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19.03.14 , 15:29 Uhr
B 90/Grüne

Marlies Fritzen zur Zukunft der Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Es gilt das gesprochene Wort! Pressesprecherin Claudia Jacob TOP 22 – Zukunft der Theaterlandschaft Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 in Schleswig-Holstein 24105 Kiel Sc Telefon: 0431 / 988 - 1503 Dazu sagt die kulturpolitische Sprecherin Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 von Bündnis 90/Die Grünen, presse@gruene.ltsh.de Marlies Fritzen: www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 116.14 / 19.03.2014
Mit Kreativität neue Wege finden Sehr verehrte Damen und Herren,
vom Theater kann man immer gut mit einem Zitat des großen Theatermachers Bert Brecht sprechen, also will ich das tun: Er sagte:
„Das Theater darf nicht danach beurteilt werden, ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt, sondern danach, ob es sie zu ändern vermag“ (aus: Politik auf dem Theater)
Nun, übertragen auf die aktuelle politische Bühne heißt das: - Die Ratsversammlung der Stadt Schleswig hat entschieden und sie hat dies ge- gen eine von der Landesregierung favorisierte Lösung getan - Die Entscheidung ist unterschiedlich begründet, letztlich aber wurde sie von de- mokratisch gewählten Stadtverordneten gefällt und dies zu respektieren ist eine Selbstverständlichkeit - Die Entscheidung bedeutet – auch wenn das von manchen Akteuren suggeriert wird – noch lange nicht das aus für das Landestheater, sie kann und muss nun auch als Herausforderung und Chance für einen Neuanfang begriffen werden.
Was heißt Neuanfang: Die Konstruktion des Landestheaters ist kompliziert, die Ent- scheidungsfindung nicht für jeden gleichermaßen transparent, seit 2010 kämpft es mit dem Konkurs.
Wollte man den nicht tragfähigen Untergrund des Lollfuß zur Metapher für die Situation des Landestheaters insgesamt erheben, niemand könnte dem 100prozentig widerspre- chen.
Aber „Totgesagte“ leben bekanntlich länger und deshalb plädiere ich wie meine grünen KollegInnen in Schleswig dafür, vor der Standortfrage die Strategie- und Strukturfrage zu klären. Vor der Form also die Inhalte zu thematisieren und zu überdenken.

Seite 1 von 2 Warum nicht einen Prozess in Gang setzen, der danach fragt - Wen man als ZuschauerIn gewinnen will, also Zielgruppen zu identifizieren - Welches Repertoire braucht es dazu - Wie viele Spielstätten braucht man oder wie viele kann bzw. will man sich leisten - Müssen alle Sparten an jedem Ort aufführbar sein - Gibt es weitere mögliche Spielorte, die nicht immer die große Theaterbühne sein muss - Brauchen wir ein großes Orchester?
Damit stelle ich das Landestheater als Angebot in der Fläche nicht in Frage, aber ich bin überzeugt, dass man sich diesen Fragen stellen muss und dies vermut- lich/möglicherweise intern auch schon tut.
Wichtig wäre – und dies ist mein Argument gegen den Antrag der Fraktion der Piraten – dass dies mit den Beteiligten diskutiert und nicht von außen aufgestülpt wird. Wir brau- chen keine Evaluation der bestehenden Situation. Die wird im Theaterkonzept der Lan- desregierung umfänglich beschrieben.
Wichtig ist vielmehr, die Debatte darüber, wie es jetzt weitergehen kann, breit in der Gesellschafterversammlung und schließlich in den beteiligten Kommunen zu führen. Denn letztlich sind es wieder die kommunalen Verantwortungsträger, die das nötige Geld dafür bewilligen müssen.
Und wir haben gesehen, dass dies – trotz aus meiner Sicht in diesem Fall durchaus gu- ter Unterstützung durch das Land – angesichts der Finanzlage in Schleswig schwer fällt.
Ich bin überzeugt: Mit Kreativität, aber auch langsam wieder etwas abgekühltem Kopf, werden sich neue Wege finden. Die bisherige Gewohnheit des Publikums wird dadurch möglicherweise geändert, aber vielleicht führen diese Wege zu einem dauerhaft siche- reren Untergrund für das Landestheater.


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