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Bernd Voß zur Vorstellung des Aktionsplans für nachhaltige Textilien
Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 409.14 / 16.10.2014Textilbranche lässt Entwicklungsminister Müller entblößt im Regen stehenZur Vorstellung des Aktionsplans für nachhaltige Textilien durch den Bundesentwick- lungsminister sagt der verbraucher- und europapolitische Sprecher der Landtagsfrakti- on Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:Der Plan des Bundesentwicklungsministers klang zunächst hervorragend. Anlässlich des Jahrestages der Katastrophe im April 2013 in Bangladesch, bei der mehr als tau- send TextilarbeiterInnen ihr Leben verloren haben, gab der Minister bekannt, ein ein- heitliches Siegel für nachhaltige Textilien entwickeln zu wollen.Circa 70 Kleidungsstücke kaufen VerbraucherInnen jährlich. Immer mehr Verbrauche- rInnen wollen schon seit langem beim Einkauf verbindlich erkennen: Welche Umweltbe- lastungen gab es beim Anbau der Baumwollgewinnung der synthetischen Fasern? Welche Chemikalien wurden bei der Färbung, Verarbeitung und Verwendung einge- setzt? Und besonders: Wurden die sozial- und Menschenrechtsstandards bei der Her- stellung eingehalten?Doch was heute vom Ministerium der Öffentlichkeit als Ergebnis präsentiert wurde, lässt viele Fragen offen. So auch die entscheidende Frage: Bringt dieser Aktionsplan wirklich konkrete Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in den Produktionslän- dern? Oder handelt es sich um staatlich zertifiziertes „Fair- und Greenwashing“? Ich be- fürchte allerdings Letzteres. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest: Die Initiative krankt an zwei Geburtsfehlern. Zum einen die reine Freiwilligkeit, zum anderen die Be- schränkung auf den nationalen Markt.Wir fordern die Bundesregierung daher auf, sich für rechtlich, verbindliche Sozial- und Umweltstandards in der Textilbranche und zügig für verbindliche, europäische Regeln Seite 1 von 2 zur Transparenz entlang von Lieferketten einzusetzen. Dann können sich Textilunter- nehmen nicht mehr herausreden, sondern müssten ihrer Sorgfaltsplicht nachkommen, auch hinsichtlich ihrer Tochter- und Zulieferunternehmen.Mehr als die Hälfte der Unternehmen und Verbände, die Minister Müller für die Initiative gewinnen wollte, verweigern den Beitritt. Dabei anscheinend besonders die großen Player der Textilbranche: Sie lassen Entwicklungsminister Müller entblößt im Regen stehen. *** 2