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18.03.26 , 15:58 Uhr
CDU

Dagmar Hildebrand: TOP 35: Beschwerdestelle für Kinder und Jugendhilfe leistet unverzichtbare Arbeit

Kinder- und Jugendhilfe | 18.03.2026 | Nr. 93/26
Dagmar Hildebrand: TOP 35: Beschwerdestelle für Kinder und Jugendhilfe leistet unverzichtbare Arbeit Es gilt das gesprochene Wort!
Frau Präsidentin,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
bevor ich zum Tätigkeitsbericht der Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche komme, möchte ich kurz ein paar Wort zu Frau Samiah El Samadoni sagen. Seit Mai 2014 ist sie nun schon Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten und wird das Amt jetzt abgeben. Zeit und Anlass für mich, noch einmal herzlichen Dank für die ebenso wichtige wie sehr gute Arbeit zu sagen. Die Tätigkeit und der Input von Frau El Samadoni waren für die Politik insgesamt und insbesondere für uns Parlamentarier hier im Haus von besonderer Bedeutung.
Kommen wir zum Tätigkeitsbericht. Im Berichtszeitraum für die Jahre 2022 und 2023 gab es insgesamt 761 Petitionen, die an die Beschwerdestelle gerichtet wurden. Das sind gut 32 Prozent bzw. 184 Petitionen mehr als noch im vorigen Berichtszeitraum. Seit Bestehen der Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche wurden damit 2.369 Petitionen bearbeitet.
Damit wird auch deutlich: Immer stärker stehen strukturelle Themen der Kinder- und Jugendhilfe im Fokus. Im Bericht sagt die Bürgerbeauftragte ganz klar:
„Eine der größten Herausforderungen wird es in den kommenden Jahren sein, dem Fachkräftemangel zu begegnen, der sich schon jetzt im System der Kinder- und Jugendhilfe zeigt. Immer wieder stehen Einrichtungen und besonders Jugendämter – die das Wächteramt über das Kindeswohl innehaben – stark unter Druck, ausreichend Personal zu finden.“
Weiter führt die Bürgerbeauftragte aus: „Auch in Schleswig-Holstein sind nach meiner

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Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Erfahrung Jugendämter immer häufiger nicht angemessen besetzt, weil es zum Beispiel Stellenvakanzen und auch erhebliche Erkrankungszeiten bei den Mitarbeitenden gibt.“
Und das, meine Damen und Herren, ist für alle Beteiligten ein Problem, insbesondere für die Kinder, die auf die Unterstützung der Jugendämter angewiesen sind.
Die Bearbeitungsdauer von Anträgen wird zu lang, die Kommunikation und die Beratung dagegen zu kurz.
Zur Lösung schlägt Frau El Samadoni eine geeignete Fachkräfteinitiative vor – und auch die Vereinfachung von Verwaltungsaufgaben.
Die 15 Fallbeispiele im Tätigkeitsbericht haben mich sehr bewegt und auch mehrfach tief verstört. Ich möchte hier zumindest einen Fall herausgreifen, der aus dem Mai 2023 stammt. Damals hatte sich ein ehemaliger Mitarbeiter einer Einrichtung gemeldet und von unhaltbaren Zuständen in einem Heim berichtet: Die Brandmeldeanlage der Einrichtung war jahrelang nicht betriebsfähig gewesen, die Medikamentengabe wurde vergessen oder so unregelmäßig durchgeführt, dass sich selbst die Ärzte beschwert hätten. Kinder und Jugendliche, die eine Brille benötigten, erhielten keine Unterstützung bei der Neubeschaffung einer Brille, wenn diese verloren ging oder beschädigt wurde.
Unfassbar, wie ich meine. Da verwundert es auch nicht weiter, dass es in dieser Einrichtung keine Beteiligungsmöglichkeiten für die Bewohner gab, wie etwa Gruppenabende oder ein Jugendparlament. Die Beschwerdestelle leitete die Hinweise an die Einrichtungsaufsicht weiter. Und es stellte sich dann heraus:
„dass der Träger große Schwierigkeiten hatte, den Anforderungen der Betriebserlaubnis zu entsprechen“.
Auch berichteten Mitarbeitende von häufigen Lücken im Dienstplan, die aufgrund Personalmangels nicht geschlossen werden konnten. Was aber geschlossen werden konnte, war die Einrichtung, dessen Betrieb letztendlich eingestellt werden musste. Diese Schließung kam den Bewohnerinnnen und Bewohnern zugute und unterstreicht noch einmal exemplarisch die wichtige Arbeit der Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche.
Herzlichen Dank.



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