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Uta Röpcke zur Talentförderung in der Filmbranche
Presseinformation Nr. 26.059 26.02.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 21 – Talente in der Filmbranche frühzeitig fördernDazu sagt die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,Uta Röpcke:Junge Talente aus Schleswig-Holstein fördern! Sehr geehrte Damen und Herren,sie mögen sich wundern, dass wir zu einer im Haushalt bereits bewilligten und vergleichsweise geringen Summe diesen Antrag stellen: Warum tun wir das? Erstens, weil dieser Haushaltstitel neu ist. Zweitens, weil er noch nicht ausgestaltet ist. Und drittens, weil wir klar benennen wollen, welche Lücke damit geschlossen werden soll. Ein Titel im Haushaltsplan allein produziert noch keinen Film. Deshalb wird es in einem ersten Schritt darum gehen, aus diesen Mitteln ein funktionierendes Instrument zu machen, das Studierende schon ab dem Sommersemester 2026 tatsächlich erreicht und zwar unbürokratisch und fair.In der Regierungserklärung gestern ging es um ein umfassendes Bildungspaket: Um Verlässlichkeit, Chancengerechtigkeit und Übergänge. Dieser Antrag folgt derselben Logik, nur an einem anderen Übergang: Vom Studium in die Praxis, von der Abschlussarbeit zur professionellen Sichtbarkeit. Warum braucht es diese neue Struktur? Weil filmische Studienleistungen keine „Seminararbeit mit Kamera“ sind. Wer einen Kurzfilm, eine Doku oder ein künstlerisch-experimentelles Bewegtbildprojekt fertigstellt, braucht reale, professionelle Produktionsbedingungen: Dreh, Ton, Schnitt und am Ende eine Postproduktion auf einem Niveau, das festivalfähig ist. Genau hier entscheiden vergleichsweise geringe Summen darüber, ob ein Film fertiggestellt, ob er eingereicht und auch angenommen wird, und damit auch darüber, ob der erste Karriereschritt gelingt. Sprich: Ob sich ein Talent in eine künstlerische Laufbahn verwandelt.Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein macht das greifbar: „Flensburg Süßbitter“. Fünf Studierende aus dem Bachelor Studiengang Film & Media Arts an der Hochschule Flensburg haben sich filmisch mit der kolonialen Rum-Handelsgeschichte Flensburgs auseinandergesetzt und damit bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt: Der Film wurde beim Deutschen Jugendfilmpreis 2024 ausgezeichnet und begeisterte auf unzähligen Festivals. Solche Beispiele zeigen: Talent ist da. Relevante Stoffe auch, aber ohne professionelle Produktionsbedingungen bleibt die Qualität zu oft unsichtbar. In Schleswig-Holstein haben wir drei fantastische Hochschulen in dem Bereich mit sehr unterschiedlichen Profilen: In Flensburg ist die technische Ausstattung gut, aber es fehlen oft Mittel für Sachkosten bei Drehs für Reisen, Unterkünfte, Catering. An der HAW Kiel braucht es Mittel für Produktionsnebenkosten. Und an der Muthesius stehen wieder andere Bedarfe im Vordergrund. Wenn Absolvent*innen erleben, dass sie ihre Projekte hier professionell verwirklichen können, bleiben sie, gründen und vernetzen sich. Wenn nicht, wandern sie dorthin ab, wo Strukturen verlässlicher sind: Nach Hamburg, Berlin, NRW oder Bayern.Genau diese Abwanderung wollen wir verhindern, mit einem kleinen, klugen Hebel. Wie genau das gelingt, wissen Hochschulen und MOIN aus der Praxis selbst am besten. Wir nehmen die Hochschulen in ihrer Profilfreiheit ernst: Unterschiedliche Bedarfe müssen Studierenden gleich faire Chancen bieten. Unser Vorschlag: Jetzt zügig eine schlanke Übergangslösung für 2026, damit Studierende sofort profitieren können, und parallel die gemeinsame Entwicklung eines dauerhaften Verfahrens. 50.000 Euro werden keine ganze Branche finanzieren. Aber sie können jedes Jahr mehrere studentische Abschlussarbeiten ermöglichen, die es sonst nicht gäbe. Sie können Abwanderung verhindern. Ob Schleswig-Holstein Filmstandort ist, entscheidet sich nicht allein an großen Produktionen wie „Amrum“ oder prominenten Namen, sondern genau dort, an den Hochschulen, wo Nachwuchs bleibt oder geht. Film und audiovisuelle Formate sind Kultur und gleichzeitig kreativwirtschaftliche Wertschöpfung: Dienstleistungsketten vom Tonstudio bis zur Postproduktion bedeuten neue Ansiedlungen, Gründungen, Aufträge, Innovation. Der Antrag formuliert deshalb ausdrücklich das Ziel, die Kreativwirtschaft und die regionale Wertschöpfung zu stärken und zugleich Bildungsgerechtigkeit zu fördern, damit Qualität von studentischen Abschlussarbeiten nicht vom Geldbeutel abhängt. Und sie können dazu beitragen, dass Schleswig-Holstein nicht nur Drehort bleibt, sondern Herkunftsort neuer junger Stimmen, Gesichter und filmischer Geschichten aus Schleswig-Holstein.Vielen Dank.***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de