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12.12.13 , 18:04 Uhr
SSW

Flemming Meyer: Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen in der Pflege

Presseinformation Kiel, den 12.12.2013

Es gilt das gesprochene Wort



Flemming Meyer TOP 26 Mehr Informationen und mehr Attraktivität für Pflegeberufe Drs. 18/1380

„Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen in der Pflege“

Ich freue mich sehr darüber, dass wir auch in dieser Landtagssitzung über die Zukunft der
Pflege diskutieren. Denn kaum ein anderes Thema berührt so viele Menschen so konkret. Und
kaum ein anderes Thema stellt uns vor so große Herausforderungen. Ich habe es schon in der
vergangenen Debatte zur Dokumentation im Pflegebereich gesagt: Auch die rot-grün-blaue
Regierung arbeitet mit großem Engagement an einer bedarfsgerechten Versorgung. Uns allen
ist klar, dass es eine riesige Aufgabe ist und bleibt, eine wirklich menschenwürdige Pflege zu
organisieren. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen die Lebenserwartung immer weiter steigt
und die Zahl der Pflegebedürftigen damit stetig wächst. Hier gibt es mit Sicherheit nichts klein
zu reden. Das ist uns allen völlig klar.


Vor diesem Hintergrund will ich deutlich sagen, dass die CDU in ihrem Antrag einige wichtige
Punkte aufzählt: Wenn es darum geht, die Pflege zukunftsfest zu machen, müssen wir
natürlich grundsätzlich zu mehr Attraktivität für Pflegeberufe kommen. Und auch wir meinen, 2
dass man kaum genug darüber informieren kann, wie die Arbeit in einem Pflegeberuf
eigentlich ganz konkret aussieht. Ganz ähnliches gilt für Informationen darüber, welche Aus-
und Weiterbildungsmöglichkeiten es im Bereich Pflege überhaupt gibt. Auch wenn diese
Forderungen nicht etwa neu sind, bleiben sie aus Sicht des SSW unverändert wichtig. Wir
wissen, dass es ganz bestimmt keinen Grund gibt, sich in dieser Angelegenheit
zurückzulehnen. Und trotzdem will ich daran erinnern, dass diese Landesregierung in Sachen
Pflege sehr aktiv ist.


Eine besonders wichtige Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe ist in der Tat
die Schaffung eines dualen Pflegestudiums, wie es die CDU in ihrem Antrag fordert. Deshalb
begrüßen wir es sehr, dass die Landesregierung nicht nur dieses Vorhaben mit sehr großem
Engagement vorantreibt. Auch Dokumentationsaufgaben sollen spürbar reduziert und
Doppelstrukturen abgebaut werden, so dass unsere Pflegefachkräfte endlich etwas entlastet
werden. Und nicht zuletzt muss ich an dieser Stelle auf die Tatsache hinweisen, dass rot-grün-
blau die Zahl der landesseitig finanzierten Ausbildungsplätze in der Altenpflege auch in 2014
um weitere 200 aufstockt. Kein Zweifel: Man kann durchaus der Auffassung sein, dass dies
alles nicht ausreichend ist. Aber man kann nicht einfach behaupten, dass sich hier gar nichts
bewegt.


Ein weiter wichtiger Beitrag für verbesserte Bedingungen in der Pflege ist die Einrichtung einer
Pflegekammer. Sie kann dazu beitragen, den Stellenwert der Pflege im Gesundheitswesen zu
erhöhen. Denn durch eine Pflegekammer werden nicht nur alle professionell Pflegenden
vertreten, sondern auch Interessen gebündelt und neue Ideen entwickelt. In einer Berufswelt,
die sich verstärkt in Kammern organisiert, ist dieser Schritt sinnvoll und nur konsequent.
Gerade wenn es um die Frage geht, wie die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werden
kann und wie dieser Beruf zukunftsfähig gestaltet werden soll, kann uns die Pflegekammer
wichtige Impulse liefern. Hiervon sind SPD, Grüne und SSW gleichermaßen überzeugt. 3
Dem SSW ist durchaus klar, dass die aufgezählten Maßnahmen allein nicht reichen werden.
Um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern und die professionell Pflegenden länger
in ihrem Job halten zu können, müssen wir noch mehr tun. Einen besonders wichtigen Punkt
nennt auch die CDU in ihrem Antrag: Wir brauchen dringend eine breite gesellschaftliche
Debatte darüber, was uns eine menschenwürdige Pflege eigentlich wert ist. Für den SSW gibt
es keinen Zweifel: Wir müssen endlich zu einer deutlich größeren Wertschätzung für diese
Berufsgruppe kommen. Und diese Wertschätzung muss nicht zuletzt auch durch eine bessere
Bezahlung deutlich werden. Denn gerade in der Pflege sind motivierte und zufriedene
Mitarbeiter unverzichtbar. Doch damit nicht genug: Wir müssen und wollen auch alles dafür
tun, damit ihnen die Zeit für Zwischenmenschlichkeit und Zuwendung bleibt. Denn nur so
bleibt Pflege menschlich und menschenwürdig – und genau das will der SSW.

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