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Flemming Meyer: Hut ab vor der Leistung der Bürgerbeauftragten und ihres gesamten Teams
Presseinformation Kiel, den 09.04.2014Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 44 Bericht der Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten für das Jahr 2013 Drs. 18/1525 „Hut ab vor der Leistung der Bürgerbeauftragten und ihres gesamten Teams“Wenn ich mir den aktuellen Bericht der Bürgerbeauftragten anschaue und mir vergangeneTätigkeitsberichte vor Augen führe, habe ich ehrlich gesagt sehr gemischte Gefühle. Es stehtvöllig außer Frage, dass Frau Wille und ihr gesamtes Team mit größtem Engagement an ihreArbeit gehen. Wir sehen aber, dass die Zahl der Eingaben stetig steigt. DieArbeitsschwerpunkte haben sich dabei kaum verändert. Und auch wenn die Beauftragte mitihren Mitarbeitern immer mehr Bürgerinnen und Bürgern bei ihren Problemen helfen kann, istdas natürlich nicht nur Grund zur Freude. Denn ich denke, unser eigentliches und gemeinsamesZiel sollte es sein, die Institution Bürgerbeauftragte für Soziale Angelegenheiten nach und nachüberflüssig zu machen.Leider sind wir davon meilenweit entfernt. Das Gegenteil ist der Fall: Auch dieser Bericht ist eineindeutiger Beweis dafür, dass wir vor gewaltigen Problemen im Sozialbereich stehen. Ohne die wertvolle Beratungsarbeit der Bürgerbeauftragten würden natürlich noch viel mehrBürgerinnen und Bürger an der Sozialgesetzgebung und ihrer Auslegung verzweifeln. Der SSWdankt Frau Wille und ihrem Team daher ausdrücklich für diesen großen Einsatz. Grundsätzlichaber kann es keinen Zweifel daran geben, dass die Zahl der Menschen, die sich mit einemProblem an die Beauftragte wenden, viel zu hoch ist. Und wenn wir ehrlich sind, lässt dieseEntwicklung nur einen Schluss zu: Wir brauchen dringend eine grundlegende Reform derSozialgesetzgebung.Eine traurige Erkenntnis, an der wir auch dieses Jahr nicht vorbeikommen, ist, dass der Bereichrund um das Sozialgesetzbuch II wieder Spitzenreiter unter den Eingaben ist. Damit wirdüberdeutlich, dass die Probleme beim Verwaltungshandeln und bei der Gesetzgebung nichtgelöst sind. Den Mitarbeitern in der Arbeitsverwaltung fehlt es offenbar bis heute anOrientierung und an Sicherheit im Umgang mit dem viel zu komplexen Regelwerk. Aus Sichtdes SSW ist und bleibt die Hartz-IV-Gesetzgebung ungenügend. Deshalb bleiben wir auchdabei: Der Bereich rund um das SGB II muss endlich grundlegend im Sinne der Hilfebedürftigenverändert werden.Ich will noch einmal daran erinnern, dass mit der Einführung der Hartz-IV-Gesetze nicht zuletztdas Ziel verbunden war, ein besseres Verhältnis zwischen den Komponenten „Fördern“ und„Fordern“ zu erreichen, wo das „Fördern“ klar die höhere Priorität haben sollte. Umsoenttäuschender ist es, dass sich die Probleme in diesem Teilbereich so hartnäckig halten. Auchwenn diese Aufgabe mühsam erscheinen mag, ist dieser Ansatz zentral. Denn ohne diePriorität des „Förderns“ wird es kaum gelingen, den Menschen echte berufliche Chancen zugeben. SSW, Grüne und SPD sehen hierzu keine Alternative. Das bloße verwalten derArbeitsuchenden darf keinem von uns genügen. Doch der Bericht von Frau Wille zeigt leidermehr als deutlich, dass sich bis heute noch viel zu viele Ratsuchende alleine gelassen undhilflos fühlen. Ich denke, die Bürgerbeauftragte hat auch für das vergangen Jahr deutlich genug gemacht, wodie Großbaustellen im Sozialbereich liegen. Glauben Sie mir: Mit den Möglichkeiten, dieseProbleme zu lösen, setzen sich die Koalitionspartner intensiv auseinander. Wir sind derBürgerbeauftragten für diese und weitere Anregungen dankbar. Eines will ich hier aberbesonders hervorheben: Unsere Bürgerbeauftragte hilft nicht nur all jenen Menschen, die sichim Dickicht der Sozialgesetze verirrt haben. Sie legt auch öffentlich den Finger in die Wunde.Durch sie haben die Schwächsten in unserer Gesellschaft eine Stimme. Für sie macht sich FrauWille schon seit vielen Jahren stark. Für diesen Einsatz und die stets gute Zusammenarbeitdanke ich von ganzem Herzen.