Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

29.01.26 , 11:12 Uhr
SPD

Birte Pauls zu Top 9: Mutter-Vater-Kind-Kuren sind für sehr viele Familien ein unverzichtbares Angebot!

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 29.Januar 2026
Birte Pauls Mutter-Vater-Kind-Kuren sind für sehr viele Familien ein unverzichtbares Angebot! TOP 9: Kürzungsvorschlägen bei stationären medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter entschieden entgegentreten (Drs. 20/3867)
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hatte im letzten Jahr die groteske Idee, dass Eltern-Kind-Kuren ein „nice-to-have“ seien und hierbei Einsparpotential für die Gesetzliche Krankenversicherung liege. Dieser Vorschlag entbehrt jeglicher Grundlage verantwortungsvollen Handelns, beweist ein nicht Vorhandensein von familienpolitischen Zielen und Notwendigkeiten und was ich für einen Arzt noch viel schlimmer finde, das Negieren von sämtlichen präventiven Grundsätzen. Auf so eine Idee kann nur jemand kommen, der finanziell privilegiert ist und sich Auszeiten von belastenden Alltagssituationen selber finanzieren, der sich professionelle Hilfe und präventive Gesundheitsangebote kaufen und zuhause viele alltägliche Aufgaben abgeben kann. Der Alltag sehr vieler Familien sieht allerdings ganz anders aus. Mutter-Vater-Kind-Kuren sind für sehr viele Familien in unserer Gesellschaft ein unverzichtbares Angebot! Und es war eine echte Errungenschaft, als diese Angebote nach langen zähen Ringen eine verpflichtende Kassenleistung und im § 23 des SGB V V fest verankert wurden, Dank der SPD.


1 Sie stärken Familien, die im Alltag mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Dazu zählen chronische Erkrankungen, Behinderungen, psychische Belastungen, Süchte oder prekäre häusliche Situationen. Besonders Familien mit einem Kind mit Behinderung brauchen regelmäßige Entlastung und Erholung. Viele von Ihnen müssen um die Genehmigungen kämpfen, was auch nicht richtig ist. Ihnen gehört eigentlich ein regelmäßiges automatisches Angebot gemacht. Der Alltag ist schon Kampf genug. Diese Kuren bieten nicht nur eine wichtige Auszeit, sondern stabilisieren auch das Familienleben.Teilnehmende bekommen Werkzeuge an die Hand, um mit Stress- und Belastungssituationen besser umgehen oder diese bestenfalls verhindern zu können. Sie tragen auch dazu bei, die Chronifizierung von Belastungen zu verhindern. Der Grundsatz „Vorbeugung ist besser als Heilen“ gilt hier in doppelter Hinsicht: Präventive Maßnahmen sind nicht nur effektiver, sondern auch wirtschaftlicher im Vergleich zu den Kosten, die durch eine spätere Behandlung von Erkrankungen entstehen. Weil alle anderen das erkannt haben, redet man von den gesetzlich abgesicherten Maßnahmen auch nicht mehr unbedingt von Kuren, sondern von Rehamaßnahmen. Entsprechend sind die anbietenden Einrichtungen personell und organisatorisch auch aufgestellt. Vor dieser Debatte haben mein Kollege Marc Timmer und ich mit einigen Einrichtungen an der Westküste gesprochen und mit meinem Kollegen Niklas Dürbrook habe ich einige Einrichtungen in Ostholstein besucht. Wir hätten Herrn Gassen mitnehmen sollen, er hätte, wie wir, viel dazulernen können. Viele Familien befinden sich in ungeheuren belastenden Situationen, in denen sie ohne externe Hilfe nicht mehr zurechtkommen. Sie sind nicht in der Lage einen halbwegs normalen Alltag zu sichern oder auch nur ansatzweise arbeitsfähig zu sein. Wir sind uns darüber im Klaren, welche Auswirkungen dies auf die Kinder hat.Es wurde auch erkannt, dass spezielle Einrichtungen notwendig sind,

2 in denen Männer keinen Zutritt haben. Ein Beispiel hierfür ist das von der AWO betriebene Gertrud-Völcker-Haus in Kellenhusen. Das Haus bietet Frauen und ihren Kindern eine Auszeit von belastenden Beziehungen, in denen Gewalt und Sucht oftmals eine dominierende Rolle einnehmen. Individuelle Therapieangebote helfen beim Aufräumen im Kopf und Kraft zu schöpfen, vielleicht auch um neue Wege einzuschlagen. In der Regel sind es die Frauen, die den Familienalltag bewältigen. Daher sind es auch überwiegend Frauen, die das Angebot der Rehakliniken wahrnehmen. Lediglich 5% der Gäste sind Männer. Darüber hinaus sind die zahlreichen Einrichtungen, von denen viele in Schleswig-Holstein ansässig sind, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und oft ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Auch deshalb finde ich den Antrag von CDU und Grüne schlecht. Kein Wort über belastete Eltern, kein Wort über die Bedeutung der Eltern- Kind Einrichtungen in unserem Land. Ich könnte noch viel dazu sagen, z.B. warum aus GKV-Mitteln Kurtaxe bezahlt wird und warum die Pflegesätze von Land zu Land unterschiedlich sind. Fakt bleibt: Die Eltern-Kind-Kuren sind ein wichtiger Baustein für Gesundheitsförderung und Prävention in Familien und besonders für Frauen. Die Frauengesundheit liegt mir besonders am Herzen und hierfür machen wir uns stark. Einsparpotentiale gibt es hier nicht. Die Kuren sind zudem nur ein winzig kleiner Teil der GKV-Ausgaben. Darüber hinaus ist das Gegenteil erforderlich. Es ist unerlässlich, vermehrt in Prävention zu investieren. Langfristig spart das Geld.
Die verschiedenen Eltern-Kind-Einrichtungen im Land leisten hervorragende Arbeit zum Wohle der Familien und dafür sagen wir herzlichen Dank!


3 4

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen