Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Jette Waldinger-Thiering: Wir haben großes Vertrauen in die Entscheidungskompetenz an den Schulen vor Ort
Presseinformation Kiel, den 23.01.2015Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-Thiering TOP 23+27 Schulnoten sind fester Bestandteil der Leistungsbewertung, Keine reformpädagogischen Experimente an unseren Schulen und Keine Experimente bei Schriftspracherwerb und Rechtschreibung an den Grundschulen Schleswig-Holsteins Drs. 18/2404, 18/1128, 18/1149 und 18/2600 „Wir haben großes Vertrauen in die Entscheidungskompetenz vor Ort“Ohne die Themen Notengebung und Experimente in unseren Grundschulen in irgendeinerForm abwerten zu wollen, will ich auf eine nicht ganz unwesentliche Tatsache hinweisen: Es istnicht das erste Mal, dass wir hier über den Sinn oder Unsinn von Ziffernnoten imGrundschulbereich reden. Und ganz ähnliches gilt für die so genannten Experimente anunseren Grundschulen.Auch dieses Mal möchte ich mit Blick auf diese Themen mein Vertrauen in die Entscheidungder Menschen vor Ort, die Autonomie unserer Lehrkräfte und meinen Glauben an dieWahlfreiheit betonen. Ich denke wir alle tun gut daran, die Kirche im Dorf zu lassen. So ist zumBeispiel mit der Entscheidung, ob und in welcher Grundschulklasse Notenzeugnisse erteiltwerden, nicht zwangsläufig das Schicksal gesamter Generationen verbunden. 2Natürlich weichen Berichtszeugnisse und Kompetenzraster stark vom vertrauten System ab.Das mag den einen oder anderen verunsichern. Und doch erlauben diese Instrumente nachmeiner Überzeugung einen deutlich differenzierteren Blick auf die Fähigkeiten, Kenntnisse undLeistungen der Schülerinnen und Schüler, als schlichte Schulnoten. Glauben Sie mir: Uns istdurchaus bewusst, dass das Aneignen von messbarem Wissen und Kompetenzen ein sehrwichtiger Teil der schulischen Bildung ist. Aber Schulbildung ist doch noch viel mehr als das.Wer zum Beispiel Fortschritte bei künstlerischen Fähigkeiten oder Lernerfolge im Bereichsozialer Kompetenzen differenziert bewerten will, stößt bei einer Skala von eins bis sechs anGrenzen. Da könnte eine Kombination beider Ansätze schon Sinn machen. Nicht zuletzt vordem Hintergrund von zunehmend heterogenen Klassen in einem inklusiven Schulsystem.Auch wenn ich also gut nachvollziehen kann, dass das Thema Schulnoten für vielevergleichsweise emotional behaftet ist, sollten wir nun alle zu einem sachlichen Umgangzurückfinden. Fakt ist, dass die Entscheidung für oder gegen Noten in den Händen derSchulkonferenzen liegt. Und weil sie hier am besten aufgehoben ist, wird sie auch in Zukunfthier liegen. Mittlerweile ist ja deutlich geworden, dass die große Mehrheit der Schulen ersteinmal beim herkömmlichen System bleibt. Das will ich weder bewerten, noch will ich hierüber die Gründe spekulieren. Klar ist, dass diese Entscheidung nicht für alle Ewigkeit getroffenwird. Aber unabhängig davon, welche Haltung man zu diesem Thema auch haben mag, ist siezu akzeptieren. Und genau das tun wir.Lassen sie mich abschließend noch einen Hinweis zum Thema Lehrmethoden machen: Der SSWhat großes Vertrauen in die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort. Sie kennen die Kinder, haben einengenauen Blick für ihre jeweiligen Bedürfnisse und wissen, wie sie sie am besten Fördernkönnen. Es geht also weniger darum, ihre Methodenwahl bis ins letzte Detail festzulegen. ImGegenteil: Sie brauchen verschiedene Methoden und müssen aus ihnen auch in Zukunft freiwählen können. Ich meine der Lernerfolg der Kinder sollte für uns alle maßgeblich sein. Undwas hierfür am zuträglichsten ist, können unsere Lehrkräfte wirklich am besten beurteilen.