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29.01.26 , 17:00 Uhr
CDU

Hauke Hansen: TOP 12: Organspende kann Leben retten!

Organspende | 29.01.2026 | Nr. 32/26
Hauke Hansen: TOP 12: Organspende kann Leben retten! Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Präsidentin,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
2024 hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zur Organ- und Gewebespende eine Umfrage gestartet. Der ganz überwiegende Teil der Bundesbürger, genauer 81 Prozent, stehen der Organspende positiv gegenüber. Und das ist auch logisch zu erklären: Wir Menschen sind grundsätzlich soziale Wesen.
Wenn mir persönlich eine Sache keinen Nutzen mehr bringt, weshalb sollte ich dann nicht einem anderen Menschen damit helfen? Wozu Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Darm mit ins Grab nehmen, wenn man durch die Spende der eigenen Organe einem oder sogar mehreren Menschen die Chance auf Genesung und ein Weiterleben geben kann?
Ich persönlich finde es gut, dass Menschen in Deutschland die Wahl haben sich zu entscheiden. Und ich möchte mich hier im Namen aller Kolleginnen und Kollegen bei allen bedanken, die sich bereits heute aktiv für eine Organspende entschieden haben.
Übrigens: Heute kann man mit 16 Jahren aktiv der eigenen Organspende zustimmen.
Leider ist es Fakt, dass weiterhin regelmäßig Menschen in Schleswig-Holstein versterben, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten haben. Bundesweit gibt es viel zu wenige Organspenden, die Lücke zwischen gespendeten und benötigten Organen klafft weit. Vor diesem Hintergrund ist es sehr ungünstig, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die sich noch nicht festgelegt haben. Häufig haben diese Menschen sich noch keine Gedanken zu dem Thema gemacht. Und das ist auch nachvollziehbar. Sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen ist keine Sache, die wirklich Freude auslöst.
Unwissenheit und Angst spielen zudem eine große Rolle. Werden mir lebenswichtige Organe entnommen, obwohl der Hirntod noch nicht eingetreten ist? Solche Zweifel halten viele von einer Entscheidung pro Organspende ab.
Ohne eine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens ist eine Entscheidung


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Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de pro oder contra Organspende aber nur schwer möglich. Ich persönlich empfinde eine höchstpersönliche, innere Auseinandersetzung als extrem sinnvoll und vor dem Hintergrund zu weniger Organspender auch dringend geboten.
Gleichzeitig habe ich auch höchsten Respekt vor den Menschen, die für sich persönlich - aus welchen Gründen auch immer - eine Organspende ausschließen.
Wir müssen uns als Gesellschaft jetzt in Deutschland fragen, wie wir die Anzahl der Organspenden steigern wollen. Aus meiner Sicht sind wir das allen Menschen und auch deren Angehörigen schuldig, die auf ein Organ warten.
Soll es jeder Bürgerin und jedem Bürger zugemutet werden, dass sie sich entscheiden müssen? Ich finde: ja.
Ein Blick ins Nachbarland Österreich zeigt, wie mit der Widerspruchslösung die oben benannte Lücke zwischen gespendeten und benötigten Organen in weiten Teilen geschlossen werden kann. Die österreichische Regelung besagt, dass jeder Mensch, der in Österreich verstirbt (auch Urlauber!) als potenzieller Organspender gilt. Es sei denn, die Person hat zu Lebzeiten widersprochen und den Widerspruch in einem Register hinterlegt. Wem es also ein Anliegen ist, nicht zu spenden, muss selbst aktiv werden. Angehörige haben kein Mitspracherecht.
Wenn man mit Ärzten spricht, sind die Mediziner sich sicher, dass den Angehörigen eine Last genommen wird, wenn sich der potentielle Organspender selbst festgelegt hat. Wenn es keine Festlegung gibt, sagen die Angehörigen in der Regel nein. Sie haben Angst etwas falsch zu machen.
Wir bekräftigen mit diesem Berichtsantrag die Bitte an den Bund, eine Entscheidung zu diesem wichtigen Thema herbeizuführen. Jeden Tag sterben Menschen, weil für sie kein passendes Organ gefunden werden konnte. Lassen Sie uns das ändern. Lassen Sie uns diesen Menschen eine Chance auf ein Weiterleben geben.



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Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de

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