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Jette Waldinger-Thiering: Unterstützung der Forderung des Ministerpräsidenten nach Schaffung eines EU-Kommissars für Minderheiten
Presseinformation Kiel, den 19. Juni 2014Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-Thiering TOP 29 Unterstützung der Forderung des Ministerpräsidenten nach Schaffung eines EU-Kommissars für Minderheiten Drs. 18/1969 „Zu tun gibt es jedenfalls genug, genug um ein ganzes EU-Kommissar- Ressort auszufüllen.“Wie der Antrag schon verlauten lässt, hat der Ministerpräsident den Ruf nach einemEU-Kommissar für Minderheitenangelegenheiten unterstützt und somit seinerseitsbestätigt. Damit mehrt sich die Reihe der Unterstützer dieser Forderung. EineForderung, die aus den Reihen der Minderheiten gewachsen ist und sich entwickelt hat.Was sich anfangs als Forderung der Zuständigkeiten angegliedert an ein bestehendesKommissar-Ressort darstellte, entwickelte sich zu der Forderung, nach einem Amt, dassich gänzlich den autochthonen Volksgruppen und Minderheiten in der EU widmet.Dieser Wunsch hat sich mittlerweile weit verbreitet. So hat etwa unserLandesvorsitzender, mit Unterstützung der friesischen FNP, auf dem letzten Kongress 2der European Free Alliance (EFA) diese Forderung vorgetragen. Dieser wurde von den36 vollwertigen Mitgliedern, bestehend aus Regionalparteien, einstimmig beschlossen.Die EFA hat sich nun in einem Schreiben an José Barroso, den Präsidenten derKommission gewandt. Damit ist die Forderung dort hingelangt, wo sie auch wachsenund letztendlich verwirklicht werden soll; nämlich in der Kommission. Die Kommissionhat in der Vergangenheit verlauten lassen, dass man für diese Belange nicht zuständigsei und zum Teil wird auch die Notwendigkeit eines solchen Amtes angezweifelt. DieseAuffassung muss jedoch kein Blankoscheck für ein Abhacken dieses Ziels sein.Bündnispartner gibt es jede Menge. Nur sind die Enden auf politischer Ebene nochnicht ausreichend verknüpft worden. Die Verteilung der Ressorts ist Sache der EU-Staaten. Und genau an dieser Stelle müsste die Bundesregierung auf ihre Nachbarnzugehen. Dänemark wäre aus Schleswig-Holsteiner Sicht sicherlich der ersteAnsprechpartner. Jedoch ist die Diskussion anderenorts schon weiter. So haben sichetwa Vertreter der Regierungsparteien in Österreich für eine Einrichtung einesMinderheitenressorts ausgesprochen.In Bezug auf die EU-Kommission, muss dazu gesagt werden, dass so manches zumThema nationale Minderheiten schon vorhanden ist. Die Kommission fördert etwaMehrsprachigkeit und setzt sich dafür ein, dass Hürden beim Job- oderAusbildungswechsel über Grenzen hinweg abgebaut werden. Viele Kulturprojekte sinddurch EU-Mittel gefördert worden und bereichern den Alltag der Minderheit und auchder Mehrheit. Mit einer Zuständigkeit für nationale Minderheiten könnte man diesenKurs in eine neue Richtung lenken. Ein Weg, der das genaue Hinsehen beinhaltet. EinWeg, der Mehrsprachigkeit auch im Sinne von Minderheitensprachen und regionalenDialekten berücksichtigt. Dieses Amt könnte einen Ansprechpartner bieten, für 3diejenigen, die anderswo kaum zu Wort kommen. Ein Amt, das vermitteln, beobachtenund beraten könnte. Eine Institution die Informationen sammelt und auswertet. DieseVerrichtung ist in der Tat nicht neu. Neu jedoch wäre, den Blickwinkel – und damitmeine ich einen ehrlichen Blickwinkel - auf die Belange der nationalen Minderheitenund Volksgruppen zu richten. Zu tun gäbe es jedenfalls genug, genug um ein ganzesEU-Kommissar-Ressort auszufüllen. Die Frage der Notwendigkeit stellt sich für mich andieser Stelle jedenfalls nicht. Nun muss es in erster Linie darum gehen, dass sich dieLandesregierung entschlossen für dieses Anliegen bei der Bundesregierung starkmacht. Die Gelegenheit muss jetzt genutzt werden, denn sobald die Ressorts verteiltund die Personalien zugeteilt sind, ist es zu spät. Ich glaube dies hat dieLandesregierung auch verstanden. Wir als SSW, werden dieses Ziel, wie auch in derVergangenheit, nicht aus den Augen verlieren.