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Flemming MeyerSolidaritätsprinzip ist alternativlos - Stärkere Schultern müssen auch in Zukunft stärker belastet werden
Presseinformation Kiel, den 16.05.2014Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 22 Gesundheitsfonds abschaffen – Beitragsautonomie den Krankenkassen zurückgeben Drs. 18/1852 „Solidaritätsprinzip ist alternativlos - Stärkere Schultern müssen auch in Zukunft stärker belastet werden“In einer solidarischen Gesellschaft muss auch das Gesundheitswesen, die Krankenversorgungund ihre Finanzierung, nach den Prinzipien der Solidarität aufgestellt sein. Das heißt für michauch, dass die starken Schultern stärker belastet werden müssen als die Schwachen, und dassalle dabei sein müssen. Dies ist bei dem komplexen Thema in der Praxis schwer umsetzbar -gibt es doch so viele unterschiedliche Interessen und Ideen. Wie Sie wissen, haben wir uns inden Koalitionsverhandlungen in Schleswig-Holstein auf die Bürgerversicherung als Weg zudiesem Ziel geeinigt. Der Gesundheitsfonds, den die FDP in ihrem Antrag ins Visier nimmt, istein Kompromiss der damaligen großen Koalition im Bund. Ein Kompromiss zwischen den zweirivalisierenden Modellen einer Bürgerversicherung und der Gesundheitsprämie. Und es liegt inder Natur der Sache, dass ein Kompromiss nie das Gelbe vom Ei ist. Deshalb möchten einigeden Fonds abschaffen, und wir wollen ihn weiterentwickeln. 2Sicher gibt es Gründe, den Gesundheitsfonds kritisch zu sehen. Aber die von der FDP hier aufLandesebene beantragte Abschaffung ist für uns eindeutig ein Schritt in die falsche Richtung.Ich will nur mal daran erinnern, dass in diesen Fonds auch Bundeszuschüsse aus Steuermittelnfließen. Und zwar in einer nicht unerheblichen Größenordnung von 14 Milliarden Euro jährlich.Diese Bundeszuschüsse an die GKV werden für so genannte versicherungsfremde Leistungengezahlt. Hierzu gehören zum Beispiel einige Leistungen für Mutterschaft und Schwangerschaftoder die beitragsfreie Familienversicherung von Kindern und Ehegatten. Diese Leistungenwerden durch den Bundeszuschuss zumindest in Teilen kompensiert. Eins ist klar: Auf diesenBeitrag können und wollen wir nicht einfach verzichten. Auch wenn die FDP in ihremÄnderungsvorschlag den Paragraphen 221 nicht mehr nennt, ist er Bestandteil desGesundheitsfonds.Leider lässt sich auch das Ziel einer Bürgerversicherung nicht einfach auf Landesebeneerreichen. Und wir müssen akzeptieren, dass sich hierfür nicht so schnell die erforderlicheMehrheit im Bund finden wird. Die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung -beziehungsweise der Versicherten - in Deutschland lässt für uns aber nur einen Schluss zu: InZeiten, in denen die Basis der Beitragszahler schrumpft und das Alter der Bevölkerungzunimmt, brauchen wir mehr Solidarität und nicht weniger. Der Markt allein kann es ebennicht regeln. Aus diesem Grund bitten wir die Landesregierung, sich in Berlin für einedemografiefeste Finanzierung der solidarischen gesetzlichen Krankenversicherungeinzusetzen.Der Gesundheitsfonds wird von vielen pauschal als Bürokratiemonster bezeichnet. Wie gesagt:Die Kritik ist in mancher Hinsicht sicher begründet. Aber mit Blick auf die mitunter sehrunterschiedliche Mitgliederstruktur der Krankenkassen halte ich zumindest dieAusgleichfunktion des Fonds für sehr wichtig. Dass Krankenkassen mit vielen älteren undkranken Versicherten mehr Gelder erhalten, als Kassen mit vielen jungen und gesunden 3Mitgliedern, ist nur fair. Unter den gegebenen Bedingungen halte ich diesen Eingriff fürunverzichtbar.Doch losgelöst von den Forderungen der FDP hier im Land ist eins enorm wichtig. Angesichtsder demografischen Entwicklung und der steigenden Kosten im Gesundheitsbereich müssenwir uns schleunigst Gedanken darüber machen, wie wir die Finanzierungsbasis erweitern. AusSicht des SSW muss hierfür der Anteil aus Steuermitteln erhöht werden. Und nicht zuletztmuss auch das Auseinanderdriften der Anteile von Arbeitgebern und Arbeitnehmernverhindert werden. Die getroffene Vereinbarung auf Bundesebene, wonach weitereKostensteigerungen ausschließlich von den Arbeitnehmern zu tragen sind, muss dringendkorrigiert werden. Sonst wird die Aufgabe, die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherungnachhaltig zu stabilisieren, sehr schwer werden.