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Dagmar Hildebrand: TOP 6: Quartiersmanagement und Sozialarbeit sind nicht dasselbe
Quartiersmanagement | 25.02.2026 | Nr. 57/26Dagmar Hildebrand: TOP 6: Quartiersmanagement und Sozialarbeit sind nicht dasselbe Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen,den Antrag der SPD „Förderung des Quartiersmanagements in Stadtteilen und Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf“ haben wir leicht irritiert zur Kenntnis genommen. Während die Einleitung noch unsere Zustimmung findet, wird es damit im weiteren Verlauf deutlich schwieriger. Sie schreiben:„Starke Stadtteile und Quartiere sind die Grundlage für sozialen Zusammenhalt, Teilhabe und ein solidarisches Miteinander in unserem Land. Dort, wo Menschen wohnen, arbeiten, aufwachsen und ihren Alltag gestalten, entscheidet sich, ob gesellschaftliche Teilhabe gelingt und ob Chancen gerecht verteilt sind.“Ja, das stimmt und das gilt auch für die folgende Ausführung, dass bestimmte Stadtteile und Quartiere in manchen Städten unter erheblichem Druck stehen. Und dann kommt: „Quartiersmanagement und aufsuchende Sozialarbeit leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag.“ Naja, so richtig das auch klingen mag, bekanntermaßen sind dies unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. „Quartiersmanagement“ und „aufsuchende Sozialarbeit“ sind tatsächlich nicht ein- und dasselbe. Es handelt sich hierbei um unterschiedliche berufliche Tätigkeiten.Die Tätigkeit der Quartiersmanagements beinhaltet die Begleitung der städtebaulichen Maßnahmen und die Manager sind zugleich Ansprechpersonen vor Ort. Das ist es, was das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ besagt. Um an dieser Stelle noch einmal deutlich Klarheit zu schaffen, möchte ich aus den Formulierungen des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zitieren. Auf deren Webseite wird die Aufgabe der Quartiersmanager nämlich sehr klar beschrieben.Die Quartiersmanager „fördern vorhandene Ressourcen und binden Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere Akteure in die Prozesse ein. Dabei nehmen sie eine vermittelnde Rolle zwischen Quartier und Verwaltung (vertikal) und zwischen bestehenden Quartierseinrichtungen (horizontal) ein, sie informieren, aktivieren, beteiligen und vernetzen Anwohnerinnen und Anwohner und entwickeln und initiieren gemeinsam mit ihnen Ideen für den geförderten Stadtteil.“ Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de So, all das ist keine Sozialarbeit, der Begriff fällt beim Bundesbauministerium auch gar nicht. Dennoch fordern Sie:„Das Land fördert deshalb zukünftig mit 75 Prozent Stellenanteile für Quartiersmanager:innen in Stadtteilen und Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf und in sozial sensiblen Bereichen. Die Förderung soll aber auch für Bereiche gelten, in denen bisher keine Förderung bestand, damit der Ausbau von Quartiersmanagement und aufsuchender Sozialarbeit nicht allein von der Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm abhängen.“Also, nach Ihrem Dafürhalten soll das Land Schleswig-Holstein nun Geld in die aufsuchende Sozialarbeit investieren, die Sie als Teil der Aufgabe von Quartiersmanagern sehen. Tatsache ist aber: Aufsuchende Sozialarbeit wird hierzulande bislang immer noch von den örtlich zuständigen Kommunen und nicht vom Land bezahlt. Und das soll unserer Auffassung nach auch so bleiben.Wir lehnen Ihren Antrag daher ab. Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de