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26.02.26 , 17:14 Uhr
SPD

Beate Raudies zu Top 21: Das Drehbuch der Landesregierung wird keinen Filmpreis gewinnen

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 26.Januar 2026
Beate Raudies Das Drehbuch der Landesregierung wird keinen Filmpreis gewinnen TOP 21: Talente in der Filmbranche frühzeitig fördern (Drs. 20/4098)
Talente in der Filmbranche frühzeitig fördern! Ein toller Titel für diesen Antrag! Talentförderung in der Filmbranche – das klingt nach Hollywood, Cannes oder Venedig, nach rotem Teppich und Blitzlichtgewitter. Es klingt vor allem nach viel Geld… Aber in Ihrem Antrag, liebe Kolleginnen der Koalition, geht es um 50.000 €. Nicht weniger, aber auch nicht mehr… 50 T€, die Sie per Fraktionsantrag in den Haushalt geschrieben haben, und für die Sie sich jetzt selbst feiern – weil es sonst keiner tut. 50 T€, für die es jetzt offenbar einen Beschluss des Landtags braucht, um die Regierung zum Jagen, sprich zur Erarbeitung eines Förderprogramms, zu tragen. Damit die Koalition, die den niedrigsten Kulturhaushalt aller Bundesländer zu verantworten hat, sich wenigstens mit einem kleinen Federchen schmücken kann. Was für ein Drehbuch! Ich wage die Prognose, dass dieses Drehbuch keinen Filmpreis gewinnen wird. ich will gerne zugestehen, dass Sie mit dem Geld einen guten Zweck verfolgen wollen, nämlich finanzielle Unterstützung von filmischen Studienabschlussarbeiten. Aber die Filmindustrie in Deutschland braucht mehr als ein Förderprogramm für den ambitionierten Nachwuchs. Es würde schon mal helfen, unsere Filmförderung in SH mit mehr Mitteln auszustatten – da sind wir nämlich sehr sparsam. Was unsere Filmförderung mit den geringen Mitteln auf die Beine stellt, ist allerdings beachtlich – der Gewinner des Goldenen Bären kam in diesem Jahr aus HH. Oscar-Reif, würde ich sagen! Die deutsche Filmindustrie hat hart gerade zu kämpfen. Denn in Deutschland wird zu wenig gedreht. Gut, dass sich SPD und Union nach monatelangen Verhandlungen auf eine Investitionspflicht für Streamingdienste und Fernsehsender in Deutschland geeinigt haben.


1 Für viele Streamer und Fernsehanbieter ist Deutschland ein lukrativer Markt, vielleicht sogar der wichtigste in Europa. Die Anbieter verdienen sehr viel Geld bei uns, mit oft im Ausland produzierten Filmen und Serien. Deswegen ist es richtig, diesen Anbietern per Gesetz eine Investitionsverpflichtung in Deutschland aufzuerlegen, damit sie künftig mehr Filme und Serien bei uns im Land produzieren. Denn wer Millionen und Milliarden auf dem deutschen Markt verdient, der darf nicht nur nehmen, der muss auch etwas zurückgeben, indem er hier investiert und Arbeitsplätze schafft und sichert. Das ist fair und gerecht. Und dafür sorgt eine gesetzliche Investitionspflicht. Unsere deutschen Produktionsfirmen, die Filmtechnik, die SchauspielerInnen, die Makeup-Artists, die Postproduction bekommen mehr Aufträge, und das stärkt den Filmstandort. Das ist nicht nur gut für die Wirtschaft, es erhöht auch die Steuereinnahmen des Staates. Dass gesetzliche Investitionsverpflichtungen funktionieren, zeigen andere europäische Länder. Klare Regeln führen dort zu spürbar höheren Investitionen in Filme und Serien und schaffen Planungssicherheit für ProduzentInnen, Kreative und Beschäftigte. Für Deutschland ist die Investitionsverpflichtung ein Aufholinstrument. Sie stellt sicher, dass ein fairer Anteil der wachsenden Streaming-Investitionen in Europa auch bei uns ankommt, in Projekten, Arbeitsplätzen, Ausbildung und Wertschöpfung. Dieses Thema wäre eine Landtagsdebatte wert gewesen. Ihr Arbeitsauftrag an die Landesregierung ist es nicht.



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