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28.04.26 , 14:51 Uhr
SPD

Sandra Redmann: Zwischen schönen Überschriften und wirksamen Maßnahmen liegt zu viel Zeit – Ostseeschutz kommt nicht voran

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de
PRESSEMITTEILUNG 90 – 28.04.2026
Sandra Redmann Zwischen schönen Überschriften und wirksamen Maßnahmen liegt zu viel Zeit – Ostseeschutz kommt nicht voran Sandra Redmann, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, erklärt zur heutigen Übergabe der APOS-Checkliste des Bündnis der Ostsee-Naturschutzverbände:
„Die Ausweisung neuer Meeresschutzgebiete in der Ostsee war ein wichtiger Schritt – bei vielen anderen Maßnahmen treten wir aber noch auf der Stelle. Denn entscheidend ist, was nun konkret folgt. Zwischen schönen Überschriften und konkreten wirksamen Maßnahmen liegt in Schleswig-Holstein leider zu viel Zeit.
Seit dem Aktionsplan Ostseeschutz 2030 erleben wir vor allem viele Ankündigungen, Gespräche und vorbereitende Maßnahmen. Was fehlt, sind verbindliche Ziele und Schritte, die kurzfristig messbare Verbesserungen bringen. Gerade bei den Ostseebeiräten wird das deutlich: Statt schnell wirksamer Maßnahmen dominieren bislang Konzepte und Modellprojekte, die sich über Jahre ziehen. Besonders problematisch ist, dass es weiterhin keine klaren und verbindlichen Zielvorgaben zur Reduzierung der Nährstoffeinträge gibt. Beim Thema Nährstoffeinträge fehlt uns nicht Wissen, sondern der politische Wille, daraus Konsequenzen zu ziehen. Gleichzeitig bremst das Landwirtschaftsministerium immer wieder notwendige Fortschritte aus – etwa durch die umstrittene Neuauslegung zur Düngung auf gefrorenen Böden. Dieser Konflikt innerhalb der Landesregierung kostet wertvolle Zeit, die die Ostsee nicht hat.
Auch beim Thema Munitionsaltlasten klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Zwar wurden durch die Landesregierung wichtige Impulse gesetzt, doch bei der konkreten Bergung geht es kaum voran. Bis heute ist nichts in nennenswertem Umfang aus der Ostsee geborgen worden, selbst angekündigte Maßnahmen wie eine Spendenplattform sind nicht umgesetzt.
Hinzu kommt: Die Naturschutzverbände werden bei der Umsetzung des Aktionsplans bislang nicht ausreichend eingebunden. Dabei wäre ihre fachliche Expertise dringend notwendig, um wirksame Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Ebenso fehlt ein systematisches Monitoring, das transparent macht, ob und in welchem Umfang die Maßnahmen überhaupt Wirkung entfalten. Der Schutz der Ostsee ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für unser Land. Wer es ernst meint, muss jetzt liefern: mit klaren Zielen, verbindlichen Maßnahmen, einer stärkeren Einbindung der Fachverbände und deutlich mehr Tempo bei der Umsetzung.“



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