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Lars Harms: Die Schuldenproblematik löst sich nicht in Luft auf
Presseinformation Kiel, den 20. Februar 2014Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 14 Tilgungsplan für die Altschulden des Landes aufstellen Drs. 18/1549 „Schuldenproblematik löst sich nicht in Luft auf“Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass wir über einen Altschuldentilgungsplan hierin diesem Haus debattieren. Nun – endlich- hat die neue Bundesregierung in ihremKoalitionsvertrag festgeschrieben, dass eine Bund-Länder-Kommission bis zur Mitteder Legislaturperiode einzurichten ist. Der Altschuldentilgungsfonds ist das richtigeInstrument und deswegen hat sich Schleswig-Holstein in der Vergangenheit aufBundesebene auch für dieses Instrument stark gemacht. Mit Erfolg. Die ersten Schrittesind also gemacht. Jedoch kann es in dieser Hinsicht gar nicht schnell genug gehen.Denn die Zeit ist in diesem Fall nicht auf unserer Seite, sie läuft gegen uns. Bis 2019bleibt nicht mehr viel Zeit. Dann läuft der Solidarpakt aus. Was danach geschehen sollist noch nicht geklärt. Dass sich die Schuldenthematik dann plötzlich wie aus demNichts in Luft auflöst, bezweifle ich. Leider haben noch nicht alle diesenHandlungsbedarf erkannt, vor allem in einem der südlichsten Bundesländer besteht 2noch an Aufklärungsbedarf. Dort ist man offensichtlich immer noch der Meinung, esginge nur um eine „Phantomdebatte.“ Denn auf eines können wir uns hier im Haus,glaube ich, alle einigen: Trotz der relativen konjunkturellen Erholung und dererfreulichen Entwicklung der Steuer- und Zensuseinnahmen ist die strukturellefinanzielle Situation des Landes immer noch angespannt und die Schulden werdenauch nicht automatisch weniger. Wir können nicht mehr, wie in den letztenJahrzehnten, dem Schuldenberg beim Wachsen zugucken. Schließlich geht es hier nichtnur um unsere Generation, sondern auch um die zukünftigen. Deswegen musssystematisch vorgegangen werden. In diesem Zusammenhang könnte gegebenenfallseine interfraktionelle Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die sich mit der Erstellungeines genauen Zeit- und Maßnahmenplan im Rahmen der Altschuldenregulierungbefasst. Ein Prozess, der ganz eng in Zusammenarbeit zwischen Landesregierung undden Vertretern vom Landtag angegangen werden sollte. Ähnlich wie es bei derVerankerung der Schuldenbremse war. Damit die öffentlichen Haushalte, das heißt dasLand sowie auch die Kommunen, nachhaltig die Zinslast minimieren können. In einemsolchen Arbeitsprozess könnte dann auch geklärt werden, wie eine vernünftigerechtliche Implementierung aussehen könnte. Zudem könnte müsste man einmaldarüber nachdenken, ob man den Zinssatz bei dieser Geschichte mit rein nimmt, oderob das Land diesen ganz souverän übernimmt. Unser Land zahlt jährlich etwas mehrals 950 Milliarden Euro an Zinsen. Das sind in etwa zehn Prozent der Gesamtausgaben.Das ist ein enormer Klotz am Bein, den wir da seit Jahren mit uns rumschleppen. Wennwir hier den Solidarzuschlag zur Tilgung von Schulden nutzen würden, dann könntenwir den Haushalt auf Sicht strukturell um 100 bis zu 200 Millionen Euro jährlichentlasten. So würden wir auch wieder Raum gewinnen, für Investitionen in unseremLand. Investitionen wie etwa für die Kitas, oder die Straßensanierung oder auch für 3unsere Hochschulen. Der einzige Weg zu einem finanziell stabilen Land ist, einsystematischer Abbau der Altschulden, die uns jährlich Unsummen an Zins und Tilgungkosten. Für einen nachhaltig sanierten Haushalt und gleichzeitig für ein sozialverantwortliches Handeln brauchen wir einen Altschuldentilgungsfonds für die Länderund Kommunen. Dafür sollten wir uns alle einsetzen.