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Flemming Meyer: Der zukunftsorientierte Ersatz der Rader-Hochbrücke ist kein Luxusforderung
Presseinformation Kiel, den 09.10.2014Es gilt das gesprochene WortFlemming Meyer TOP 20 + 22 Fehmarnsund-Querung und Ersatzbauwerk für die Rader -Hochbrücke Drs. 18/2323 + 18/2325Es war nicht davon auszugehen, dass auf der Verkehrsministerkonferenz der letzten Woche,endgültigen Entscheidungen in Bezug auf die beiden Querungen getroffen werden. Wichtig istaber, dass dem Bundesverkehrsminister klar gemacht wurde, dass die beiden Querungenkommen müssen – und die Zeit drängt. Diese Gelegenheit hat Minister Meyer sicher nicht zumersten Mal genutzt, um Herrn Dobrindt die Situation in Schleswig-Holstein deutlich zu machen.Das pädagogische Prinzip der Wiederholung kann auch hier nicht schaden, wenn es darum geht,einem Bayern in Berlin die verkehrspolitischen Interessen Schleswig-Holsteins nahe zu bringen.Nun war den Medien zu entnehmen, dass eine kombinierte Tunnellösung, als Ersatz für dieRader Hochbrücke, aus mehreren Gründen verworfen wurde. Aus zeitlichen und finanziellenAspekten, sei eine solche Lösung aus Sicht Berlins nicht umsetzbar. Eine solche Antwort kannuns nicht zufrieden stellen. Ein solches Bauwerk ist keine Luxusforderung. Für den SSW habe ichdeutlich gemacht, dass wir bei der Suche nach einer Lösung sowohl den Straßen- wie auch denSchienenverkehr im Blick haben müssen. Denn die Rendsburger-Hochbrücke ist ein Nadelöhr. 2Die Schienenbrücke ist für den heutigen Bedarf nicht mehr geeignet. Die logische Konsequenzkann nur eine kombinierte Straßen-Schienen-Querung sein.Aber wir wissen auch, dass die Zeit drängt. Die Rader Hochbrücke hat, wie wir wissen, eineRestlaufzeit von rund 12 Jahren. Das macht die Sache nicht einfacher. Der zeitliche Druck lässtuns hier keinen Spielraum.Wir kennen nun die Entscheidung des Bundesverkehrsministers – das Ersatzbauwerk wird nureine Brücke. Wir können damit hadern, aber das bringt uns nicht weiter.Wir haben jetzt Gewissheit und müssen schleunigst mit den Planungen beginnen.Das gilt im Übrigen auch, wenn wir über die Sundquerung sprechen. Die Brücke ist zwar für denheutigen Verkehr ausreichend dimensioniert, das ändert sich aber, nach Fertigstellung derBeltquerung. Ab 2022 wird ein Anstieg des Verkehrsaufkommens vorhergesagt. Es wird davonausgegangen, dass sich der Verkehr auf der Strecke verdoppelt. Dieser zusätzlichen Belastung istdie Sundbrücke nicht gewachsen.Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass die Ertüchtigung dervorhandenen Brücke unwirtschaftlich ist. Also stehen wir auch hier vor dem Problem, dass unsder Faktor Zeit brutal im Nacken sitzt.Hier muss ich deutlich sagen; die Fehmarnbeltquerung wurde auf Grundlage einesStaatsvertrages beschlossen, wo sich beide Partner – København und Berlin – auch auf eineangepasste und funktionierende Hinterlandanbindung verständigt haben. Hierzu gehört auchdie Fehmarnsundquerung. Daher brauchen wir eine Schienen- und Straßenverbindung, die denAnforderungen entspricht.Dies hat die Studie des Bundesverkehrsministeriums in verschiedenen Konstellationenbeleuchtet. Die vom Bundesverkehrsministerium favorisierte Lösung sieht zwei neue Brücken fürStraße und Schiene vor. Es gibt aber auch andere Lösungsvorschläge und die gilt es auch inBetracht zu ziehen. Dies gilt insbesondere der Variante einer kombinierten Tunnellösung. 3Wir wissen, dass man sich auch vor Ort für diese Variante ausspricht. Daher ist einemBohrtunnel der Vorzug zu geben. Wir werden die Landesregierung in diesem Sinne bei ihrenBemühungen auf Bundesebene unterstützen.Aber auch vor Ort, muss die Landesregierung das Gespräch mit den betroffenen Menschensuchen und sie in den Prozess einbinden. Nur so wird es gelingen, eine schnelle Lösunghinzubekommen.Die Frage, was letztendlich aus dem größten Kleiderbügel der Welt wird, ist derzeit nicht geklärt.Es wäre wünschenswert, dieses Bauwerk zu erhalten, zumal es auch denkmalgeschützt ist.Daher halte ich für angebracht, zu prüfen, wie die Fehmarnsundbrücke weiterhin als einWahrzeichen Schleswig-Holsteins erhalten und genutzt werden kann. Die Region Fehmarn isteine Tourismushochburg des Landes, daher müssen wir auch den Fahrradtourismus bedenken.Gleiches gilt für die Belange der Landwirtschaft.