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Martin Habersaat: Wer Absentismus bekämpfen will, muss für eine gute Schulkultur sorgen – und nicht an den entscheidenden Stellen kürzen.
Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.dePRESSEMITTEILUNG 33 – 17.02.2026Martin Habersaat Wer Absentismus bekämpfen will, muss für eine gute Schulkultur sorgen – und nicht an den entscheidenden Stellen kürzen. Zu den heute vorgestellten Zwischenergebnissen des Forschungsprojekts SANSCHO zum Thema Schulabsentismus sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:„Es ist interessant zu hören, dass die Landesregierung jetzt auch zu der wissenschaftlich fundierten Überzeugung gekommen ist, dass ein Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit die Grundlage für ein erfolgreiches Üben, Üben, Üben zu können. Und schöne Grüße an die CDU.Prof. Dr. Heinrich Ricking sprach davon, dass die Schüler:innen in der Schule zu häufig als „sprechende Gehirne“ wahrgenommen werden. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Denn die heute vorgestellten Studienergebnisse zeigen einen engen Zusammenhang zwischen geringem schulischem Wohlbefinden und Schulabsentismus. Entscheidend ist es deshalb, bereits an der Grundschule gezielt Prävention zu betreiben. Schulen müssen sich systematisch mit Risiken und Resilienzen beschäftigen: Was sind die Haltekräfte, die Schülerinnen und Schüler in der Schule halten? Diese gilt es zu stärken – durch universelle Prävention für alle, durch Monitoring, durch konsequente Gewaltprävention und durch eine starke Schulkultur. Und das betrifft nicht nur allgemeinbildende Schulen, sondern ausdrücklich auch die beruflichen Schulen, die beim Thema Schulabsentismus nicht aus dem Blick geraten dürfen.Ebenso zentral ist die Beziehung zwischen Schüler:innen und Lehrkräften. Diese Beziehung kann nur wachsen, wenn Lehrkräfte gut ausgebildet sind, wenn ausreichend Personal an den Schulen vorhanden ist – und wenn sie nicht dauerhaft überlastet werden. Die Klassengröße ist eben nicht egal. Sie bestimmt, wie viel Zeit Klassenlehrkräfte für pädagogische Arbeit haben und wie intensiv sie ihre Schüler:innen begleiten können. Wer größere Klassen organisiert, schwächt genau diese Beziehungsarbeit, die laut Studie so ausschlaggebend ist.Vor diesem Hintergrund bleibt es unverständlich, dass die Landesregierung ausgerechnet bei den DaZ- Zentren gekürzt hat. Gute Deutschkenntnisse sind nicht nur ein Schlüssel für Integration, Teilhabe und Bildungserfolg, sondern in der Konsequenz auch für schulisches Wohlbefinden. Wenn die Ministerin nun von einer „Stärkung“ der DaZ-Klassen spricht, indem die Klassengrößen erhöht werden, dann ist das eine merkwürdige Definition von Stärkung – zumal große Lerngruppen laut Studie selbst als Risikofaktor gelten. Bei den Flexklassen zeigt sich ein ähnliches Muster: Die nun angekündigte Evaluation erfolgt erst als Reaktion auf einen Antrag der SPD. Das ist kein vorausschauendes Qualitätsmanagement, sondern politisches Nacharbeiten. Auch bleibt es das Geheimnis der Günther-Regierung, warum sie mehr Schülerinnen und Schüler ins AVSH stecken will, wo sich doch gerade dort viele Problemlagen häufen, wie wir nun wieder einmal erfahren haben.Die wissenschaftlichen Hinweise liegen auf dem Tisch. Es bleibt zu hoffen, dass die Landesregierung die richtigen politischen Konsequenzen daraus zieht und mehr Mut zur Prioritätensetzung zeigt – das vermissen wir bislang.“ 1