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Lars Harms: Der SSW will eine integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen
Presseinformation Kiel, den 11. 09. 2014Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 12+43 Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen Drs. 18/1142 (neu)„Unterbringung ist mehr als nur ein Dach über den Kopf. Es ist und bleibteine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft.“Zuerst möchte ich Minister Breitner einen recht herzlichen Dank aussprechen für denausführlichen Bericht. Die dargestellten Zahlen sprechen für sich. Die Unterbringungvon Asylbewerbern und Flüchtlingen ist zurzeit nicht ganz unkompliziert. Vor allemvon kommunaler Seite kann man derzeit ein lautes Rufen hören, aber auch, dass wirjetzt schon bei der Erstaufnahme auf Zelte zurückgreifen müssen, spricht Bände. DieLandesregierung verschließt Augen und Ohren nicht. Im Gegenteil, sie versuchtkonstruktive Lösungswege aufzuzeigen. Dies wird auch im Bericht dargestellt. In denletzten zwei Jahren ist das Ministerium, in Bezug auf den Austausch zwischen denkommunalen und länderspezifischen Behörden, systematisch vorangegangen. Eindichtes Netz an Diskussionen hat sich aufgetan. 2Die Kommunen stehen vor einem zusätzlichen Problem: Nämlich dem Mangel anWohnraum für Asylbewerber und Flüchtlinge sowie in einigen Fällen auch ein darüberhinaus reichendes generelles Wohnraumproblem. Dies ist eine große Herausforderung.Wie die Unterbringung konkret durchgeführt wird, ist Sache der Kreise und kreisfreienStädte. Sie selbst entscheiden, wie diese zu erfolgen hat. Wir vom SSW können andieser Stelle nur appellieren, sich für eine möglichst dezentrale Form derUnterbringung zu entscheiden. Auch wenn dies nicht immer die preisgünstigsteLösung ist.Der Bericht beinhaltet aus meiner Sicht nicht nur das Aufzeigen der Schwierigkeiten imZusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, sondernes lässt sich auch ein gewisser Ehrgeiz herauslesen. Der Anspruch liegt darin, einewirklich gute Aufnahme möglich zu machen. „Wer in Schleswig-Holstein angekommenist, der darf nicht am Aufenthaltsstatus scheitern.“ – so steht es im Berichtgeschrieben. Ein Anspruch, der es Wert ist, gewürdigt zu werden und umso mehr mitLeben erfüllt zu werden. Das Innenministerium hat sich ein sehr ambitioniertes Zielgesetzt. Ich finde es begrüßenswert, dass man in Verbindung mit der Aufnahme vonFlüchtlingen, nicht zurückscheut, sich sozusagen selbst anspruchsvolle Zielvorgaben zusetzen. Allerdings müssen wir auch ganz klar erkennen, dass auch unsere Kapazitätenin Schleswig-Holstein begrenzt sind und wir uns schon heute darüber Gedankenmachen müssen, was wir tun wollen, wenn wir an die Grenzen unserer vorhandenenEinrichtungen stoßen. So ehrlich muss man sein.Zu einer integrationsorientierten Aufnahme von Flüchtlingen, die sich nicht nur überVerwahrungsmaßnahmen definiert, gehört auch der Spracherwerb und eine sofortigeBeschulung. Diese Beschulung ist besonders wichtig, da sie ausnahmslos an erster 3Stelle steht, wenn es darum geht, eine Ausbildung oder eine Beteiligung amArbeitsmarkt möglich zu machen. Ein Blick auf die Zahlen genügt, um zu erkennen,dass uns hier in Zukunft noch einige Herausforderungen erwarten werden. Die Anzahlder Asylbewerber hat sich seit 2008 deutlich erhöht, in Schleswig-Holstein sowie imganzen Bundesgebiet. 2008 befanden sich 770 Asylbewerber im Land. Eine solche Zahlkann man aus heutiger Sicht fast nur noch belächeln. In den nächsten Jahren werdenwir es aller Wahrscheinlichkeit mit höheren Zahlen zu tun haben. Von daher muss sichjetzt etwas bewegen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen intensiv gepflegtwerden. Das Innenministerium hat, wie in der Auflistung der verschiedenenVeranstaltungen und Gesprächen dargestellt, gezeigt, dass das Ministerium einesolche Zusammenarbeit auch wünscht. Von unserer Seite aus, können wir dieseZusammenarbeit nur unterstützen und werden dies auch in Zukunft weiterhin tun. DasZiel, ein dauerhaft einsetzbares und tragbares Konzept für uns in Schleswig-Holstein,werden wir dabei fortwährend im Auge behalten.Es zeigt sich also, dass eine Unterbringung mehr ist, als nur ein Dach über den Kopf. Esist nicht nur ein Dach über dem Kopf, es ist nicht nur ein Konzept oder ein Leitfaden;sondern es ist und bleibt eine zentrale Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft.