern wäre sicherlich die beste Garantie für das Bestehen unserer Sparkassen, wie wir sieheute kennen. Auf jeden Fall muss die Politik in Deutschland jetzt auf europäischer Ebene ganzklar für die öffentlich-rechtlichen Sparkassen einstehen.Da sind Liberalisierungsphantasien genau der falsche Weg, der die Sparkassen förmlich zumAbschuss freigibt. Wir haben das hier in Schleswig-Holstein verhindert und wir werden als rot-grün-blaue Koalition bei jeder Gelegenheit dafür werben, es uns gleich zu tun und denSparkassen auch in Zukunft beizustehen.