Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Flemming Meyer: Sexuelle Orientierung darf niemals zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen
Presseinformation Kiel, den 24.01.2014Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 21 Miteinander stärken, Homophobie und Diskriminierung bekämpfen Drs. 18/1459 (neu)„Sexuelle Orientierung darf niemals zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen“Man muss gar nicht erst nach Russland schauen, um zu sehen, was Homophobie heißt. TrotzLebenspartnerschaftsgesetz und allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz ist eine breitegesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben auch hier in Deutschland noch langekeine Selbstverständlichkeit. Machen wir uns nichts vor: Nicht nur in der Schule wird dasAdjektiv „schwul“ gern und oft als Schimpfwort verwendet. Und für viele Schwule und Lesbenähnelt der alltägliche Gang zur Schule oder Arbeit einem Spießrutenlauf. Wir meinen, dass hiernoch viel passieren muss - und zwar schnell!Wenn wir uns die europaweite Entwicklung anschauen, dann können wir auf politischer Ebenedurchaus Fortschritte bei der Gleichstellung erkennen. Doch ich habe den Eindruck, dass dieGesellschaften in den europäischen Ländern bei diesem Thema hinterherhinken. Studien wiezum Beispiel von der EU-Grundrechteagentur FRA kommen regelmäßig zu erschreckenden 2Ergebnissen: Fast die Hälfte aller Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Intersexuellen undTransgender in Europa wurden kürzlich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert.Über 90 Prozent der Befragten haben in ihrer Schulzeit direkte oder indirekte Erfahrung mitAusgrenzung und Diskriminierung gemacht. Auch am Arbeitsmarkt kommt es häufig zuUngleichbehandlung und Diskriminierung. In Deutschland machen über 20 Prozent derSchwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen und Transgender auf Jobsuche oder imBerufsumfeld derartige Erfahrungen. Sogar körperliche Angriffe sind hier und anderswo inEuropa keine Seltenheit. Auch wenn es Länder gibt, in denen die Stimmung noch feindlicher ist:Diese Zahlen sind aus Sicht des SSW einfach nur beschämend!Eins ist klar: Wir dürfen die Augen nicht einfach verschließen. Fakt ist, dass nicht nur an vielenSchulen ein Klima herrscht, das von Unwissen, Vorurteilen und Ängsten gegenüberHomosexuellen geprägt ist. Abneigungen und Aggressionen gegenüber Schwulen und Lesbenziehen sich leider durch viele gesellschaftliche Gruppen. Damit dürfen wir uns nicht einfachabfinden. SSW, Grüne und SPD wollen, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellenOrientierung und ihrem Geschlecht ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führenkönnen. Und wie Sie wissen, haben wir zu diesem Zweck und in einem ersten Schritt 50.000Euro an Landesmitteln für einen Aktionsplan gegen Homophobie bereitgestellt.Die vielfältigen Formen der Homophobie, zu denen leider auch Mobbing oder Körperverletzungzählen, sind nicht weniger als ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Das sollteman sich einfach mal bewusst machen. Wir alle haben damit den Auftrag und die Pflicht,dieses völlig irrationale Verhalten zu bekämpfen. Diese Pflicht hat das Land Schleswig-Holsteinnatürlich in besonderem Maße. Daher bitten wir die Landesregierung, den Aktionsplanumzusetzen und in diesem Rahmen vor allem bestehende Unterstützungs- undBeratungsangebote bekannt zu machen. Wir sind davon überzeugt, dass die geleistete, äußerstengagierte Arbeit der Vereine und Verbände hierdurch eine noch breitere Wirkung entfaltenkann. 3Für den SSW kann ich ganz klar sagen, dass wir mit diesem konkreten Ansatz gegenHomophobie vor allem den Wunsch verbinden, dass dieses Thema endlich breiter diskutiertwird. Wir wollen, dass die Öffentlichkeit deutlich stärker sensibilisiert und die Bekämpfung derHomophobie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird. Und ich denke, besonderswichtig bleibt die Erkenntnis, dass wir es hier mit einer Querschnittsaufgabe zu tun haben, ander auch die verschiedenen Ministerien des Landes, die Bildungsinstitutionen oder zumBeispiel die Polizei aktiv mitwirken müssen. Denn nur gemeinsam werden wir bei diesemwichtigen Thema vorankommen.