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Flemming Meyer: Das Betreuungsgeld ist und bleibt ausgemachter politischer Blödsinn
Presseinformation Kiel, den 19.02.2014Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 10 Wahlfreiheit sichern - Länderhoheit beim Betreuungsgeld schaffen – Tagesmütter und Tagesväter fördern Drs. 18/1527„Das Betreuungsgeld ist und bleibt ausgemachter politischer Blödsinn“Das Betreuungsgeld gehört in meinen Augen zu den mit Abstand überflüssigsten Themen, diewir hier im Landtag überhaupt debattieren. Ich will nur mal an eins erinnern: Der Bund gibtjährlich Milliarden für weit über 150 familienpolitische Einzelmaßnahmen aus. Viele davonhaben einen mehr als zweifelhaften nutzen. Mit dem Betreuungsgeld kommt eine weitere,unsystematische Geldleistung dazu. Irgendeine Strategie oder gar ein schlüssigesGesamtkonzept in der Familienpolitik ist bisher nicht erkennbar. Im Gegenteil: DasBetreuungsgeld verfehlt sogar noch die einfachsten Grundsätze der Sozial- undGleichstellungspolitik. Und es passt damit nach Auffassung des SSW überhaupt nicht in einmodernes Familienförderungskonzept.Wer ehrlich ist und sich um ein halbwegs sachliches Urteil bemüht, dem muss doch langsammal klar sein, dass mit dem Betreuungsgeld ein Fehlanreiz geschaffen wird. Es ist doch kein 2Zufall, dass Studien immer wieder zum selben Ergebnis kommen: Übergeordnet betrachtethaben nun einmal die Kinder, die über einen längeren Zeitraum eine Bildungseinrichtungbesuchen, die besseren Bildungschancen. Das ist ganz einfach Fakt und wird im Übrigen vomDeutschen Gewerkschaftsbund genauso gesehen wie vom Bund Deutscher Arbeitgeber. AuchErfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen auf Landesebene zeigen es überdeutlich: EinBetreuungsgeld hält nicht nur die Kinder, die es am dringendsten brauchen, aus denBildungseinrichtungen fern. Vor allem bleiben hierdurch auch die Eltern, die eher geringqualifiziert, alleinerziehend oder geringverdienend sind, dem Arbeitsmarkt fern.Ob Schleswig-Holstein nun 40 oder 50 Millionen Euro für diese unsinnige Maßnahmeverpulvern muss, ist in diesem Zusammenhang leider sogar zweitrangig. Ganz abgesehen vonder Finanzlage in Bund und Ländern muss doch eins klar sein: Geld auszugeben, um Kinder vonBildungsangeboten fernzuhalten und ihnen schlechtere Startchancen zu geben ist schon fürsich allein äußerst zweifelhaft. Aber wenn diese Millionen an Steuergeldern dann sogar nochdazu dienen, um ihre tendenziell eher gering qualifizierten Eltern vom Arbeitsmarktfernzuhalten, dann haben wir es in den Augen des SSW wirklich mit einem ausgemachtenpolitischen Blödsinn zu tun, der schleunigst korrigiert werden muss.In einem Punkt wiederhole ich mich in diesem Zusammenhang sehr gerne: Für den SSW gibt esüberhaupt keinen Zweifel daran, dass die Milliarden, die das Betreuungsgeld kostet, beimAusbau qualifizierter Betreuungs- und Bildungsangebote viel besser angelegt sind. Denn wirhaben gemeinsam mit unseren Partnern von SPD und Grünen völlig andere familien- undbildungspolitische Vorstellungen: Wir wollen den konsequenten Ausbau der frühkindlichenBildungsinfrastruktur. Und wir wollen damit ganz konkret in die Zukunft Schleswig-Holsteinsinvestieren, statt an völlig überholten Familien- und Rollenbildern festzuhalten. Ich meine, dassind wir vor allem auch den Kleinsten im Land ganz einfach schuldig. 3Unabhängig davon, wie das Verfassungsgericht in dieser wichtigen Angelegenheit auchentscheidet. Für den SSW ist es wichtig, dass wir bei der Stärkung der frühkindlichenBildungsinfrastruktur nicht nachlassen. Dies gilt ganz besonders in Zeiten, in denen derRechtsanspruch im Großen und Ganzen erfüllt ist. Denn es geht hier nicht um die Verwahrungunserer Kinder. Es geht also nicht nur um die Schaffung von Betreuungsplätzen. Nein, es gehtum nicht weniger als die bestmögliche Förderung ihrer Entwicklung. Im Sinne der Kinder undim Sinne einer wirklich modernen Familienförderung brauchen wir also auch eine hoheQualität der frühkindlichen Bildung. Hierzu gehören verbindliche Qualitätsstandards und eineangemessene Finanzierungsgrundlage für die frühkindliche Bildung. Denn wir wollen endlichallen die gleichen Bildungschancen geben. Dies alles kostet Geld, das wir ganz offensichtlichauch haben. Man muss es eben nur die richtigen Schwerpunkte setzen. Und genau das werdenwir tun.