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Flemming Meyer: Der echte Norden mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig-Holstein bekannt
Presseinformation Kiel, den 20. 2. 2013Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 17 Standortmarketing Drs. 18/1561 Der Slogan mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig-Holstein bekanntDie FDP möchte das Standortmarketing des Landes Schleswig-Holstein einstellen. Sie beantragtdas Ende der derzeitigen Standortkampagne, ohne eine Alternative zu nennen. Das wäre dasEnde für den echten Norden. Über die Gründe schweigt der Antrag – dazu konnte man ja auchgenug in der Presse lesen.Viele, gerade private Anbieter im Tourismusbereich, sind sich mit der antragstellenden Fraktionsehr einig: Auch sie meinen, dass sie Werbung gar nicht nötig hätten. Schließlich würden ihreStammgäste jedes Jahr wieder kommen und gleich wieder für das nächste Jahr buchen.Investitionen in moderne Ausstattung oder der Eintrag ins Gastgeberverzeichnis sind für solcheSchlaumeier nur heraus geschmissenes Geld. Genau diese Anbieter verschwinden aber vomMarkt. Da mag man noch so lange Jahrzehnte Stammgäste haben; einmal werden diese nichtmehr kommen, wenn die sanitären Anlagen zu eng für Stock oder Rollstuhl sind.Nibelungentreue im Tourismus gibt es nicht. Die Tendenz geht zu Kurzurlauben, die oft sehrspontan, manchmal von einem Tag zum nächsten gebucht werden. Das läuft in der Regel via 2Internet. Dort punkten Anbieter, die ins Marketing investiert haben und deren Pension auf denentsprechenden Seiten zu finden ist. Übrigens sind in Schleswig-Holstein die Einträge in denentsprechenden Portalen unseres Landes wie beispielsweise „meer.zeiten“ ausgesprochenkostengünstig. Dort können Privatunterkünfte mit Text und ansprechenden Fotos netzweit aufsich aufmerksam machen. Die Zeichen sind eindeutig: Langfristig werden nur die Anbieter aufdem Markt bestehen können, die in modernes Marketing investieren.Die Fakten gerade im Tourismusbereich sprechen Bände. Ohne Standort-Marketing geht es nicht.Insgesamt wetteifern alle Regionen mit einfallsreichem und professionellem Marketing für sich.Nicht zuletzt deswegen steigen die Buchungszahlen in Deutschland nach einer langenDurststrecke endlich wieder an. Das gilt allerdings nicht überall. Destinationen wie dieerfolgsverwöhnte Insel Sylt müssen erkennen, dass sich wirklich überhaupt nichts von selbstverkauft. Zu Jahresanfang konnte man lesen, dass in Sylt die Übernachtungszahlen seit 2009 ummehr als 3% gesunken sind. Der Insel der Reichen und Schönen, die sich bislang fast von selbstvermietete, bleiben die Gäste weg. Der Grund ist ganz einfach: Die Gäste vermuten andernortsbessere Angebote, weil diese besser vermarktet wurden. Dort allerdings, wo auf der Inselordentlich die Werbetrommel gerührt wird, wie im neuen Arosa-Hotel in List, stiegen die Zahlen.Das heißt, dass dort, wo Standortmarketing betrieben wird, sich das in höhereÜbernachtungszahlen niederschlägt und damit ganz klar auszahlt.Diese Beispiele zeigen: Wer das Standortmarketing einstellt, schneidet sich ins eigene Fleisch.Schleswig-Holstein ist ein attraktives Ferienziel, das mit abwechslungsreichen Angebotenunterschiedliche Zielgruppen anspricht. Das muss kommuniziert werden und das heißt nichtsanderes als aktive Vermarktung oder Standortmarketing mit einer Standortkampagne.Man kann sicherlich streiten über den Slogan des Standortmarketings. Aber genauso kann mansich über den Geschmack von Broccoli streiten. Einige können ihn nicht ausstehen – ich gehöreübrigens nicht dazu – aber ohne Zweifel ist Broccoli gesund, weil er unter anderem Kalium,Kalzium und Eisen enthält. Broccoli ist gesund, schmeckt aber nicht. Genauso verhält es sich mitdem Slogan. Der Slogan mag nicht jedermann gefallen, aber unbestritten macht er Schleswig- 3Holstein bekannt. Das stellt auch die antragstellende Fraktion nicht in Abrede. Und genau das istdoch auch das Ziel eines effektiven Standortmarketings. Das richtet sich übrigens nicht nur anTouristen, sondern auch an qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ob ein Ingenieurnach Schleswig-Holstein kommt oder eine Familie hier ihr Häuschen baut, hängt auch mit demImage unseres Landes zusammen. Darum ist Standortmarketing einfach geboten.Sicherlich sollten wir in absehbarer Zeit die Wirksamkeit der Kampagne überprüfen und fragen,ob sich der Einsatz lohnt. Bis dahin sollten wir uns allerdings davor hüten, unsere eigeneKampagne schlecht zu reden. Damit arbeiten wir letztlich nur anderen Regionen in die Hände.Ebenso kommt es nicht infrage, die Kampagne einzustellen und gar nicht mehr für Schleswig-Holstein zu werben.