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Bernd Voß zum Milchpreisverfall und der Demonstration der MilchviehhalterInnen
Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.deBäuerliche Milchbetriebe sind Nr. 477.14 / 04.12.2014wichtiger als ExportgewinneZur heutigen Demonstration der MilchbäuerInnen gegen den Verfall der Milchpreise sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:Die immer wiederkehrenden Krisen auf dem Milchmarkt haben innerhalb der letzten zehn Jahre dazu geführt, dass jeder dritte Milchviehbetrieb in der EU vom Markt ver- schwunden ist. Das Ende der Milchquotenregelung ab April nächsten Jahres wird allen Prognosen zufolge zu einer weiteren Überproduktion führen und so den Preisdruck auf die Milchviehbetriebe noch verschärfen.Wir brauchen deshalb dringend eine Ausrichtung der Produktion an der Nachfrage, um nicht wieder Milchseen und Butterberge zu erzeugen.Die agrarpolitischen Instrumente der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrtau- sends, Exportsubventionen und höhere Interventionspreise sind keine Lösung, sondern führen dazu, dass bei uns die Milchviehwirtschaft aus einigen Grünlandregionen ganz verschwinden wird und dass unsere Überproduktion die lokalen Milchmärkte in Entwick- lungsländern zerstören wird.Sowohl die MilchbäuerInnen-Verbände wie auch das EU-Parlament haben praxistaugli- che und besonders auch kostenneutrale Vorschläge zu einer verantwortlichen Regulie- rung des Milchsektors gemacht. Die Vorschläge: eine Senkung der Milchanlieferung bei Einsetzen starker Marktungleichgewichte, eine Abgabe auf Mehrlieferungen, Anreize zur befristeten Verringerung der Milchablieferung.Diese Vorschläge kommen auch ohne die jetzige Quote aus, die im März 2015 aus- läuft. Sie können aber ein wirksames Mittel sein, um Angebot und Nachfrage soweit in ein Gleichgewicht zu bringen, dass ein Verfall der Milchpreise verhindert wird. Diese Vorschläge gilt es jetzt umzusetzen. Seite 1 von 2 Der aktuelle Preisverfall für Milch liegt besonders im Interesse der exportorientierten Molkereien, gerade auch der deutschen Milchindustrie. Wenn sie bei stark gefallenen internationalen Notierungen weiter exportieren wollen, müssen sie alles versuchen, um den Erzeugerpreis für die Milch nach unten zu drücken. Es ist daher kein Zufall, dass sie den Discountern und Handelsketten Trinkmilch und Milchprodukte immer billiger anbieten. Dieser Preisdruck durch die Milchindustrie wird so lange anhalten, so lange mehr Milch erzeugt und bei den Molkereien angeliefert wird, als am Markt zu kostende- ckenden Preisen nachgefragt wird.Der Deutsche Bauernverband steht leider voll und ganz an der Seite der Milchindustrie: für die Exportinteressen der Industrie werden steigende Verlust auf Seiten der Milch- bäuerInnen billigend in Kauf genommen.Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der VerbraucherInnen gerne bereit ist, faire Preise für die Milch zu zahlen, wenn sie wissen, dass so ein lebendiger ländlicher Raum erhal- ten bleiben kann. *** 2