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27.02.26 , 11:15 Uhr
SPD

Birte Pauls zu Top 26: Zu viel Zucker gefährdet die Gesundheit

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 27.Februar 2026
Birte Pauls Zu viel Zucker gefährdet die Gesundheit TOP 26: Kindergesundheit schützen: Verkauf von Energy-Drinks und Werbung für gesundheitsschädigende Produkte für Kinder ein-schränken (Drs. 20/4107)
Der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Daniel Günther ist auf dem CDU- Bundesparteitag als Tiger gesprungen und als was auch immer gelandet. Auf jedem Fall ist der Bundesparteitag dem Antrag der Schleswig-Holsteinischen CDU nicht gefolgt. Jetzt versucht es der Ministerpräsident noch einmal und zwar über den Bundesrat, was natürlich nur mit Hilfe der SPD-Länder gehen wird. Und unterm Strich sind wir uns hier im Landtag alle einig: Zu viel Zucker macht krank, fördert Diabetes, Karies und Parodontose, Übergewicht und damit einhergehende Folgeerkrankungen. Während die CDU die Steuern erhöhen möchte und damit den Konsumenten „bestraft“ , hatten wir hier im Landtag, angelehnt an den bewährten englischen Weg, eine Herstellerabgabe gefordert, die die Produzenten animieren soll, von Anfang an weniger Zucker zu verwenden. Seit ein paar Wochen ploppt die Diskussion in den Medien immer wieder auf. Fraktionsübergreifend sind sich Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Krankenkassen, Verbraucherschützer usw. einig: der Zuckerkonsum muss runter! Die Frage ist bloß wie? In der Gesundheitspolitik wird gerade ganz viel darüber diskutiert, wie man die Ausgaben senken kann. Mit einer gesteuerten Senkung des Zuckerkonsums könnten wir erhebliche Kosten volkswirtschaftlich, insbesondere im Gesundheitswesen , sparen. Bei den Energy-Drinks geht es aber nicht nur um einen viel zu hohen Zuckergehalt. Es geht um Koffein, Taurin, Säuerungsmittel wie Citronensäure. Auf einen Liter gerechnet enthalten Energydrinks ungefähr 320 mg Koffein und 120 Gramm Zucker – letzteres entspricht umgerechnet 40 Stück Würfelzucker. Ich benenne bewusst den Liter-Gehalt, denn oft bleibt es nicht bei der einen 500ml Dose.



1 Hoher Konsum kann zu Herz-Kreislauf-Problemen, erhöhtem Blutdruck, Schlafstörungen und Nervosität, Muskelzittern und Konzentrationsschwierigkeiten führen, auch andere Nebenwirkungen werden beschrieben. Insbesondere bei der Mischung mit Alkohol kann es gefährlich werden. Auch in Kombination mit Sport kann es zu Risikosituationen besonders bei noch nicht entdeckten Krankheiten kommen. Energy Drinks stehen als bunte Dosen konsumentenwirksam für die Zielgruppe der Jugendlichen in den Regalen und sind für ca. 1,40 Euro zu haben. Und ja, auch ich frage mich, warum wir in aller Welt unseren Kindern und Jugendlichen diese Getränke immer noch frei anbieten, obwohl wir ganz genau wissen, wie gesundheitsschädlich sie sind. Die SPD fordert die Altersbeschränkung für den Konsum und die Abgabe seit Jahren. Bloß leider haben wir bislang dafür keine Mehrheiten gefunden. Weder mit der CDU und auch nicht mit der FDP in der Ampelregierung. Wenn jetzt die CDU in Schleswig-Holstein einen großen Schritt nach vorne macht, begrüßen wir das natürlich. Bloß alleine der Glaube fehlt mir, dass Sie sich damit in ihrer Partei auf Bundesebene durchsetzen können. Sie machen mit ihrem Antrag das, was sie stets gerne tun, die gesamte Verantwortung Richtung Bund zu schieben. Auf der einen Seite wollen Sie den Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen stärken, aber sie tun dafür nichts im Land in ihrer eigenen Verantwortung. Das ist mir dann doch zu dünn. Der FDP-Antrag geht zwar in die richtige Richtung, aber weil am Ende die große Eigenverantwortung und keine Altersbegrenzung steht, würde ich beide Anträge gerne in den Sozialausschuss zur weiteren Beratung überweisen. Und wenn Sie für ihre Überlegungen noch ein wirklich deutliches Beispiel dafür brauchen, wie gut es ist, manches Mal Regeln einzuführen, dann denken sie doch bitte an die Anschnallpflicht im Straßenverkehr: Diese wurde 1976, also vor 50 Jahren eingeführt, um die hohe Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Heute erscheint es undenkbar, wie heftig umkämpft diese sinnvolle Maßnahme gewesen ist, die bis heute unzählige Menschen vor schweren Verletzungen und dem Tod bewahrt hat.



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