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Beate Nielsen: TOP 25: Schule als Ort ohne Ausgrenzung und mit fairen Chancen gestalten
Vielfalt an Schulen | 27.02.2026 | Nr. 71/26Beate Nielsen: TOP 25: Schule als Ort ohne Ausgrenzung und mit fairen Chancen gestalten Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,Artikel 3 unseres Grundgesetzes stellt klar: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seines Glaubens oder aus anderen Gründen benachteiligt werden. Dieser Grundsatz verpflichtet uns – auch im Bildungsbereich.Schule ist mehr als ein Ort der Wissensvermittlung, Schule ist auch ein Lebensraum. Hier verbringen Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Alltags. Hier entwickeln sie Selbstvertrauen, Leistungsbereitschaft und soziale Kompetenzen. Deshalb müssen wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass alle Schülerinnen und Schüler mit Respekt behandelt werden und sich wohlfühlen.Ich bin überzeugt: In der absolut überwiegenden Mehrheit unserer Schulen werden Toleranz und Mitmenschlichkeit gelebt. Lehrkräfte und Schulleitungen leisten hier täglich engagierte Arbeit. Aber eine diskriminierungsfreie Schulkultur entsteht nicht von allein. Sie braucht klare Orientierung und verlässliche Strukturen.Einige Maßnahmen sind bereits gelebte Praxis:Erstens: Die Anerkennung selbstgewählter Namen im schulischen Alltag auf Grundlage des dgti-Ergänzungsausweises ermöglicht betroffenen Schülerinnen und Schülern, im Schulalltag mit ihrem gewählten Namen angesprochen zu werden.Zweitens: Im Rahmen des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung werden Lehrkräfte, Schulleitung sowie Schülerinnen und Schüler ermutigt, eine inklusive Sprache zu verwenden. Ich betone ganz ausdrücklich: Das ist nicht das Verwenden der sogenannten Gender-Sprache, sondern etwa die Nennung des weiblichen und des männlichen grammatischen Geschlechts, wie z.B. in „Schülerinnen und Schüler“.Drittens: In den Fortbildungsangeboten des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen werden geschlechtersensible Aspekte berücksichtigt. Lehrkräfte erhalten damit Unterstützung im professionellen Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten. Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Viertens: Mit dem Projekt „Vielfalt gestalten“ stellt das Ministerium den Schulen Materialien zum Thema Diversität und Diskriminierung zur Verfügung. Der Landesaktionsplan „Echte Vielfalt“ wird weiterentwickelt, um bestehende Maßnahmen zu bündeln und fortzuführen. Zudem stehen Ansprechpartner für Beratung und Unterstützung bereit.Fünftens: Auch bei der räumlichen Ausstattung setzen wir auf pragmatische Lösungen. Das Bildungsministerium hat empfohlen, an Schulen Unisex-Toiletten bereitzustellen. Die Entscheidung liegt selbstverständlich bei den Schulträgern vor Ort.In unserem Alternativantrag bitten wir die Landesregierung darüber hinaus, im Musterraumprogramm eine diskriminierungsfreie Nutzung von Sanitär- und Umkleideräumen zu berücksichtigen. Gleichzeitig ist klar: Im Altbestand darf ein Umbau nicht verpflichtend sein. Wir setzen auf Augenmaß und praktikable Lösungen.Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine wertschätzende Schulkultur und ein klarer Leistungsanspruch schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Wer sich respektiert fühlt, kann sich besser auf Lernen und Leistung konzentrieren. Respekt, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft gehören zusammen.Ein respektvoller Umgang ist in der Schule wie in der gesamten Gesellschaft eine Daueraufgabe. Unser Ziel muss sein, dass jeder junge Mensch in Schleswig-Holstein seine Schule als einen Ort erlebt, an dem er sich entfalten kann – ohne Angst vor Ausgrenzung und mit fairen Chancen. Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung. Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de