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Lars Harms: Einsparungen sind kein Grund zum Jubeln, jedoch auch kein Anlass zur Verzweiflung
Presseinformation Kiel, den 16. Mai 2014Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 25 Sicherheit gewährleisten – Personalabbau bei der Polizei stoppen Drs. 18/1855 „Einsparungen sind kein Grund zum Jubeln, jedoch auch kein Anlass zur Verzweiflung.“Eine Sparpolitik, die die Landesbeamten und somit auch die Polizeibeamten vollständigumschifft ist illusorisch. Sparen kann ohne Entbehrungen nicht funktionieren. Jeder,der schon mal Monat für Monat einen bestimmten Betrag zur Seite legen wollte odermusste, kann davon ein Lied singen. Ja, wir werden Personalstellen in Zukunft undauch schon jetzt einsparen müssen. Das ist mit Sicherheit kein Grund zum Jubeln,jedoch auch kein Anlass zur Verzweiflung. Wir alle müssen sparen und es wird unsauch alle in der einen oder anderen Form betreffen. Die finanziellen Spielräumeverändern sich definitiv, doch ob das auch immer nur Schlechtes mit sich bringen muss,darüber kann man streiten. Dass die Polizei gänzlich kaputt gespart wird, das kann ichjedenfalls nicht erkennen. Kaputtsparen sieht, meiner Meinung nach, anders aus. Die 2Landespolizei bildet den zweitgrößten Personalkörper in unserem Land und ist von denEinsparungen im Vergleich mit anderen Bereichen nur marginal betroffen. Dass dieSicherheit in Schleswig-Holstein jetzt zusammenbricht, wage ich zu bezweifeln. Dochnatürlich wollen wir alle hier im Haus, die möglichen belastenden Aspekte dieserVeränderungen so gering wie möglich halten – falls diese denn auch eintreten werden.Damit dieser Prozess gelingen kann, muss und wird diese Erneuerung nach dem Prinzipder Partizipation ausgerichtet. Schließlich arbeiten die Beamten selbst mit an denneuen Strukturen. Minister Breitner ist in regelmäßigen Abständen vor Ort; so hat eretwa erst in der vergangenen Woche der Wasserschutzpolizei in Husum einen Besuchabgestattet. Der enge Kontakt ist wichtig und er funktioniert, denn er findet aufAugenhöhe statt.Im Übrigen ist dies keine neue Vorgehensweise. Schon in den vergangenenLegislaturperioden gab es Konzepte, wie der Personalabbau bewältigt werden kann.Schon damals hat man die Polizeidirektionen mit in die Beratungen einbezogen. Manhat sie sogar so stark mit einbezogen, dass sie für die Ausgestaltung der KonkretenMaßnahmen selbst zuständig waren. Dabei spielten dann nicht nur dieNotwendigkeiten des Personalabbaus eine Rolle, sondern eben auch strukturelleHerausforderungen. So hat man vor Ort intensiv diskutiert, ob kleine Polizeistationenim ländlichen Raum oder doch eher eine Zentralisierung der Kräfte an zentralen Orten,auch in ländlichen Raum, mehr Sinn macht. Die zweite Lösung ist zumindest was denRund-um-die-Uhr-Dienst und die Möglichkeiten zur Spezialisierung angeht, nicht vonvornherein die schlechteste Variante. 3Zwischen Wohnungseinbrüchen und EC-Kartenbetrug liegen manchmal Welten. VomEinzeltäter bis zum Briefkastenkonzern mit diversen Subunternehmen. Von einerKneipenschlägerreich bis hin zu Hochstaplern. Oft wird ein Verbrechen nicht bemerkt,obwohl man direkt davor steht. Oft wird ein Verbrechen für etwas ganz anderesgehalten, als es in Wirklichkeit ist. Deswegen ist eine Kriminalitätsstatistik zwarAussagekräftig, was die Tendenz in bestimmten Bereichen angeht. Aber wir sollten unsdavor hüten, immer absolute Zahlenvergleiche anzustellen. Damit kommen wir in derWirklichkeit nicht weiter. Natürlich wollen wir eine Aufklärungsquote in Schleswig-Holstein, so hoch wie möglich ist. Durch Spezialisierung und das Setzen vonSchwerpunkten könnte man etwas dafür tun, dass sich an den Aufklärungsquotenetwas zum Positiven verändert. Da ist die Landespolizei, glaube ich, auch auf einemguten Weg.