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Jette Waldinger-Thiering zu TOP 42 - Mehr Flüchtlingsschutz in Europa!
Presseinformation Kiel, den 22. Mai 2015Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 42 Mehr Flüchtlingsschutz in Europa! Drs. 18/2970 „Gerechtere Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU ist schon lange überfällig“Außenminister Steinmeier hat in der vergangenen Woche bei einem Besuch in Jordanien dieaktuelle Flüchtlingsdebatte passend zusammengefasst: ,, Wir sollten es uns in Europa auchnicht zu einfach machen!“ In der Vergangenheit haben wir es uns ganz unverkennbar zueinfach gemacht. Der größte Teil der Flüchtlinge aus den Krisengebieten in Nahost und vomHindukusch nehmen die direkten Nachbarländer auf. Selbst bitterarm und auch nicht geradedurch staatliche Stabilität getragen. Mittlerweile stehen der Libanon sowie Jordanien kurz voreinem Zusammenbruch der kompletten Infrastruktur. Auch da können wir Europäer uns esnicht mehr leisten, die einfache Lösung zu wählen und einfach wegzugucken.In den vergangenen Tagen hat sich die Debatte rund um die Flüchtlingsthematik verschärft.Nun kommt endlich auf EU-Ebene etwas ins Rollen, was wir als SSW schon lange angeprangert 2haben. Denn auch innerhalb der EU gibt es große Unterschiede zwischen den Aufnahmezahlender Mitgliedsstaaten. Es kann einfach nicht sein, dass allein vier Mitgliedsstaaten den größtenAnteil der zu uns kommenden aufnimmt, während der Rest sich entspannt zurücklehnt. Eingemeinsames an einem Strang ziehen ist das jedenfalls nicht. Mehr noch, es wird noch nichtmal in dieselbe Richtung geguckt. Dann ist es auch wirklich kein Wunder, wenn die EUdurchaus aberwitzige Vorschläge, wie etwa das Errichten von „Begrüßungszelten“ auf demafrikanischen Kontinent einbringt. Und auch einer Debatte über einen möglichenMilitäreinsatz stehen wir als SSW kritisch gegenüber. Das ganze scheint fast den Anschein zuhaben, dass sämtliche Vorschläge präsentiert werden, nur um von einer gerechten Verteilungs-Quote abzulenken. Was kann denn an der einfachen Lösung so misslich sein, als dass maneinen Militäreinsatz bevorzugt?Fest steht, dass der Widerstand gegen eine solche Quote enorm ist. Die Maßnahmen um denWiderstand in Bezug auf die Quote aufzubrechen sind dementsprechend provozierend, wie wirerst vor einigen Tagen aus Rom mitverfolgen konnten. Wichtig ist, dass dieser Widerstanddurchbrochen wird, denn eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge innerhalb derEuropäischen Union ist wirklich mehr als überfällig. Was auch überfällig ist, ist die Erörterungder Handlung von einigen Mitgliedsstaaten an den EU-Außengrenzen, in Bezug auf dienationalen Zoll- und Grenzbeamten. Oder auch an ihren eigenen Staatsgrenzen. Auch hiervermisst man nicht nur ein gemeinsames europäisches Handeln. Frontex ist mit Sicherheitnicht das einzige Organ, das in der Vergangenheit völkerrechtswidrige Grenzzurückweisungendurchgeführt hat. Hier liegt bestimmt noch so einiges mehr in der Grauzone vergraben. Wasman in dieser Sache auch nicht gebrauchen kann ist, dass jedes Land hier versucht sein eigenesSüppchen zu kochen. Mitgliedsstaaten die in Eigenregie handeln sind alles andere alszielführend. Fakt ist auch, dass schnell etwas passieren muss, denn der Sommer steht vor derTür und dann werden noch mehr Schutzsuchende versuchen zu uns nach Europa zu kommen.Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Flüchtlingsfrage immer weiter zuspitzt. Von daher 3muss auf EU-Ebene endlich einmal Butter bei die Fische. Das gilt besonders im Gespräch mitden Gegnern einer gemeinsamen Verteilungsquote. Viel Zeit bleibt nicht mehr.Es ist also Zeit für ein gemeinsames Handeln; eine gemeinsame Antwort auf die vielen Fragen,die sich in den letzten Jahren angesammelt haben.