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Andreas Hein: TOP 32: Im Bereich Biomasse Maßstäbe setzen
Biomasse | 30.01.2026 | Nr. 37/26Andreas Hein: TOP 32: Im Bereich Biomasse Maßstäbe setzen Die Rede zu Protokoll gegeben.Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrte Damen und Herren,Schleswig-Holstein hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Wir wollen 2040 das erste klimaneutrale Industrieland sein.Wie wir alle wissen, Klimaneutralität ist notwendig und unsere Ziele - 2030 wie 2040 - sind ambitioniert.Doch selbst bei größter Anstrengung in der Vermeidung und Reduktion von Emissionen werden unvermeidbare Restemissionen verbleiben: aus den Sektoren Industrie, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Teilen des Verkehrs.Wenn wir Klimaneutralität ernst meinen, müssen diese Restemissionen kompensiert werden. Genau hier kommen negative Emissionen ins Spiel – als notwendige Ergänzung, nicht als Ersatz für konsequente Emissionsminderung.Schleswig-Holstein verfügt dabei über ein besonderes Potenzial: wir sind Agrarland mit einer starken Landwirtschaft, mit großen Mengen biogener Reststoffe, mit einer verarbeitenden Industrie und leistungsfähigen Häfen.Und deshalb sind biogene Reststoffe aus Landwirtschaft und Gewerbe wie:Getreide- und Rapsstroh, Maisspindeln, Mist und Dung, Separationsfeststoffe aus der Gülle, Landschaftspflegematerial, Moorflächenaufwuchs, Knick- und Restholz, Klärschlamm, biogene Abfälle, Algen und Treibsel sowie industrielle Nebenprodukte wie beispielsweise Hülsen, Kerne und Schalen – all diese Stoffe keine Abfälle, sondern Rohstoffe einer zukünftigen biogenen Kohlenstoffwirtschaft. Insbesondere für unsere zahlreichen Niederungsflächen stellt die Verwertung von „Moorflächenaufwuchs“ eine neue interessante Alternative dar.Diese Biomassen können stofflich - im Sinne von Rohstoff - oder energetisch z.B. Biogas aber auch kohlenstoff-wirtschaftlich CCU/CCS genutzt werden. Seite 1/3 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Ein Beispiel ist die Herstellung von Pflanzenkohle. Pflanzenkohle bindet Kohlenstoff über Jahrhunderte, es wird in der Umwelttechnik, in der Tierhaltung, im Garten- Landschaftsbau oder auch der Landwirtschaft eingesetzt.Im Boden verbessert es die Bodenstruktur und erhöht die Wasserspeicherfähigkeit. Ein weiteres Beispiel: Das Schröder Betonsteinwerk zeigt bereits heute, wie Pflanzenkohle in Betonpflastersteinen eingesetzt werden kann, um den CO?-Fußabdruck des Zements zu kompensieren – und das ohne Qualitätsverluste.Darüber hinaus ermöglicht die thermische Nutzung biogener Stoffe in Kombination mit einer CO?-Abscheidung, die Nutzung des abgeschiedenen CO?. Etwa als Rohstoff für die Industrie wie beispielsweise die Methanol- oder Kunststoffherstellung, für die Getränkeindustrie oder zur dauerhaften Speicherung. Verfahren wie biogenes CCU und biogenes CCS, entziehen so gebundenen Kohlenstoff langfristig der Atmosphäre. Insbesondere CCS von biogenem CO2 generiert quantifizierbare negative Emissionsrechte.Unser Nachbarland Dänemark ist hier Vorreiter dieser neuen kohlenstoffbasierten Wertschöpfungsketten.Entscheidend ist dabei: Wir brauchen dafür einen Markt – wir brauchen funktionierende Wertschöpfungsketten, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und ein transparentes Monitoring. Nur wenn negative Emissionen zukünftig messbar, überprüfbar und zertifizierbar sind, können sie Grundlage eines Marktes werden. Handelbare Zertifikate aus langfristig gebundenem oder gespeichertem CO? eröffnen neue wirtschaftliche Perspektiven – insbesondere auch für landwirtschaftliche Betriebe.Genau darum geht es: Nutzung von Reststoffen, Verwertung statt Verrottung, Pflanzenkohle oder thermische Nutzung und CO2 Abscheidung – sowie die Erschließung eines Marktes über Zertifikate für dauerhaft gebundenen oder gespeicherten Kohlenstoff.Der Landtag bittet daher die Landesregierung die relevanten Akteure zu vernetzen, bestehende Strukturen zu nutzen, den regulatorischen Rahmen weiterzuentwickeln und einen koordinierten Markthochlauf der Kohlenstoffwirtschaft zu unterstützen.Dazu gehören auch der Aufbau einer CO?-Transport- und Hafeninfrastruktur, etwa in Form eines CO?-Hubs, sowie der Wissenstransfer in die landwirtschaftliche Praxis unter Einbindung des Kompetenzzentrums klimaeffiziente Landwirtschaft.Sehr geehrte Damen und Herren,Schleswig-Holstein kann auch in diesem Feld Maßstäbe setzen – mit einer integrierten Energie- und Kohlenstoffwende und zukunftsfähigen Seite 2/3 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Kohlenstoffkreisläufen.Nutzen wir dieses Potenzial – für den Klimaschutz – für Wertschöpfung im ländlichen Raum - für uns und kommende Generationen.Herzlichen Dank. Seite 3/3 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de