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Beate Nielsen: TOP 20: Die Attraktivität der Freiwilligendienste muss wieder in den Vordergrund gestellt werden
Freiwilligendienst | 28.01.2026 | Nr. 25/26Beate Nielsen: TOP 20: Die Attraktivität der Freiwilligendienste muss wieder in den Vordergrund gestellt werden Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Landtagspräsidentin,liebe Kollegen und Kolleginnen,Freiwilligendienste ermöglichen jungen Menschen einen Einblick in unterschiedliche Berufsbereiche. Sie zeigen den Berufsalltag auf, sensibilisieren für Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und fördern den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.Es gibt eine große Vielfalt an Diensten: Das Freiwillige Soziale Jahr kann in Sport, Kultur, Schule, KiTa oder allgemein geleistet werden. Aber auch ein Auslandsjahr ist möglich. Daneben gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr und vor allem den Bundesfreiwilligendienst mit all seinen Facetten. Die Dauer variiert zwischen mindestens 6 Monaten und maximal 24 Monaten.Meist entscheiden sich Schulabgänger für ein Jahr im Freiwilligendienst. Sie nutzen die Zeit zur Berufsorientierung und entscheiden sich danach für eine Ausbildung oder ein Studium. Seit Corona ist die Nachfrage an Freiwilligendiensten für unsere Gesellschaft stark gesunken. Seit 2022 ging die Nachfrage in der Bundesrepublik um circa ein Drittel zurück. 2023/2024 waren es knapp 90.000 junge Menschen in Deutschland, die sich für einen Dienst gemeldet haben. Circa 50.000 für ein FSJ, knapp 36.000 für den BFD und nur circa 3.000 für ein FÖJ.Die Ursachen für diesen Rückgang der Bewerbungen sind sicher vielfältig. Die Plätze für den Bundesfreiwilligendienst sind nicht gleichmäßig über das Land verteilt. Hier finden Jugendliche meist nicht vor Ort den gewünschten Platz. Zusätzlich sollte das zu zahlende Taschengeld regelmäßig unter Berücksichtigung der Inflation angepasst werden.Die Attraktivität der Freiwilligendienste muss wieder in den Vordergrund gestellt werden. Gesellschaftliches Engagement sollte wertgeschätzt werden. Oftmals ist dieses freiwillige Jahr auch der Einstieg in ehrenamtliches Engagement.Die Attraktivität wird nicht durch einen Rechtsanspruch gesteigert. Im Gegenteil, dies führt nur dazu, dass der Staat für jeden jungen Menschen einen Platz vorhalten muss, Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de der aber nicht belegt werden wird. Zumindest nicht, solange wir es nicht gemeinsam schaffen, in der Gesellschaft für einen allgemeinen Freiwilligendienst für alle jungen Menschen zu werben. Dieses gesellschaftliche Jahr könnte in Kitas, Pflegeeinrichtungen, Kultur-, Sport- und Umweltprojekten aber auch als Wehrdienst geleistet werden. Es zeigt eine breite Palette an beruflichen Möglichkeiten auf, stärkt die jungen Menschen in ihrer persönlichen Weiterentwicklung und fördert die Übernahme von Verantwortung für unsere Gesellschaft.Liebe Kolleginnen und Kollegen, was wäre das für ein gesellschaftlicher Mehrwert! Und das in schwierigen Zeiten, in denen der Zusammenhalt wichtiger ist denn je. Ich kann hier für meine Fraktion sagen, dass wir die Arbeit von Freiwilligendienstleistern in all ihrer Vielfältigkeit für unsere Gesellschaft sehr wertschätzen. Mehr noch, wir möchten, dass das Interesse der jungen Menschen für ein Freiwilliges Jahr wieder wächst. Wir möchten, dass sich Jugendliche ganz selbstverständlich für ein Jahr in unsere Gesellschaft einbringen. Sei es im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich, oder auch bei der Bundeswehr. Für uns gehört der Wehrdienst ebenso dazu.Es kann ein großer Mehrwert für alle sein: Das Interesse an unterschiedlichen Berufen kann neu belebt werden und somit zur Ausbildung der Fachkräfte von morgen führen. Und die jungen Menschen nutzen die Zeit zur Orientierung und Festigung des eigenen Berufsweges. Quasi eine Win-Win-Situation.Lassen Sie uns gemeinsam das vielfältige Angebot eines Freiwilligendienstes wieder mehr in die Mitte unserer Gesellschaft tragen und für mehr Freiwilligendienstleistende werben.Vielen Ihre Aufmerksamkeit. Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de