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20.02.14 , 15:28 Uhr
SSW

Flemming Meyer: Der echte Norden mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig-Holstein bekannt

Presseinformation Kiel, den 20. 2. 2013

Es gilt das gesprochene Wort



Flemming Meyer TOP 17 Standortmarketing Drs. 18/1561
Der Slogan mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig-Holstein bekannt

Die FDP möchte das Standortmarketing des Landes Schleswig-Holstein einstellen. Sie beantragt
das Ende der derzeitigen Standortkampagne, ohne eine Alternative zu nennen. Das wäre das
Ende für den echten Norden. Über die Gründe schweigt der Antrag – dazu konnte man ja auch
genug in der Presse lesen.
Viele, gerade private Anbieter im Tourismusbereich, sind sich mit der antragstellenden Fraktion
sehr einig: Auch sie meinen, dass sie Werbung gar nicht nötig hätten. Schließlich würden ihre
Stammgäste jedes Jahr wieder kommen und gleich wieder für das nächste Jahr buchen.
Investitionen in moderne Ausstattung oder der Eintrag ins Gastgeberverzeichnis sind für solche
Schlaumeier nur heraus geschmissenes Geld. Genau diese Anbieter verschwinden aber vom
Markt. Da mag man noch so lange Jahrzehnte Stammgäste haben; einmal werden diese nicht
mehr kommen, wenn die sanitären Anlagen zu eng für Stock oder Rollstuhl sind.
Nibelungentreue im Tourismus gibt es nicht. Die Tendenz geht zu Kurzurlauben, die oft sehr
spontan, manchmal von einem Tag zum nächsten gebucht werden. Das läuft in der Regel via 2
Internet. Dort punkten Anbieter, die ins Marketing investiert haben und deren Pension auf den
entsprechenden Seiten zu finden ist. Übrigens sind in Schleswig-Holstein die Einträge in den
entsprechenden Portalen unseres Landes wie beispielsweise „meer.zeiten“ ausgesprochen
kostengünstig. Dort können Privatunterkünfte mit Text und ansprechenden Fotos netzweit auf
sich aufmerksam machen. Die Zeichen sind eindeutig: Langfristig werden nur die Anbieter auf
dem Markt bestehen können, die in modernes Marketing investieren.


Die Fakten gerade im Tourismusbereich sprechen Bände. Ohne Standort-Marketing geht es nicht.
Insgesamt wetteifern alle Regionen mit einfallsreichem und professionellem Marketing für sich.
Nicht zuletzt deswegen steigen die Buchungszahlen in Deutschland nach einer langen
Durststrecke endlich wieder an. Das gilt allerdings nicht überall. Destinationen wie die
erfolgsverwöhnte Insel Sylt müssen erkennen, dass sich wirklich überhaupt nichts von selbst
verkauft. Zu Jahresanfang konnte man lesen, dass in Sylt die Übernachtungszahlen seit 2009 um
mehr als 3% gesunken sind. Der Insel der Reichen und Schönen, die sich bislang fast von selbst
vermietete, bleiben die Gäste weg. Der Grund ist ganz einfach: Die Gäste vermuten andernorts
bessere Angebote, weil diese besser vermarktet wurden. Dort allerdings, wo auf der Insel
ordentlich die Werbetrommel gerührt wird, wie im neuen Arosa-Hotel in List, stiegen die Zahlen.
Das heißt, dass dort, wo Standortmarketing betrieben wird, sich das in höhere
Übernachtungszahlen niederschlägt und damit ganz klar auszahlt.
Diese Beispiele zeigen: Wer das Standortmarketing einstellt, schneidet sich ins eigene Fleisch.
Schleswig-Holstein ist ein attraktives Ferienziel, das mit abwechslungsreichen Angeboten
unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Das muss kommuniziert werden und das heißt nichts
anderes als aktive Vermarktung oder Standortmarketing mit einer Standortkampagne.
Man kann sicherlich streiten über den Slogan des Standortmarketings. Aber genauso kann man
sich über den Geschmack von Broccoli streiten. Einige können ihn nicht ausstehen – ich gehöre
übrigens nicht dazu – aber ohne Zweifel ist Broccoli gesund, weil er unter anderem Kalium,
Kalzium und Eisen enthält. Broccoli ist gesund, schmeckt aber nicht. Genauso verhält es sich mit
dem Slogan. Der Slogan mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig- 3
Holstein bekannt. Das stellt auch die antragstellende Fraktion nicht in Abrede. Und genau das ist
doch auch das Ziel eines effektiven Standortmarketings. Das richtet sich übrigens nicht nur an
Touristen, sondern auch an qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ob ein Ingenieur
nach Schleswig-Holstein kommt oder eine Familie hier ihr Häuschen baut, hängt auch mit dem
Image unseres Landes zusammen. Darum ist Standortmarketing einfach geboten.
Sicherlich sollten wir in absehbarer Zeit die Wirksamkeit der Kampagne überprüfen und fragen,
ob sich der Einsatz lohnt. Bis dahin sollten wir uns allerdings davor hüten, unsere eigene
Kampagne schlecht zu reden. Damit arbeiten wir letztlich nur anderen Regionen in die Hände.
Ebenso kommt es nicht infrage, die Kampagne einzustellen und gar nicht mehr für Schleswig-
Holstein zu werben.

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