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Flemming Meyer: Keine PKW-Maut für Ausländer
Presseinformation Kiel, den 13.12.2013Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 21 Keine PKW-Maut für Ausländer Drs. 18/1375Die politische Diskussion über die Einführung einer PKW-Maut ploppt in Deutschland seit Jahrenimmer wieder auf. Der Grund hierfür ist simpel. Es fehlt an Geld für die Instandhaltung unsererVerkehrsinfrastruktur. Ob in den Kommunen, den Ländern oder beim Bund, die Kosten allein fürdie Instandhaltung der deutschen Straßen verschlingt Milliarden und wir schieben einenenormen Investitionsstau vor uns her. Die Zielsetzung in den Verkehrswegeplänen sieht dahervor, Erhaltungsinvestitionen Vorrang gegenüber Neu- oder Ausbau einzuräumen. Auchangesichts weiter steigender Zahlen im Bereich des Personen- und Güterverkehrs auf der Straße,wird sich die Situation nicht verbessern. Wir stehen hier vor einer Mammutaufgabe.Der jüngst dazu von der Verkehrsministerkonferenz vorgeschlagene Weg, über einSondervermögen den Sanierungstau abzubauen scheint hierbei durchaus ein gangbarer Weg.Gespeist werden soll das Sondervermögen beispielsweise aus der KFZ-Steuer und derMineralölsteuer – jedoch ohne PKW-Maut. 2Die Diskussion um die Einführung einer PKW-Maut für Ausländer hat in weiten Teilen desBundestagswahlkampfes andere Themen überschattet. Die CSU hat sich das Thema auf ihreFahnen geschrieben und damit die Lufthoheit über die Stammtische übernommen.Damit wurde das Klischee bedient, dass deutsche Autofahrer in vielen Ländern Europas für dasBefahren der Straßen in irgendeiner Form zur Kasse gebeten werden, wohingegen die Fahrt mitdem PKW auf deutschen Autobahnen für alle frei ist. Zugegeben, vordergründig hört sich dieswie eine Gerechtigkeitsdebatte an, nach dem Motto: Wer die Autobahn benutzt, muss sich auchan den Kosten beteiligen.Schnell ist deutlich geworden, dass der CSU-Vorschlag nicht mit europäischem Recht vereinbarist. Und die Kanzlerin hat darauf hingewiesen, dass deutsche Autofahrer nicht zusätzlich belastetwerden sollen. Das Ergebnis ist nun entsprechend im Koalitionsvertrag verankert. Wie einemögliche PKW-Maut aussehen könnte, ist derzeit nicht klar.Klar ist aber, dass eine PKW-Maut – auch wenn sie europarechtskonform ausgestaltet wird unddeutsche Autofahrer nicht zusätzlich belastet – nicht unumstritten ist. Dem ADAC zufolge stellenAusländer über das Jahr rund 5,2 % des PKW-Verkehrs auf deutschen Autobahnen. Sie tanken beiuns und zahlen Mineralölsteuer. Damit leisten sie also bereits jetzt einen Beitrag für Bau undErhalt des deutschen Straßennetzes. Sie bringen dem Staat damit fast das Doppelte anEinnahmen was sie an Kosten verursachen. Darüber hinaus gibt es Berechnungen, wonach dieSystemkosten nicht einmal durch die Mauteinnahmen gedeckt würden. Schließlich müsstenausländische Verkehrsteilnehmer die Systemkosten komplett alleine tragen, weil der deutscheAutofahrer ja nicht zusätzlich belastet werden soll.Kommen wir nun zur Vignette. Auch diese Lösung ist nicht unkritisch, weil sie Ungerechtigkeitenschafft. Die Kosten für eine Vignette sind für alle Gleich und da ist es egal, ob ich mit einemgroßen Spritfresser oder mit einem energiesparenden PKW auf der Autobahn bin. Dies kann soauch nicht gewollt sein. Zur Zeit wird immer noch ein Unterschied gemacht durch die Kfz-Steuer, 3weil sie sich nach Hubraum und Schadstoffemission bemisst. Darüber hinaus zahlen Vielfahrergenauso viel, wie Personen die nur wenige Kilometer auf der Autobahn verbringen.Also, egal wie man es dreht oder wendet, Maut oder Vignette, keine der angesprochenenLösungen sind tragbar.