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Rasmus Andresen zur Vertraulichkeit elektronischer Kommunikation
Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 53 – Vertraulichkeit der elektronischen Düsternbrooker Weg 70 Kommunikation (Prism) 24105 Kiel Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Dazu sagt der Sprecher für Netzpolitik Mobil: 0172 / 541 83 53 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Rasmus Andresen: Nr. 290.16 / 10.06.2016Edward Snowden hat vieles verändertSehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,Edward Snowden hat vieles verändert. Zwar gab es viele, die das, was Snowden ent- hüllt hat, bereits geahnt hatten. Allerdings liegt jetzt der Beleg auf dem Tisch. Und of- fenbar war jedes einzelne Papier vertrauenswürdig.Dank Snowden stellen wir fest, dass, was früher als Verschwörungstheorie eingestuft wurde oder uns wie Science Fiction vorkam, traurige Realität ist. So schlimm steht es um das internationale Überwachungssystem.Wir Grüne versuchen auf Landes-, Bundes- und Europaebene gegen genau dieses Überwachungssystem vorzugehen. Vor Gerichten und in den Parlamenten. Wir müssen aber auch ehrlich sagen: Der landespolitische Einfluss auf PRISM und Tempora ist mehr als begrenzt.Die eigentlichen Entscheidungen müssen in Berlin und Brüssel getroffen werden. Jede Ebene muss im Rahmen ihrer Kompetenzen handeln. Wir Grüne diskutieren seit den Snowden Enthüllungen und der NSU Terrorserie wieder verstärkt über die Zukunft un- serer Geheimdienste.Gerade die Debatte um den Verfassungsschutz zeigt, wie schwierig es ist, unsere Ge- heimdienststrukturen zu reformieren. Viele Informationen gehen nur an einen kleinen Kreis von Abgeordneten. Sie sind weitestgehend wertlos, weil sie öffentlich nicht ver- wendet werden dürfen. Demokratische Kontrolle wird so zur Farce. Wir brauchen mehr Transparenz und Abgeordnetenrechte. Seite 1 von 2 Wir Grüne denken auch über eine neue Struktur für unsere Geheimdienstbehörden nach. Weg aus den dunklen Kammern, hin zu mehr analytischer und wissenschaftlicher Arbeit. Der Kollege Peters hat in der Debatte zum Verfassungsschutzbericht zu Recht die Systemfrage gestellt.Die jetzigen Enthüllungen zu NSA oder auch dem Verfassungsschutz in der NSU Ter- rorserie schüren zu Recht Misstrauen. Misstrauen, das im Endeffekt zu mehr Demokra- tieverdruss führt.Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie von Freiheitsfeinden unter Beschuss steht und für viele einen zu geringen Wert hat, ist es wichtig, unsere Geheimdienst- struktur neu aufzustellen. Unter diesem Misstrauen leiden auch andere öffentliche Ein- richtungen.Darum haben die Piraten Recht, wenn sie fordern, dass es eine vertrauliche Kommuni- kation mit öffentlichen Stellen des Landes geben muss. Sowohl zwischenmenschlich, als auch technisch.Das haben wir als Küstenkoalition erkannt und daran arbeiten wir. Aber ihr werdet es doch selber wissen, lieben Piraten: Die technische Infrastruktur zur verschlüsselten Kommunikation mit öffentlichen Stellen des Landes lässt sich nicht mal eben aus dem Boden stampfen. Es braucht Zeit, wenn es gut werden soll.Grundsätzlich hat das Land bereits an den Arbeitsplätzen der Landesverwaltung die Möglichkeit, Verschlüsselung anzubieten. Die notwendige Software ist vorhanden. Ein Beispiel dafür ist für ein Bereich auch das Elektronische Gerichts- und Verwaltungs- postfach. Was zukünftig durch DE Mail ja stark verbessert werden soll.Die technische Abwicklung muss aber vor allem Endkundenfreundlicher werden. Dazu gehört, dass Verwaltung geschult wird und eine einheitliche Plattform für Bund und Länder zu entwickeln. Über den IT Planungsrat und durch Testläufe in Hamburg und Bremen geht es in die richtige Richtung.Wir wissen, dass der Weg zu wirklich vertraulicher Kommunikation technisch und in der Behördenkultur noch nicht abgeschlossen ist. Unsere Landesregierung befindet sich mitten im Aufbau der digitalen Agenda. Wir erwarten, dass vertrauliche Kommunikati- onsstrukturen und Datenschutz eine der Schwerpunktthemen werden.Dafür soll unser Antrag Rückenwind sein.Vielen Dank *** 2