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30.01.26 , 10:13 Uhr
SPD

Thomas Hölck zu Top 18: Wir wollen dem Fachkräftemangel mit bezahlbarem Wohnraum begegnen!

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 30.Januar 2026
Thomas Hölck Wir wollen dem Fachkräftemangel mit bezahlbarem Wohnraum begegnen! TOP 18: Mit Wohnraum Fachkräfte sichern: Gezielte Förderung von Mitarbeiterwohnungen ermöglichen (Drs. 20/3997)
Das geförderte Wohnungen in SH gebraucht werden, daran besteht kein Zweifel. Zwischen 2026 und 2030 fallen rund 18.000 Wohnungen aus der Belegbindung heraus- das entspricht fast 40 Prozent des aktuellen Bestandes. Das von der Landesregierung selbst gesteckte Ziel, jährlich etwa 1.800 Wohnungen mit neuer Belegbindung zu schaffen, würde immer noch zu einem dicken Minus bei den sozialgebunden Wohnungen führen. Das ist eine katastrophale Entwicklung. Wir als SPD wollen uns dieser Entwicklung nicht ergeben, sondern wir wollen handeln. Bauen, Bauen, Bauen muss die Antwort lauten. Wir wollen, dass 10 Prozent des Mitwohnungsbestandes irgendwann sozial gebunden sind. Wir denken bei Thema Sozialwohnungen zunächst an Wohnungsbaugenossenschaften und kommunalen Gesellschaften. Das ist auch richtig so. Aber um den Bestand an Sozialwohnungen zu erhöhen möchte ich auch jedes private Engagement für den geförderten Wohnungsbau nutzen. Wir brauchen Impulse für privates Kapital im sozialen Wohnungsbau. Die Idee ist also, die Förderdarlehn des Landes mit privatem Kapital einzelner Unternehmen zu verbinden. Die Mietbedingungen wie bisher beizubehalten und gleichzeitig den Unternehmen das Recht einzuräumen, ihre Mitarbeitenden in diesen Wohnungen unterzubringen. In Schleswig-Holstein, diesem wunderschönen Bundesland zwischen den Meeren, wollen viele Menschen leben. Viele weitere wollen hier gerne Urlaub machen. Das ist gut so, und das führt dazu, dass wir eine breit aufgestellte Tourismuslandschaft haben. Doch damit der Tourismus florieren kann, braucht es motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über gute Infrastruktur ihren Arbeitsort schnell erreichen können. Im besten Fall wohnen sie in bezahlbarem Wohnraum. Doch das kann vielerorts nicht mehr gewährleistet werden. Bezahlbarer Mietwohnraum steht in touristischen Regionen in unmittelbarem Wettbewerb mit Ferienvermietungen. Dazu kommt, dass nicht wenige finanzkräftige Menschen hier ihre Zweitwohnungen oder


1 Alterssitze einrichten. Wir freuen uns über alle, denen es bei uns so gut gefällt, dass sie gerne für immer bleiben möchten. Die Folgen davon sind aber in den touristischen Hotspots deutlich spürbar: Seit 2015 stiegen die Angebotsmieten in Gemeinden an der Lübecker Bucht um teilweise über 90 Prozent. Das ist sogar stärker als selbst in den angespannten Wohnungsmärkten am Hamburger Rand. Auf der Strecke bleiben diejenigen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Das sind die Menschen, die dort sprichwörtlich die Läden am Laufen halten: In der Gastronomie, im Einzelhandel bis hin zu den Bäderbetrieben, aber auch im lokalen Handwerk und sogar den Arztpraxen. Insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen stellt die Bindung von Arbeitskräften schon ohne Wohnraummangel eine teils enorme Herausforderung dar. Auch unabhängig davon, ob sich der Betrieb in einer touristischen Region, befindet oder nicht. Dort, wo Wohnraum aber praktisch nicht mehr da ist, ist die Akquise neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter faktisch unmöglich. Man kann niemanden anstellen, wenn keine bezahlbare Wohnung zu finden ist. Die Krise auf dem Wohnungsmarkt hat damit unmittelbare Auswirkungen auch auf die Wirtschaft. Das können wir so nicht stehen lassen! Um den Herausforderungen zu begegnen, braucht es kreative Ideen und neue Lösungsvorschläge. Mit unserem Modell wollen wir zur Fachkräftesicherung beitragen. Mithilfe des Landes und eines angemessen Eigenanteils der Gewerbetreibenden können Mitarbeitende zukünftig direkt untergebracht werden, brauchen nicht monatelang nach potenziell teuren Wohnungen zu suchen. Sozialer Wohnungsbau wird dabei zum Wachstumsmotor unserer Wirtschaft. An einigen Orten des Landes wie in Grömitz sind die Unternehmen schon sehr weit. Es fehlt aber an gezielter Unterstützung, die bestehenden Programme passen einfach nicht so richtig. Unternehmen können Fachkräfte gewinnen und halten, wenn sie bei der Wohnraumfrage auch gezielt durch das Land unterstützt werden. Dafür werbe ich hier und heute.



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