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13.01.26 , 14:36 Uhr
SPD

Birte Pauls: Die langen Schatten der Vergangenheit: Aufarbeitung der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de
PRESSEMITTEILUNG 5 – 13.01.2026
Birte Pauls Die langen Schatten der Vergangenheit: Aufarbeitung der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus Zur heutigen Vorstellung des Abschlussberichtes zur Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein erklärt die minderheitenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Birte Pauls:
„Der Abschlussbericht des Forschungsprojektes zur Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein, der heute dem Beirat im Landtag vorgestellt wurde, gibt Aufschluss über eines der dunkelsten Kapitel der schleswig-holsteinischen Geschichte. Er beleuchtet insbesondere die Verfolgung und die Deportation der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein im Nationalsozialismus.
Der Landtag hatte sich auf unsere Initiative hin als erstes Landesparlament im Januar 2022 einstimmig dafür ausgesprochen, dieses Forschungsprojekt umzusetzen. In der Folge haben weitere Landesparlamente sich dieser wichtigen Aufgabe angenommen. Mein ganz besonderer Dank als Vorsitzende des Beirates gilt der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg für ihre tiefgreifende wissenschaftliche Arbeit zu dieser schweren Thematik. Alleine die in der Studie dargestellten Begrifflichkeiten von Organisationsstrukturen und Einheiten in der NS-Zeit, die mit der systematischen Verfolgung und Deportation der Sinti und Roma betraut waren, lassen die Menschenverachtung dieses Systems deutlich werden. Erschreckend ist auch die dargestellte Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit der Verantwortlichen.
In beeindruckender Weise hat das Projektteam unter Leitung von Prof. Dr. Marc Buggeln durch akribisches Aktenstudium Einzelschicksale aufgearbeitet. Erschütternd ist, dass die Hälfte der Deportierten Kinder und Jugendliche waren. Die Interviews, die geführt wurden, zeigen zusätzlich sehr eindringlich, wie der an den Sinti und Roma begangene Genozid durch die Nationalsozialisten bis heute in den Familien präsent ist und ihr Leben prägt.
Es ist von enormer Bedeutung für die auch heute noch anhaltende Diskriminierung der Sinti und Roma, das ihre Geschichte in unserem Land jetzt wissenschaftlich aufgearbeitet vorliegt.
Im Rahmen des Forschungsprojektes sind neue Fragen zur Aufarbeitung der Geschichte entstanden, andere konnten nicht mitbearbeitet werden. Weitere Täter- und weitere Opfergruppen, eine vertiefende Medienanalyse und die Kontinuierlichkeit der polizeilichen Verfolgung sind nur einige Bereiche, die es weiter zu erforschen gilt. Bis heute gibt es keine endgültigen Opfer- und Sterblichkeitszahlen aus der Zeit und auch der Entschädigungsprozess wirft noch viele Fragen auf. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Aufarbeitung fortgesetzt werden kann.“



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