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Beate Raudies zu TOP 20A: Ästhetische Bildung in der Schule ist Pflicht, nicht Kür!
Es gilt das gesprochene Wort! Kiel, 19. Februar 2015TOP 20A: Kreisfachberater für Kultur schaffen (Drucksachen 18/2406, 18/2706 und 18/2731)Beate Raudies:Ästhetische Bildung in der Schule ist Pflicht, nicht Kür!Kulturelle Bildung ist im Moment ein Modethema. Stand nach dem PISA-Schock Anfang der 2000er Jahre vor allem die Stärkung der Lesekompetenz und der naturwissenschaftlichen Fähigkeiten im Vordergrund, so wissen wir heute, dass auch die Förderung in musischen und ästhetischen Fächern für einen guten Schulerfolg unerlässlich ist.Deswegen war es mehr als sinnvoll, dass die Landesregierung das vergangene Jahr zum „Jahr der kulturellen Bildung“ ausgerufen und damit das Thema in den Fokus gerückt hatte. Und es war richtig, dass die drei federführenden Ministerinnen für Bildung, Jugend und Kultur den Akzent darauf gesetzt hatten, Institutionen, Einrichtungen und Verbände zu Netzwerken zusammenzuschließen und die kulturelle Bildung über die Schulen hinaus zu organisieren.Allerdings dürfen diese außerschulischen kulturellen Bildungsangebote den ordentlichen Schulunterricht nicht ersetzen. Denn ästhetische Bildung in der Schule ist Pflicht, nicht Kür!Politische Schwerpunktjahre bergen die Gefahr in sich, dass das Thema am 31. Dezember für abgehakt erklärt wird. Das darf und soll in diesem Falle nicht so sein. Die Anregungen, die im letzten Jahr von vielfältigen Teilnehmern eingebracht wurden, sollen und müssen verstetigt werden.Dazu startete mit Jahresbeginn das Projekt „Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“. Hierbei sollen sowohl Lehrkräfte als auch Kulturschaffende zu Kulturvermittlern und Kulturassistenten qualifiziert werden. Ziel ist es, dauerhafte Strukturen zu schaffen und kulturelle Bildung als gleichwertigen Teil der allgemeinen Bildung in die Schule zu holen. Dabei sollen nach Möglichkeit alle Regionen des Landes und alle allgemeinbildenden Schularten einbezogen werden. 2Angesichts der finanziellen Bedingungen, die in diesem Land herrschen, ist es wirklich mehr als nur begrüßenswert, dass die Landesregierung dafür eine halbe Million Euro von der Mercator- Stiftung einwerben konnte. Dafür war viel konzeptionelle Vorarbeit erforderlich, in die die Erfahrungen aus dem letzten Jahr eingeflossen sind.die Erfahrungen, die wir im Jahr der kulturellen Bildung machen konnten, waren durchweg positiv. Und ich freue mich, dass wir mit dem Projekt „Schule trifft Kultur“ einen Schritt zur Verstetigung machen.Der Antrag, auf den Piraten und Koalition sich im Bildungsausschuss verständigt haben und den die FDP mitträgt – dafür noch einmal herzlichen Dank – geht noch einen Schritt weiter. In diesem Antrag bitten wir die Landesregierung auch, zu dokumentieren, wie es um die Umsetzung der ästhetischen Fächer im Rahmen der Kontingentstundentafel bestellt ist. Und wir bitten die Regierung, Maßnahmen zu ergreifen, um vor allen Dingen für das Mangelfach Musik mehr Lehrkräfte zu gewinnen – wohl wissend, dass die Studierpläne des Lehrernachwuchses nicht immer bedarfsgerecht zu steuern sind.Denn die ästhetischen Fächer stehen an den Schulen unter Druck. Ganz besonders für das Fach Musik stellt sich seit längerer Zeit das Problem, dass wir zu wenige Lehrkräfte mit der entsprechenden Qualifikation haben. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz – keine Lehrkräfte, kein Unterricht, keine musikalische Ausbildung, kein Lehrkräftenachwuchs. Hier sind wir als Land in der Pflicht!Angesichts der Priorität, die die Sicherung der Unterrichtsversorgung nun einmal darstellt, möchten wir derzeit dem Wunsch der CDU nicht folgen, hauptamtliche Kreisfachberater in allen Kreisen und kreisfreien Städten einzusetzen.Ich werbe hier also noch einmal um Zustimmung zur Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses.In erster Linie will ich mich aber bei den Frauen und Männern aus der Kulturszene und den Lehrkräften bedanken, die dieses Projekt mitgestalten werden; das wird zwangsläufig mit viel zusätzlichem Engagement verbunden sein.