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Lars Harms: Kultur, soziale Infrastruktur und Bildung sind keine schädlichen Subventionen
Presseinformation Kiel, den 21. Januar 2015Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 18 Subventionen regelmäßig auswerten und überprüfen Drs. 18/2624 „Kultur, soziale Infrastruktur und Bildung sind keine schädlichen Subventionen“Die Antragssteller möchten sich also über Subventionen unterhalten. Sicherlich keineschlechte Idee. Doch ehe eine solche Diskussion überhaupt angegangen werden kann,gilt es sich auf einen Subventionsbegriff zu einigen. Sie merken schon, genau hier liegtdie Krux. Was eine Subvention ist und was nicht, darüber lässt sich in der Tat streiten.Wo der eine vielleicht eine deutliche Subvention erkennen vermag, handelt es sich imgleichen Fall, für jemand anderen, um eine sinnvolle Wirtschaftsförderungsmaßnah-me. Die Bewertungskriterien mag ein Wirtschaftsinstitut anders festlegen, als etwa einSozial- oder Geisteswissenschaftliches Institut. Das ist sicherlich keine einfacheAusgangsposition, von der man schnell vom hundertsten ins tausendste kommt. 2Um welche Definition sich es im Detail handeln soll, ist im vorliegenden Antrag nichtnachzulesen, man verweist auf das Institut für Weltwirtschaft. Dieser lässt nurFinanzhilfen mit einem ökonomischen Effekt und Steuervergünstigungen zu. Damitwären Ausgaben für Kultur, soziale Infrastruktur oder auch Bildung schädlicheSubventionen. Ich teile diese Definition nicht! Im Antrag lässt sich aber lediglichnachlesen, was für einen Abbau von Subventionen spricht. Dass die Piraten dann in derBegründung fordern, solche Ausgaben degressiv zu kürzen und zeitlich zu begrenzen,ist ebenfalls nicht das, wofür der SSW steht!Dass es in der Vergangenheit einen Subventionsbericht gegeben hat, ist bekannt.Dieser ist natürlich auch an einen gewissen Verwaltungsaufwand geknüpft, auch dasist bekannt. Was sich die Leser der vergangenen Subventionsberichte vielleicht nocheinmal vor Augen führen sollten, ist die Tatsache, dass die Berichte nicht immer eineindeutiges Ziel, in eine bestimmte Richtung beschrieben haben. Sondern, dieseBerichte sind, wie auch die Thematik im Allgemeinen, komplex gestaltet. Den Inhaltdes Berichtes zu bewerten, ist sehr aufwändig. Die Schlüsse daraus ergeben sich nichtunmittelbar beim Durchblättern des Berichts, sondern diese können erst nach einergründlichen Analyse des Berichtsinhalts erfolgen. Die Fragen und Antworten die mandann als Abgeordneter daraus ziehen kann, sind demnach politischer Art. Die Fragenach der Sinnhaftigkeit einer Subvention oder einer ähnlichen Maßnahme, basiertgrößtenteils auf einer politischen Beurteilung. Die Bewertung und Konzentration der,wie es im Antrag heißt, Landesausgaben auf vorrangige Ziele sollte und kann nichtprimäre Aufgabe eines Subventionsberichts sein. Denn schließlich stehen dieLandesausgaben im engen Zusammenhang mit der Landesregierung, dem Parlamentund sind natürlich auch an die vielen rechtlichen Vorschriften geknüpft. Diese 3vorrangigen Ziele zu bewerten, dazu gibt es alle fünf Jahre die Möglichkeit; nämlich beiden Landtagswahlen. Dabei sollten wir das aus heutiger Sicht auch belassen.Schließlich gibt es auch andere Berichte, die in dieser Hinsicht Informationen liefernkönnen, wie etwa der WTSH-Bericht oder der Bericht der I-Bank. Und auch über diegeflossenen Subventionsmittel von der EU, beispielsweise für den Agrarbereich inSchleswig-Holstein, muss öffentlich berichtet werden. Auch im Haushalt sind alleAusgaben auf Heller und Pfennig aufgeführt. Deshalb stellt sich hier wirklich die Frage,ob man wirklich diesen hohen Aufwand in Form eines Subventionsberichtes in Kaufnehmen sollte. Schließlich sind alle Ausgaben auch ein Ausdruck der jeweiligenpolitischen Prioritäten. Und die dürfen in einer Demokratie auch gerne unterschiedlichsein.