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Lars Harms: Horizonte öffnen, nicht nur für Akademiker!
Presseinformation Kiel, den 10. April 2014Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 21 Horizonte öffnen – Fachkräfte willkommen heißen Drs. 18/1732 „Horizonte öffnen, nicht nur für Akademiker!“ „ Jeder soll die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme bekommen, unabhängig von Ersparnissen, Herkunftsland oder Ausbildungsabschluss“Dass wir in Schleswig-Holstein Fachkräfte willkommen heißen wollen und dies auchtun, darüber besteht Einigkeit. Dass dies gleichermaßen auch für Migranten undFlüchtlinge gilt, leuchtet unserer Meinung nach ein. Jedoch sollte an dieser Stelledarauf aufmerksam gemacht werden, dass man diese Gruppen nicht immergleichsetzten kann. Denn für uns als SSW sollte auch selbstverständlich sein, dass wiralle Menschen in unserem Land willkommen heißen – unabhängig vom beruflichenoder Ausbildungsstatus. Denn nicht jeder Asylbewerber oder Migrant ist eine 2sogenannte Fachkraft. Er kann vielleicht auch nicht umgehend einen Status alsFachkraft erlangen. Trotzdem verdient dieser Berücksichtigung und Anerkennung.Der vorliegende Antrag spricht von Fachkräftemangel, Blue Card undHochschulabsolventen aus Drittstaaten. Wovon er nicht spricht ist dasAnerkennungsgesetz. Ich bin mir sicher, dass wir einige Fragen von heute auch in diemorgige Plenumsdebatte zum Anerkennungsgesetz mit einfließen lassen können, oderbesser gesagt: sollten.Der Antrag von heute nimmt einige Vorschläge aus Nürnberg auf. So hat der dortigePräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eine Eingangsprüfung nochvor dem eigentlichen Asylverfahren angeregt. So könnten Fachkräfte in seinen Augenraus gesammelt werden, um sich so ein wahrscheinlich erfolgloses Asylverfahrenersparen zu können. Rosinenpickerei könnte man dazu sagen. Wir vom SSW wollenweder gut ausgebildete Asylbewerber auf dem Arbeitsmarkt bevorzugen, noch wollenwir darüber urteilen, was eine „gute“ und eine „weniger gute“ Ausbildung ist. DasVerfahren wirkt beinahe so, als ob ein Asylbewerber mit einer „guten“ Qualifizierungaus wirtschaftlichen Gründen plötzlich mehr Wert ist, als ein Bewerber, der in seinemLebenslauf weniger „gute“ Punkte vorzuweisen hat. Die Vorschläge des PräsidentenSchmidt sind aus unserer Sicht gut gemeint aber eben auch mit Vorsicht zu genießen,schließlich dürfen wir nie vergessen, worum es hier eigentlich geht: Nämlich umMenschen. Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um sich bei uns eine stabilereZukunft aufzubauen zu können. Dazu gehört unserer Meinung nach auch das Arbeiten.Ein Arbeitsplatz ist mehr als nur der Verdienst des täglichen Brots. Es kann zu einemsozialen Netzwerk werden und fördert die Akzeptanz und Integration mit Blick auf dieVerbindung zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen. 3Vor allem trägt ein Arbeitsplatz aber auch dazu bei, soziale Kosten zu verringern.Diesen Ansatz dürfen wir nicht vernachlässigen, denn die Erfahrung zeigt, dass diemeisten Asylbewerber hier bei uns bleiben. Dann sollten wir auch Ihnen Möglichkeitenschaffen, dass sie auf eigenen Füßen stehen können. Für uns als SSW geht es darum,dass jeder der hierher kommt, die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme bekommt und dasunabhängig von Ersparnissen, Herkunftsland oder Ausbildungsabschluss. Jeder Tagzwischen Warteschleife und Verschiebebahnhof ist ein verlorener Tag. An dieser Stellemüssen Arbeitsvermittlung und Sprachkurse greifen. In diesen Fällen müsste es primärum gehen und nicht um PC-Kursvermittlung. Des Weiteren ist wichtig, dassSprachkurse umgehend angeboten werden und diese Sprachkurse sollten nicht nurunsere Sprache vermitteln, sondern auch die hiesige Kultur veranschaulichen. Wirmüssen dazu beitragen, dass diese Menschen zu einer Perspektive in unserem Landgelangen können. Und das setzt voraus, dass alle die Chance auf Arbeit so früh wiemöglich bekommen und dass wir ihnen die Möglichkeit geben, die deutsche Sprache zulernen und sich die hiesige Kultur so schnell wie möglich anzueignen. Nur wenn wirehrlich sind und anerkennen, dass die meisten Asylbewerber bei uns bleiben, werdenwir eine vernünftige Integrationspolitik hin bekommen. Wir als SSW machen da keinenUnterschied zwischen gut qualifizierten und weniger gut qualifizierten Asylbewerbern.Uns geht es ausschließlich um Menschen.