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Sebastian Bonau zur Wirtschaft in der deutsch-dänischen Grenzregion
Presseinformation Nr. 26.083 18.03.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 29 – Deutsch-Dänische Grenzregion: Impulse für einen erfolgreichen gemeinsamen Ansiedlungs- und WirtschaftsraumDazu sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Sebastian Bonau:Wirtschaftliche Stärke entsteht durch Kooperation, nicht durch Konkurrenz Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg*innen,Schleswig-Holstein und Dänemark, das ist weit mehr als eine geografische Nachbarschaft. Es ist eine enge Partnerschaft, die unsere Wirtschaft stärkt, unsere Regionen verbindet und für viele Menschen im Alltag dank der EU selbstverständlich geworden ist.Kaum ein anderes Land ist mit Schleswig-Holstein wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell so eng verbunden wie unser nördlicher Nachbar. Hinzu kommt unsere einzigartige deutsch-dänische Grenzregion mit der dänischen Minderheit in Schleswig- Holstein und der deutschen Minderheit in Dänemark. Dieses vertrauensvolle Miteinander gilt europaweit als Vorbild. Tausende Menschen pendeln täglich über die Grenze, Unternehmen arbeiten grenzüberschreitend zusammen. Deshalb schmerzen mich gerade als Schleswig-Flensburger die weiterhin bestehenden Grenzkontrollen.Auch wirtschaftlich zeigt sich diese enge Verbindung sehr deutlich: Dänemark ist einer der wichtigsten Handelspartner unseres Landes. 2024 kamen die zweitmeisten Importe Schleswig-Holsteins aus Dänemark, nur China liegt noch davor. Bei den Exporten belegt Dänemark Rang fünf unter den wichtigsten Absatzmärkten unseres Landes. Auch im Tourismus ist unser nördlicher Nachbar von herausragender Bedeutung: Rund 600.000 Übernachtungen jährlich gehen auf Gäste aus Dänemark zurück. Damit ist Dänemark mit Abstand der wichtigste internationale Herkunftsmarkt für Schleswig- Holstein. Neben der Jütlandlinie wird künftig auch die Vogelfluglinie durch die feste Fehmarnbeltquerung erheblich gestärkt. Mit diesem Infrastrukturprojekt wächst unsere Region noch enger zusammen. Gerade deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Landesregierung diese Zusammenarbeit strategisch weiterentwickelt.Mit der Dänemark-Strategie des Landes Schleswig-Holstein hat die Landesregierung einen Rahmen geschaffen, um die Zusammenarbeit mit Dänemark systematisch auszubauen. Dänemark ist für uns der wichtigste Quellmarkt. Genau hier setzt die Ansiedlungsstrategie des Landes Schleswig-Holstein an. Unsere Lage zwischen Hamburg, Skandinavien und dem Ostseeraum bietet enorme Chancen für Investitionen, für Logistik, für erneuerbare Energien und für innovative Industrien. Die Landesregierung arbeitet deshalb aktiv daran, dänische Unternehmen für Schleswig- Holstein zu gewinnen und wirtschaftliche Kooperationen weiter auszubauen.Die Strategie wird gerade überarbeitet und vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage gehe ich davon aus, dass China kein Fokusquellmarkt in der kommenden Strategie mehr sein wird, sondern der europäische Fokus und die Zusammenarbeit mit demokratischen Staaten verstärkt wird. Das bedeutet, Dänemark wird noch wichtiger. Denn wir wissen: Wirtschaftliche Stärke entsteht durch Kooperation, nicht durch Konkurrenz.Liebe Kolleg*innen,Ein zentraler Baustein dieser Zusammenarbeit ist das europäische Förderprogramm INTERREG. Seit vielen Jahren unterstützt INTERREG Projekte, die unsere Grenzregion enger miteinander verbinden. Diese Programme zeigen, wie Europa vor Ort funktioniert. Gerade Schleswig-Holstein profitiert davon in besonderem Maße. Es ist daher gut zu sehen, dass die INTERREG-Mittel wieder ein festes Budget im neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) bekommen sollen.Die deutsch-dänische Grenzregion ist ein europäisches Erfolgsmodell. Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze leben seit Jahrzehnten in einem friedlichen und respektvollen Miteinander. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten zeigt unsere Region: Gute Nachbarschaft und grenzüberschreitende Kooperation sind eine echte Stärke.Vielen Dank.***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de