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25.02.26 , 16:19 Uhr
SPD

Thomas Hölck zu Top 6: Investitionen in Quartiersmanagement sind Investitionen in gesellschaftliche Stabilität

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 25.Februar 2026
Thomas Hölck Investitionen in Quartiersmanagement sind Investitionen in gesellschaftliche Stabilität TOP 6: Förderung des Quartiersmanagements in Stadtteilen und Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf (Drs. 20/3998)
Es gibt Quartiere, die sind ganz unten. Wohnhäuser sind von einer zersplitterten oder ignoranten Eigentümerstruktur geprägt. Eigentümer und Eigentümerinnen, die nicht erreichbar sind, die geleistete Vorauszahlungen nicht an Stadtwerke oder wem auch immer weitergeben. Was zu erheblichen Konsequenzen führt. Hinzu kommt, das die Mieterschaft mit multiplen Problemen zu kämpfen hat. Zugegeben, es handelt sich um wirkliche Ausnahmen in den Städten. Das macht die Situation vor Ort aber nicht besser. Jede Ausnahme in unseren Städten ist eine zu viel. Quartiere, die fast ganz vergessen sind. In denen keine Stadtentwicklungsprogramme mehr zur Besserung ihrer Lage greifen, oder jemals vorhanden waren. Wohnblöcke um die sich kaum jemand mehr kümmert. Ich habe Wohnhäuser gesehen, da kann man an den Gardinen ablesen, welches Elend sich vermutlich in den Wohnungen abspielen muss. Mit dem Wohnraumschutzgesetz kann man punktuell gegen extreme Missstände vorgehen. Gegen Überbelegung, gegen Vermieter oder Vermieterinnen deren Wohnraum nicht den Mindestanforderungen an gesunde Wohnverhältnisse gemäß der gesetzlichen Defenition entsprechen. Das setzt aber voraus, dass das Wohnraumschutzgesetz auch von den zuständigen Kommunen angewendet wird. Das Gesetz ist aber nicht dafür geschaffen, die Sozialstruktur die Lebensbedingungen eines Quatieres dauerhaft zu verbessern. Aber im Zusammenwirken mit einem aktiven Quartiesmanagment können die Wohn- und Lebnensbedingungen sehr wohl zum Guten gewendet werden. Es muss darum gehen die Bewohnerschaft präventiv und niedrigschwellig zu unterstützen, um die verfestigten Problemlagen aufbrechen zu können.


1 Das Dulden bzw. das Ignorieren solcher sozialen Brennpunkte ist beschämend für unseren Staat. Genau hier setzen Quartiersmanagement und aufsuchende Sozialarbeit an. Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager sind Brückenbauer. Sie vernetzen Bewohnerinnen und Bewohner mit sozialen Initiativen, Vereinen, Trägern und der kommunalen Verwaltung. Sie organisieren Unterstützung, wenn es nötig ist, gegen Vermieter. Sie kennen die Menschen vor Ort, sie kennen die Strukturen, sie wissen, wo Unterstützung gebraucht wird – oft lange bevor ein Problem eskaliert. Steigende Mieten, wachsende Lebenshaltungskosten, Wohnungsknappheit, demografischer Wandel und Zuwanderung verändern unsere Nachbarschaften spürbar. Diese Entwicklungen sind nicht theoretisch – sie zeigen sich im Alltag der Menschen: in Armut, in Bildungsungleichheit, in Vereinsamung, in fehlender gesellschaftlicher Teilhabe. Für uns muss es darum gehen, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein würdevolles Leben wieder zu ermöglichen. Kinder sollen faire Bildungschancen erhalten und nicht durch den Wohnort stiegmatisiert werden. Unser Antrag setzt hier ein klares Signal. Wir wollen, das das Land sich an den notwendigen Stellen für Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager in Stadtteilen mit besonderem Unterstützungsbedarf mit 75 % beteiligt. Wir wollen auch verhindern, dass diese Stellen nicht Jahr für Jahr gefährdet sind, weil Kommunen von heut auf morgen die Finanzierung einstellen. Die Förderung soll auch unabhängig von der Aufnahme in ein Städtebauförderprojekt gelten. Nicht das Vorhandensein von stätebaulichen Förderprogrammen soll der Maßstab sein, sondern der besondere Bedarf eines Quartiers. Denn unser Ziel muss sein, das die dauerhafte Abhängigkeit von Hilfesystemen überwunden wird. Dafür braucht es aber auch Zeit und kontienuierliche Unterstützung. Die Quartiere müssen befähigt werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner aus eigener Kraft tragfähige Strukturen entwickeln können. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spannungen zunehmen, brauchen wir Orte der Begegnung. Orte, an denen Menschen sich austauschen, unterstützen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Investitionen in Quartiersmanagement sind Investitionen in gesellschaftliche Stabilität. Jeder Euro, den wir hier einsetzen, wirkt vielfach zurück: durch weniger Konflikte, bessere Bildungsbiografien, mehr Teilhabe und ein gestärktes Miteinander. Lassen Sie uns deshalb heute gemeinsam ein deutliches Zeichen setzen: für sozialen Zusammenhalt, für Prävention und für starke Nachbarschaften.



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