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Jette Waldinger-Thiering: Flüchtlinge von Anfang an in unsere Gesellschaft integrieren
Presseinformation Kiel, den 21. März 2014Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 39+42 Wohnraumversorgung für Flüchtlinge verbessern & Menschenwürdige Unterbringung sichern! Drs. 18/1455 (neu), 18/1543, 18/1142 (neu), 18/1631 „Flüchtlinge von Anfang an in unsere Gesellschaft integrieren“Wie wir schon mehrfach gehört haben, steigt die Zahl der Flüchtlinge in Schleswig-Holstein stark an. Dass dies auch erhöhte Ansprüche an die Kommunen stellt, ist klar.Von daher begrüßen wir vom SSW, dass das Innenministerium derzeit daran arbeitet,sämtliche Erlasse bezüglich der Gemeinschaftsunterkünfte zu korrigieren. So sollen inZukunft Kreise sowie kreisfreie Städte eine Zuwendung für Ein- und Herrichtungbekommen, auch wenn diese durch Dritte durchgeführt wird. Des Weiteren begrüßenwir es, das man nun die bestehenden Regelungen, die die Unterbringungsstandardsbetreffen, konkretisieren wird und man gleichzeitig auch für Flexibilität sorgen will.Sicher keine ganz einfache Aufgabe. Doch gemeinsam mit den Vertretern derKommunen, den Ämtern sowie den Beauftragten wird diese Aufgabe sicherlich vorangetrieben werden. An dieser gemeinsamen Strategiewollen wir festhalten, unabhängig davon, was in punctoFlüchtlingsanzahl in Zukunft auf uns zukommen mag.Dass wir jetzt ein Mehr an Flexibilität brauchen, machen dieZahlen deutlich. Ein erster Blick ist dafür völlig ausreichend.2012 nahm Schleswig-Holstein 2.277 Asylbewerber auf. Imletzten Jahr waren es rund 3.700. Dies ist zweifelsohne eine große Herausforderung.Deshalb brauchen die Kommunen hierfür unsere Unterstützung. Die intensiveZusammenarbeit zwischen den Kommunen und dem Innenministerium bietet für dieseUnterstützung eine wichtige Grundlage. Das Ziel ist dabei klar: Was das Land braucht,ist jetzt ein Plus an Unterbringungsmöglichkeiten. Bei der Frage nach Quantität, darfdie Frage nach Qualität jedoch nicht über Bord geworfen werden. Ein anderer, entscheidender Punkt für uns vom SSW ist, dass Asylbewerber undFlüchtlinge dezentral untergebracht werden. Dass dies nicht immer sofort erfolgenkann, gerade bei der jetzigen hohen Anzahl an Menschen, die untergebracht werdenmüssen, ist nachvollziehbar. Der Einsatz von Wohncontainern kann den Bedarfjedenfalls kurz- und mittelfristig decken. Doch hier möchte ich nochmal betonen, dassder SSW eine solche Handhabung nur als eine Notlösung ansieht. Wohncontainerkönnen und sollten keine Dauerlösung sein.Wenn wir uns einer ehrlichen dezentralen Unterbringung nähern wollen, dann musseine eventuelle abgrenzende Struktur unbedingt vermeiden werden. Die Flüchtlingeund Asylbewerber müssen sichtbar sein. Sichtbar im Sinne von Offenheit undEinbindung in ihre Umgebung. Zudem muss eine Infrastruktur vorhanden sein, die dasTeilhaben am sozialen Leben erst möglich macht. Behörden, Ärzte und Organisationenmüssen leicht zu erreichen sein. Das gleiche gilt für die Bürgerinnen und Bürger inSchleswig-Holstein, auch sie sollten für den sogenannten Fremden erreichbar sein.Denn schließlich geht es um die Partizipation von allen. So kann integrationsorientierteUnterbringung funktionieren. Denn eines ist klar: Viele von denen, die kommen, werdenauch längerfristig bleiben. Und deshalb müssen wir die Flüchtlinge schon von Anfangan in unsere Gesellschaft integrieren.Es zeigt sich also, dass eine Unterbringung mehr ist, als nur ein Dach über den Kopf. Esist ein erster Schritt in die soziale Gemeinschaft. Flüchtlingspolitik ist mehr als dasZuweisen von Unterkünften, sie ist eben auch Integrationspolitik. Diese beiden Aspektekann man nicht voneinander trennen. Sie müssen daher gemeinsam getragen werden.Dazu haben wir uns im Koalitionsvertrag verpflichtet. Die Landesregierung setzt dies nun um. Eine solche Richtlinie stand in der Vergangenheit nicht immer auf derTagesordnung. Denn noch vor einigen Jahren (2009) war in einer Vorbemerkung ineiner großen Anfrage die Unterbringung in einer Zentralen Unterkunft noch alsalternativlos darstellt worden. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass dieLandesregierung sich auf den Weg gemacht hat, die Leitlinie der rot-grün-blauenKoalition mit Leben zu füllen.