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28.01.26 , 12:33 Uhr
FDP

Anne Riecke zu TOP 16 "Flex-Konzept wie beschlossen evaluieren und ausbauen"

28.01.2026 | Bildung
Anne Riecke zu TOP 16 "Flex-Konzept wie beschlossen evaluieren und ausbauen" In ihrer Rede zu TOP 16 (Flex-Konzept wie beschlossen evaluieren und ausbauen) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:
„Wir diskutieren heute darüber, wie wir es schaffen, dass mehr Schülerinnen und Schüler einen Schulabschluss schaffen können. Denn es ist leider offenkundig, dass wir viel zu viele junge Menschen haben, die ohne einen Schulabschluss in ihren weiteren Bildungs- oder Berufsweg starten. Das ist für uns als Gesellschaft in vielerlei Hinsicht kostspielig und vor allem: für jeden einzelnen dieser jungen Menschen eine Riesen-Belastung und ein großes Hemmnis gleich zu Beginn.
Daher sind wir meiner Meinung nach gut beraten, dieser Entwicklung mit unterschiedlichen Maßnahmen entgegenzuwirken. Ein Schwerpunkt, den wir dabei ausdrücklich stärker betrachten müssen, sind die Flex-Klassen. Warum ist das wichtig? Weil Flex-Klassen genau dort ansetzen, wo sich Bildungsbiografien häufig entscheiden: an Zeit, Stabilität und Übergängen. Wer Lernrückstände, Entwicklungsverzögerungen oder Brüche im Bildungsweg hat, scheitert zu häufig nicht am ‚Wollen‘, sondern an einem zu engen Takt: zu wenig Zeit für Grundkompetenzen, zu wenig Raum für systematische Förderung, zu viele Wechsel. Flex-Klassen können hier eine Struktur bieten, die Lernwege entlastet, ohne die Messlatte bei Abschlüssen abzusenken.
Flex-Klassen sind nicht einfach eine weitere organisatorische Schublade. Richtig gemacht, sind sie eine Brücke: eine Brücke zwischen zieldifferentem Lernen und der realistischen Option, bei entsprechender Lernentwicklung doch noch einen ersten allgemeinbildenden Abschluss (ESA) zu erreichen. Daher wäre es absolut angebracht, dass dieses Konzept evaluiert wird und damit potentiell verbessert werden kann. Aber das geht natürlich nur, wenn man sich das System einmal anschaut und herausfindet, welche Instrumente greifen und welche vielleicht eben nicht. Insofern gebe ich der SPD vollkommen recht, die hier die Umsetzung des Landtagsantrages und damit die Evaluation der Flex-Klassen nochmals konkret einfordert.
Die Flex-Klassen sind natürlich nur ein Baustein für die Bekämpfung eines großen Problems bei der Frage der fehlenden Schulabschlüsse: Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die ohne Abschluss von der Schule gehen, sind aus dem Bereich des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, wie die Leistungen dieser Schüler am Ende ihrer Schulzeit verlässlich dokumentiert und bildungspolitisch eingeordnet werden. Ich halte es für fatal, dass die Schülerinnen und Schüler aus dem Förderbereich am Ende ihrer Anstrengungen vollständig ohne Abschluss dastehen. Das ist eine demotivierende und frustrierende Erfahrung, die an den jungen Leuten nicht spurlos vorbeigehen dürfte. Daher unterstützen wir grundsätzlich: Wer über Jahre verbindlich lernt, gefördert wird und am Ende ein definiertes Ziel im individuellen Bezugsrahmen erreicht, braucht eine klare, offizielle Bescheinigung über einen Abschluss.
Allerdings sollten wir aufpassen, dass wir Anerkennung nicht mit Gleichsetzung verwechseln. Ein zieldifferenter Abschluss und der Erste allgemeinbildende Schulabschluss sind unterschiedliche Abschlussarten mit unterschiedlichen Bezugsnormen. Wer einen ESA erwirbt, hat einen Abschluss nach klar definierten, allgemeinbildenden Standards erreicht. Daran darf nicht gerüttelt werden. Wenn wir zusätzliche Abschlussformen im zieldifferenten Bildungsgang stärker formalisieren, dann nur so, dass bestehende Abschlüsse nicht verwässert werden und die Vergleichbarkeit im System erhalten bleibt – für die jungen Menschen selbst, für Betriebe, für weiterführende Bildungsgänge und auch länderübergreifend. Die Leitplanke muss lauten: Transparente Kriterien, eindeutige Bezeichnung, belastbare Vergleichbarkeit.
Ich freue mich auf die bald beginnende Evaluation und den entsprechenden Bericht der Landesregierung und die weiteren Diskussionen darüber.“
Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort.



Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz


Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

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