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Anne Riecke zu TOP 25 "Sensibilität für queere Vielfalt an Schule fördern"
27.02.2026 | BildungAnne Riecke zu TOP 25 "Sensibilität für queere Vielfalt an Schule fördern" In ihrer Rede zu TOP 25 (Sensibilität für queere Vielfalt an Schule fördern) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:„Für viele junge Menschen ist Schule der Ort, an dem sie zum ersten Mal erleben, ob sie so, wie sie sind, akzeptiert werden. Oder ob sie lernen, sich zu verstecken. Wenn wir heute über queere Vielfalt an Schulen sprechen, dann sprechen wir nicht über ein Randthema. Wir sprechen über das Grundversprechen unseres Bildungssystems, dass jedes Kind die gleichen Chancen hat – unabhängig von Herkunft, Glauben, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.Ich danke der SPD-Fraktion für ihren Antrag. Es ist richtig und wichtig, Sensibilität für queere Vielfalt zu fördern. Und ja: Wir sehen ebenfalls, dass Diskriminierung und Mobbing gegenüber LSBTIQ*-Jugendlichen reale Probleme sind – mit teilweise gravierenden Folgen für Bildungsbiografien und psychische Gesundheit. Aber wir sind überzeugt: Wenn wir dieses Problem ernsthaft angehen wollen, dann brauchen wir einen strukturellen Ansatz – keinen Maßnahmenkatalog, der einzelne Aspekte herausgreift. Der SPD-Antrag setzt Schwerpunkte bei der Anerkennung des dgti-Ergänzungsausweises, bei geschlechtergerechter Sprache, bei Unisex- Toiletten und bei einer Handreichung. Das sind Diskussionspunkte – aber sie greifen zu kurz. Der Antrag verengt das Thema faktisch auf trans- und intergeschlechtliche Schülerinnen und Schüler. Diese verdienen selbstverständlich Schutz. Aber queere Vielfalt umfasst viel mehr als das. Auch schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche erleben Ausgrenzung – oft alltäglich, oft subtil. Wenn wir Vielfalt fördern wollen, dürfen wir sie nicht auf einzelne Gruppen reduzieren. Einzelmaßnahmen ersetzen keine strukturelle Verankerung. Eine Broschüre allein verändert keine Schulkultur. Eine Toilettenregelung ersetzt keine pädagogische Auseinandersetzung. Und eine Erlassdebatte über Sprache ersetzt keine Fortbildung für Lehrkräfte. Genau deshalb legen wir einen Alternativantrag vor. Unser Ansatz ist klar: Vielfalt ist Realität. Und sie gehört selbstverständlich in den Unterricht. Wir fordern, ‚sexuelle Vielfalt‘ und ‚geschlechtliche Identität‘ in angemessener Form in den Fachanforderungen zu verankern. Altersgerecht und fachlich fundiert. Nicht beschränkt auf den Sexualkundeunterricht, sondern als Teil einer werteorientierten Bildung, die unterschiedliche Lebensentwürfe, Partnerschaften und Familienmodelle abbildet. Das ist kein ideologisches Projekt. Das ist eine Frage der Lebenswirklichkeit. Wir wollen außerdem sicherstellen, dass die Sensibilisierung für LSBTIQ*- Themen Bestandteil der Lehrkräfteaus- und -fortbildung wird. Denn am Ende entscheidet sich vieles im Klassenraum. Lehrkräfte brauchen Sicherheit im Umgang mit Diskriminierung, mit Konflikten, mit Fragen von Identität. Das darf nicht vom persönlichen Engagement Einzelner abhängen. Vielfalt sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität soll in angemessener Form im Unterricht stattfinden und in der Lehrkräftebildung systematisch berücksichtigt werden. Genau diesen strukturellen Weg gehen wir.Darüber hinaus wollen wir bestehende Bildungs- und Präventionsangebote weiterentwickeln und landesweit zugänglich machen. Projekte wie SCHLAU Schleswig-Holstein leisten wertvolle Arbeit in der Aufklärung und im Abbau von Vorurteilen. Solche Kooperationen zwischen Schulen und der Gesellschaft wollen wir gestärkt sehen. Ein weiterer Punkt ist uns wichtig: Transparente Beschwerde- und Unterstützungsstrukturen. Schülerinnen und Schüler, die Diskriminierung erleben, müssen wissen, an wen sie sich wenden können. Niedrigschwellig, verlässlich und wirksam. Und ja: Auch der respektvolle Umgang mit selbstgewählten Namen und Anreden gehört dazu. Im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorgaben soll im Schulalltag ein respektvoller und praktikabler Umgang sichergestellt werden. Verwaltung und Selbstbestimmung dürfen kein Gegensatz sein – sie müssen in einen vernünftigen Ausgleich gebracht werden.Junge Menschen sollen sich frei von Angst, Diskriminierung und Ausgrenzung entwickeln können. Vielfalt darf im Schulalltag weder tabuisiert noch auf einzelne Aspekte verkürzt werden. Der Unterschied zwischen dem SPD-Antrag und unserem Antrag liegt im Ansatz: Die SPD listet Einzelmaßnahmen auf. Wir setzen auf strukturelle Verankerung. Wir wollen keine Symbolpolitik, sondern nachhaltige Veränderung. Keine punktuellen Debatten, sondern eine Schulentwicklung, die Vielfalt selbstverständlich macht. Für eine Schule in Schleswig-Holstein, in der jedes Kind sagen kann: Ich darf hier so sein, wie ich bin.“Sperrfrist Redebeginn!Es gilt das gesprochene Wort. Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. PressesprecherinTel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.deFDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de