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12.03.26 , 16:08 Uhr
SPD

Martin Habersaat: Bildungserfolg darf kein Erbe sein

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de
PRESSEMITTEILUNG 56 – 12.03.2026
Martin Habersaat Bildungserfolg darf kein Erbe sein Die neue Studie „Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“ zeigt erneut, wie stark Bildungserfolg in Deutschland noch immer von der sozialen Herkunft abhängt. Dazu erklärt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD- Landtagsfraktion:
„Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau nehmen deutlich seltener an frühkindlicher Bildung teil. Dadurch entstehen bereits vor der Einschulung Unterschiede beim Wortschatz und bei mathematischen Fähigkeiten, die sich über die gesamte Schulzeit hinweg fortsetzen. Dass am Ende der Grundschule 40 Prozent der Kinder aus privilegierteren Familien zur Leistungsspitze in Mathematik gehören, aber nur 12 Prozent aus weniger privilegierten Familien, ist ein klares Alarmsignal.
Besonders fatal sind die Ergebnisse zu den Übergangsempfehlungen. Laut Studie erhalten Kinder aus privilegierten Familien bei gleichen Leistungen häufiger eine Empfehlung für das Gymnasium als Kinder aus weniger privilegierten Familien. Dass am Ende der Schulzeit drei Viertel der Kinder aus höheren sozialen Schichten eine Studienberechtigung erreichen, aber nur ein Drittel aus niedrigeren Schichten, ist nicht hinnehmbar. Denn dieser Unterschied ist nur teilweise auf Kompetenzunterschiede zurückzuführen.
Prof. Dr. Marcel Helbig, Bildungssoziologe und Mitautor der Studie, bringt es auf den Punkt: „Dies widerspricht dem meritokratischen Leistungsprinzip, nach dem Bildungszertifikate auf tatsächlich erworbenen schulischen Kompetenzen basieren sollen.“ Die Studie räumt zudem mit einem verbreiteten Vorurteil auf: Geringere Bildungsabschlüsse bei Kindern mit Migrationshintergrund hängen vor allem mit ihrer sozialen Lage zusammen – nicht mit ihrer Herkunft.
Der Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit liegt vor allem an den Übergängen im Bildungssystem – zwischen Kita, Grundschule und weiterführenden Schulen. Diese Scharnierstellen müssen so gestaltet werden, dass sie Chancen eröffnen statt Ungleichheiten zu verfestigen. Dazu gehörten eine flächendeckende Einführung früher Diagnoseinstrumente wie EVi, mehr Sensibilität der Lehrkräfte für unterschiedliche soziale Hintergründe, eine Stärkung des DaZ-Unterrichts sowie gezielte Unterstützung für Kinder, deren Eltern dies nicht leisten können.
Auch der Ganztagsanspruch ab August kann ein wichtiger Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit sein. Schleswig-Holstein muss genau an diesen Schnittstellen ansetzen, um den Kreislauf von Bildungsarmut zu durchbrechen.“



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