Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

15.05.14 , 17:40 Uhr
B 90/Grüne

Rasmus Andresen zum Länderfinanzausgleich

Presseinformation

Es gilt das gesprochene Wort. Landtagsfraktion Schleswig-Holstein TOP 17+36+43 – Länderfinanzausgleich Pressesprecherin Claudia Jacob Dazu sagt der finanzpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Rasmus Andresen: Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 211.14 / 15.05.2014


Die Zeit drängt: Bund-Länder-Kommission muss zügig ihre Arbeit aufnehmen
Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, einen interfraktionellen Antrag zum Umgang mit Altschulden einzubringen. Wir bekräftigen damit unser klares Bekenntnis zur Altschuldentilgung und unseren Einsatz für einen Altschuldentilgungsfonds von August 2013.
Die Zinslasten sind eine große Bürde für den Landeshaushalt, weit über 2020 hinaus. Wir spre- chen über Zeiträume, die politisch kaum zu überblicken sind. Bei allem was uns haushaltspoli- tisch trennt, es ist gut, hier einen gemeinsamen Weg zu gehen.
Die Einrichtung eines Altschuldentilgungsfonds lässt sich nicht isoliert betrachten, sie ist eine von vielen Maßnahmen, die die Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Län- dern betreffen.
Die vom Bund angekündigte Bund-Länder-Kommission muss zügig ihre Arbeit aufnehmen, denn die Zeit drängt. 2019 laufen mehrere Vereinbarungen aus, die für die Haushaltskonsoli- dierung entscheidend sind. Dazu gehören der Länderfinanzausgleich, die Verwendung der Mit- tel des Solidaritätszuschlags und verschiedene vertikale Finanzströme.
Wir setzen uns mit unserem Antrag dafür ein, dass diese Verhandlungsprozesse transparent und unter Einbeziehung der Länderparlamente und Kommunen stattfinden. Wer es mit Bund- Länder-Finanzbeziehungen ernst meint, muss die Verhandlungen in Berlin auf breitere Füße stellen.
Seite 1 von 2 Es wird in der Debatte auch um Kompetenzfragen gehen müssen. Nicht alles ist in den Ländern besser aufgehoben, gleichzeitig brauchen die Länder bei der Aufgabenerfüllung für andere Be- reiche mehr Mittel vom Bund. Wir halten deshalb an unserer Forderung fest, dass das Koope- rationsverbot abgeschafft wird. Zur Not auch erst mal nur für den Hochschulbereich.
Bei der Steuerverwaltung macht mehr Bundeskompetenz Sinn. Es ist nicht sinnvoll, dass die Länder die Kosten der Steuerprüfung tragen, aber keinen ausreichenden finanziellen Anreiz haben Steuerdelikte aufzudecken, weil die Einnahmen zum Großteil nach Berlin wandern.
Das Mindestmaß muss sein, dass Kosten für Steuerverwaltung beim Länderfinanzausgleich abgezogen werden. Alles andere bevorteilt Länder, die Wettbewerbspolitik mit schlecht ausge- statteten Steuerverwaltungen betreiben. Das muss endlich ein Ende haben.
Wir wollen auch, dass in der Bund-Länder-Kommission Lösungen gefunden werden den Sanie- rungsstau abzubauen und Ländern und Kommunen den Spielraum zu geben, notwendige Zu- kunftsinvestitionen in Bildung und Breitbandausbau durchzuführen.
Wir Grüne wollen auch weiter denken. Es darf aus unserer Sicht Ländern beim Finanzausgleich nicht zum Nachteil werden, wenn Sie sich entscheiden zu fusionieren. Statt an einzelnen Steu- erschrauben zu drehen, wollen wir die Verteilung des Steueraufkommens bis zu einer Neuver- teilung der unterschiedlichen Steuerarten grundlegend diskutieren. Wir müssen hier mutiger werden, um voranzukommen.
Leider geht der FDP-Antrag zum Finanzausgleich in die völlig falsche Richtung. Sie fordern, dass Zuweisungen aus dem Länderfinanzausgleich ausschließlich für Investitionen verwendet werden dürfen.
Interessant ist auch, dass der größte Knick bei der Investitionsquote durch den Sparhaushalt 2011/2012 mit einem Minus von 18,6 Prozent bei den Investitionsausgaben eingetreten ist. 2014 verzeichnen wir, gerade bei den eigenfinanzierten Investitionen, sogar ein leichtes Plus von 3,4 Prozent.
Wir Grüne sehen das Absenken der Investitionsquote auch kritisch. Wer allerdings der alten In- vestitionsquote hinterherläuft, handelt zukunftsfeindlich. Die beste Investition in die Zukunft des Landes ist Bildung. Bildungsausgaben werden aber gar nicht in die Investitionsquote einge- rechnet.
Aus Grüner Sicht müssen wir mutig denken - in Bildung und Klimaschutz investieren, umwelt- schädliche Subventionen abbauen und eine Steuerreform angehen, wo strukturell mehr Ein- nahmen für Kommunen und Länder übrig bleiben. Das bedeutet auch, bestehende Strukturen in Frage zu stellen. Tabus darf es nicht geben. Man kann nur hoffen, dass dazu alle den Mut haben.
***


2

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen