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Eka von Kalben zu Grönland
Presseinformation Nr. 26.016 28.01.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 27 – Schleswig-Holstein erklärt sich solidarisch mit Dänemark und GrönlandDazu sagt die europapolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben:Wir stehen solidarisch an der Seite Dänemarks und Grönlands Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg*innen,ich bin diese Woche gefragt worden, warum wir denn im Landtag über ein rein außenpolitisches Thema wie die Situation in Grönland reden. Diese Debatte hatten wir schon vor geraumer Zeit, als der SSW den Antrag zur Sicherheit in der Arktis gestellt hat. Und nun sehen wir alle es als richtig an, heute darüber zu reden, und zwar zu einer gesetzten Zeit. Weil es uns eben angeht, wenn die Weltordnung sich verändert. Weil wir in Schleswig-Holstein zwar weit weg von Grönland sind, aber sehr nah an Dänemark. Weil unsere Sicherheit, die wir so sehr in den letzten 80 Jahren mit den USA verknüpft haben, bröckelt. Weil wir beobachten, wie das Verhältnis zu den USA auch Auswirkungen auf unsere Demokratien in Europa hat. Weil unsere Wirtschaft unter der neuen unsicheren Handelssituation leidet.Das alles hat mit uns in Schleswig-Holstein eindeutig zu tun und ist eine Debatte wert. Und ich bin dankbar, dass wir einen gemeinsamen Antrag dazu heute beschließen werden. Ja, wir leben in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Umbrüche. Und das nicht erst seit der erneuten Wahl von Donald Trump, aber seitdem noch mehr. Kriege, Machtpolitik und das Denken in Einflusssphären sind zurück. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist dafür das deutlichste Beispiel, aber auch das Vorgehen der USA in Venezuela und nun in Grönland.Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und ein Überseegebiet der Europäischen Union, historisch, politisch und kulturell eng mit Europa verbunden. Deshalb ist es richtig und leider notwendig, dass dieser Landtag klarstellt: Wir stehen solidarisch an der Seite Dänemarks, und wir stehen vor allem solidarisch an der Seite Grönlands. Denn eines ist für uns unverhandelbar: das Selbstbestimmungsrecht der Menschen auf Grönland. Über die Zukunft Grönlands darf ausschließlich in Grönland entschieden werden, frei, demokratisch und ohne äußeren oder inneren Druck. Und eben nicht irgendjemand, der meint, er wolle diese Insel „haben“.Territoriale Begehrlichkeiten und das Verschieben von Grenzen mit politischem oder militärischem Druck widersprechen dem Völkerrecht und allem, wofür die Europäische Union steht. Man darf sich nicht Länder einfach nehmen oder sie kaufen. In dieser Situation darf Europa nicht Zaungast sein. Die Europäische Union muss ihren Platz in der Welt selbstbewusst einnehmen, geschlossen, souverän und handlungsfähig.Dafür muss Europa unabhängiger werden, nicht nur, aber leider auch von den Vereinigten Staaten von Amerika: wirtschaftlich, technologisch, digital und sicherheitspolitisch. Wir machen uns kleiner als wir sind. Noch immer ist Europa eine starke Wirtschaftsunion und ein Sehnsuchtsort für viel Menschen. Einen kleinen Schritt aber einen richtigen geht unsere Landesregierung mit ihrer Open Source Strategie, um unabhängiger von amerikanischen Tech Konzerne zu werden. Ebenso braucht es eine aktive europäische Wirtschaftspolitik, um Schlüsselindustrien nach Europa zurückzuholen oder auszubauen. Nicht nur die Wehrtechnik, sondern gerade auch die Energieversorgung und mein Lieblingsthema die medizinische Versorgung müssen in den Blick genommen werden.Strategische Bereiche sollten künftig konsequent „made in Europe“ sein, ergänzt durch eine kluge Diversifizierung unserer Handelsbeziehungen. Und auch ich finde es ehrlicherweise schlecht, dass das Europäische Parlament so abgestimmt hat, dass das Mercosur-Abkommen zur Prüfung vor Gericht vorgelegt wird.Wenn wir unsere Unabhängigkeit von den USA konsequent vorantreiben, können wir selbstbewusster auftreten. Und das funktioniert nur, wenn die Europäische Union geeint auftritt und mit einer Stimme spricht. Deshalb müssen wir den Mut haben, die Europäische Union weiterzuentwickeln, damit wir endlich die notwendige Souveränität erlangen. Und wenn Grönland Teil dieses Europas werden möchte, dann ist es herzlich eingeladen, auch als Teil des Königreichs Dänemark. Entscheidend ist allein der freie, demokratische Wille der Menschen in Grönland.Wir dürfen nicht das Recht des Stärkeren zulassen, denn sonst wird diese Welt immer unsicherer und brutaler. Stattdessen müssen wir die Stärke des Rechts verteidigen – gemeinsam, geeint und souverän.Vielen Dank!***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de