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Anne Riecke zu TOP 13 "Arbeitszeiterfassung für Schleswig-Holsteins Lehrkräfte"
26.02.2026 | BildungAnne Riecke zu TOP 13 "Arbeitszeiterfassung für Schleswig- Holsteins Lehrkräfte" In ihrer Rede zu TOP 13 (Arbeitszeiterfassung für Schleswig-Holsteins Lehrkräfte) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:„Wenn wir heute über die Einführung einer systematischen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte sprechen, dann tun wir das, weil wir schlicht nicht belastbar wissen, wie viele Stunden Lehrkräfte an unseren Schulen tatsächlich arbeiten. Dabei ist klar, dass das Aufgabenbild und die Anforderungen an Lehrkräfte heute andere sind, als sie es vor 20 oder auch vor zehn Jahren waren.Wir wissen aktuell nur, dass es erhebliche Unterschiede zwischen Schularten, Fächern und individuellen Aufgabenprofilen gibt. Wir wissen auch, dass Klassenleitungen, Inklusion, Elternkommunikation und Schulentwicklung Zeit kosten. Aber wir erfassen diese Zeit nicht systematisch. Das ist im Jahr 2026 eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Wenn wir über Verbesserungen beim Lehrerberuf reden wollen, dann brauchen wir erst einmal eine verlässliche und belastbare Bestandsaufnahme, was Lehrer eigentlich tun. Eine Arbeitszeiterfassung schafft dabei Transparenz, die es im aktuellen System so nicht gibt. Denn derzeit wird die Arbeitszeit von Lehrkräften im Wesentlichen über Pflichtstundenmodelle abgebildet. Doch Unterricht ist eben nur ein Teil der Arbeit. Korrekturen, Vorbereitung, Konferenzen, Elterngespräche, Fortbildungen und Schulentwicklung sind unverzichtbare Bestandteile des Berufs. Wenn wir diese Aufgaben ernst nehmen, dann müssen wir sie auch sichtbar machen und mit einer Arbeitszeiterfassung hinterlegen.Klar ist bisher nur: im aktuellen Schulalltag bleibt Lehrkräften einfach viel zu wenig Zeit für guten Unterricht. Viel zu viel Zeit wird aufgewendet für Aufgaben, die nicht zum originären Lehrerberuf gehören. Aber auch die Anzahl an Konferenzen und Abstimmungen hat über die Jahre immer weiter zugenommen. Auch die heterogenere Schülerschaft, die in den letzten zehn Jahren nochmal deutlich zugenommen hat, fordert immer mehr Einsatz und Ressourcen. Mit dem Versuch einer transparenten Zeiterfassung könnten wir also vor allem zwei Dinge erreichen: Zum einen, dass wir herausfinden, wofür die Lehrkräfte ihre Zeit eigentlich aufwenden. Nur so können wir zum Beispiel erkennen, wo wir klare Entlastungen brauchen – bei Verwaltungsaufgaben, bei Dokumentationsplichten, bei Schulkonferenzen. Und zum anderen würde eine Zeiterfassung die Grundlage bilden können, um die Lehrergesundheit zu verbessern. Wir könnten feststellen, wo eine Überarbeitung droht, wo die Belastung vielleicht zu hoch ist und an welchen Stellen sich die Arbeit verdichtet.Gerade in Zeiten des Lehrkräftemangels sind solche Entwicklungen doppelt problematisch. Wenn wir junge Menschen für den Lehrerberuf gewinnen wollen, dann müssen wir ehrlich sagen können, was sie erwartet. Wer Transparenz schafft, erhöht die Attraktivität des Berufs. Wer hingegen an intransparenten Strukturen festhält, sendet das Signal, dass man lieber nicht so genau hinschaut. Wenn wir junge Menschen für den Lehrerberuf begeistern wollen, dann sollten wir ein Berufsbild schaffen, wo nicht über die Hälfte der dort arbeitenden Menschen frühzeitig in den Ruhestand geht bzw. gehen muss.Aber es sollte bei einer Arbeitszeiterfassung auch nicht darum gehen, dass wir mit starren Modellen arbeiten, die haarklein vorschreiben, wann genau und wie genau gearbeitet werden soll. Im Schulbetrieb wird es nie ohne eine gewisse Flexibilität gehen. Diese sollten wir in jedem Fall auch erhalten und es sollte auch möglich sein, punktuell mehr arbeiten zu können. Was wir aber verhindern müssen, ist eine dauerhafte, strukturelle Überlastung, die zu Krankheit, Dienstunfähigkeit und Frühpensionierung führt, weil das Pensum in der heutigen Form mit den heutigen Aufgaben nicht mehr bewältigbar ist.Eine Arbeitszeiterfassung sollte also der Auftakt sein, die grundlegende Aufgabenverteilung und ihren Zeitaufwand bei den Lehrkräften zu erfassen und in einem zweiten Schritt dann zu analysieren und auch zu überdenken. Die Aufgaben, die Lehrkräfte haben sollten, sollten sich immer zuerst daran orientieren, dass guter Unterricht geleistet werden kann. Da müssen wir wieder hinkommen.“Sperrfrist Redebeginn!Es gilt das gesprochene Wort. Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. PressesprecherinTel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.deFDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de